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Yamaha XV535 Virago

Das war es dann, mein erstes richtiges Motorrad. Heute schmunzle ich darüber, wie toll ich den Eimer damals fand. Aber immerhin war sie über doppelt so schnell als meine 50er und man konnte damit (sehr langsame) Autos überholen!

Im Rückblick war es aber auch ein dunkles Zeitalter ohne nennenswerten Fortschritt. Beinahe hätte ich mir damals eine SR500 gekauft und wäre somit in den Olymp der Selberschrauber und coolen Lederträger aufgestiegen. Aber ich ließ mich blenden. Mehr Hubraum! Mehr Zylinder! Mehr Chrom! Wartungsarmer Kardanantrieb! Ein echter Chopper! Ja, ich wollte Easy Rider sein. Ich war jung. Reden wir nicht mehr drüber. Außerdem war sie ein Schnäppchen. Keine 2 Jahre alt, keine 5Mm gelaufen, der Vorbesitzer durfte vom Arzt aus nicht bei Regen fahren und ein Preis, bei dem mir mein mitgereister Auskenner auf die Füße trat, weil ich noch pro forma feilschen wollte. Das wäre ungebührlich gewesen. Daß es die ab Werk gedrosselte Variante war, war gut, solange der Führerschein auch gedrosselt war, rächte sich aber später.

Genau genommen war es für mich dann einfach eine Alltagskarre. Autos habe ich damals aus Prinzip verweigert, solange es auch mit dem Motorrad ging. Immerhin habe ich wenn ich mich recht erinnere ca. 42Mm mit der Virago zurückgelegt. 6 Jahre lang von 1990 bis 1996. In der Bundeswehrzeit zur Kaserne, zur Uni und gegen Ende auch mal gar bis Trier oder sogar Coburg zu Freunden. Aber es war wie gesagt ein dunkles, fortschrittloses Zeitalter. Geschraubt habe ich kaum noch, ich ließ alles in der Werkstatt machen. Insbesondere den hohen Lenker (damit war die Kiste auf der Autobahn endgültig unfahrbar) und die Scheibe (sah mit dem hohen Lenker im Nachhinein sehr affig aus) ließ ich dort montieren. Fahrerisch kam ich auch nicht voran, denn meist war ich alleine unterwegs und lernte nichts, aber auch gar nichts dazu.

1995 traf ich dann über einen Schulfreund zum ersten Mal auf drmler. Die gemeinsamen Ausfahrten waren Quantensprünge und bereits vor der Alpentour 1996 feilte ich massiv an den Rasten – zur Not auch beim Schlangenlinienfahren auf gerader Strecke. Nach der Tour, auf der sie mich mit gerissenen Vergasermembranen zusätzlich vergrätzte, habe ich sie dann verkauft. Ich hatte Blut geleckt und fand die VX800, die mir dort begegnet war, wäre das ideale Motorrad für mich.

Wirklich schlecht war sie aber auch nicht! Klar, kein Fahrwerk, keine Leistung (eben bis zum Schluß, 6 Jahre lang, mit 27PS), aber absolut problemlos. Öle und Reifen wechseln, das wars mehr oder weniger.

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