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Suzuki VX800

Es war Ende 1996. Ich hatte gerade andere Motorradfahrer aus ganz Deutschland kennengelernt. Ich war in den Alpen gewesen. Ich hatte mich vom Fahrkönnen her in eine ganz andere Liga katapultiert. Die Virago war einfach „zu klein“ für mich geworden. Das war dann der Beginn der großen Pleite.

Technisch war die VX ganz ok. Auch wieder mit Kardan, auch wieder 2 Zylinder. Ich hatte die Drosselversion mit 50PS, was aber auch erstmal genug war. Auch die Schräglagenfreiheit reichte aus, um Sportler im Wellbachtal auf Distanz zu halten oder gar ins Grasbett zu schicken. Insgesamt ein geiles Jahr eigentlich, das Jahr 1997. Ich hatte nach dem Studium mit meinem ersten richtigen Broterwerb begonnen und war jedes freie Wochenende auf Achse. Entweder ausgewachsene RRR-Treffen oder einfach so, Kumpels besuchen. Mal eben in den Pott für nen Abend – warum nicht? Die Sitzhaltung war gut genug, um auf dem Naked Bike auch mal mit 140 über die Bahn zu brennen. Daß der Motor gerne mal platzte, erfuhr ich erst später. Aber so alt wurde meiner nicht. Ende 1997, gerade mal ein Jahr, nachdem ich sie von privar gekauft hatte, suppte Öl aus dem Lichtmaschinendeckel. Die Reparatur dauerte Wochen. Denn ich schraubte in der unbeheizten und zugigen Garage meiner Eltern. Immer nur am Wochenende, wenn ich mit der Bahn hinfuhr. Und sobald ich nicht weiterwusste, musste ich erst mal wieder unter der Woche im Netz rumfragen, wie es weitergeht. Man traut sich aber auch eben nicht gerade, mit dem Gummihammer den Deckel runterzuklopfen, wenn man nicht weiß, daß nur der Magnet der Lichtmaschine noch alles hält.

Das Frühjahr 1998 versprach dann viel. Ich hatte gerade ein tolles Mädel kennengelernt, damals natürlich das tollste der Welt (Hey, Ines ist auch heute noch eine klasse Frau, wir sehen uns zu selten!). Und sie fuhr auch noch Motorrad. Das Wetter wurde besser und die undichte VX war wieder kontinent.

Bis zur ersten gemeinsamen Ausfahrt. An der ersten Tanke eine Riesenpfütze. Leck im Kühler. Nachgekipptes destilliertes Wasser vergrößerte nur die Pfütze. Mit dem ADAC dann in die elterliche Garage. Sie sollte sie nie wieder aus eigener Kraft verlassen. Ich wollte Motorrad fahren – ich wollte mit meiner Freundin Motorrad fahren! eBay gabs damals noch nicht, die Teilehöker hatten auch keine Kühler und Suzuki rief einen Neupreis auf, der an den Kaufpreis des Motorrads erinnerte. Auch fand sich keiner, der den Kühler flicken wollte. „Mach ich irgendwann…“ So lautete das Todesurteil der VX. Ich war später nochmal dran, als ich für nicht ganz so kleines Geld einen gebrauchten Kühler erstanden hatte. Aber da war der Tank schon rostig, die Vergaser verharzt, die Batterie geplatzt und die ganze Kiste einfach marode. Im Oktober 2005 fand sie dann ihre neue Bestimmung. Auf einem tollen Ersthelferkurs in einer super ausgestatteten Schule stellten wir fest, daß Bedarf an einem Motorrad bestand, um das Bergen von Verletzten unter selbigem Heraus zu üben. Anfang 2006 wurde sie dann abgeholt. Irgendwie hatte ich dann sogar vergessen, mir eine Spendenquittung der gGmbH geben zu lassen. Endlich wieder Platz in der Garage.

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