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Bin ich spießig?

Oder habe ich sogar eine Blockwartmentalität?

Ich muß da wohl erst einmal meine Wohnsituation etwas erläutern. Ich lebe in einer Dreier-WG in einem Hinterhaus in der Stadt. Im Innenhof habe ich seit kurzer Zeit einen der brachliegenden Stellplätze angemietet. Es war mir einfach zu blöd, Motorrad und Roller weiterhin dem Vandalismus auf der Straße preiszugeben. Auch versetzt es mich in die Lage und in die Notwenigkeit, meinem Wegerecht mehr Ausdruck zu verleihen als mit dem Fahrrad. Denn unsere Einfahrt wird gerne als Parkplatz mißbraucht.

Tagsüber erdreisten sich die Mitarbeiter des Reisebüros im Vorderhaus, sie als kostenlosen Firmenparkplatz zu mißbrauchen. Aber da weiß man ja, wen man wegscheuchen muß. Nachts steht da auch gerne mal ein Auto, aber die sind sehr früh morgens wieder weg. Meistens.

Heute stand einer meiner Wahrnehmung nach zum ersten Mal dort. Mit mächtig brass ob diesem Kampf gegen die Windmühlen habe ich dann einen kleinen Zettel entworfen.

Hallo Autofahrer!

Sie haben es geschafft, eine Einfahrt zuzuparken und so jemanden zu behindern.

Dazu kommt, dass

genug Parkplätze frei sind

man sie nicht erreichen kann („bei klingeln“)

das Fahrzeug schon recht lange steht

man nicht einmal mit einem Fahrrad durchkommt

Ihr Kennzeichen ist notiert. Im Wiederholungsfalle sehen sich die durch Ihr rücksichtsloses Fahrzeugabstellen blockierten Personen gezwungen, Ihr unsoziales Verhalten zur Anzeige zu bringen und das Fahrzeug auf behördlichem Wege umsetzen zu lassen.

Zwar deutlich und direkt, aber mit dem Vorsatz, ihn nur hinter den Scheibenwischer zu klemmen, wenn einer da erstmals steht und so behindert, daß ich normalerweise direkt die Polizei anrufen könnte. Nichtzutreffendes wäre übrigens bei Bedarf gestrichen.

Immerhin stand dieser spezielle Kunstparker schon bei meiner Einkaufstour mit dem Fahrrad um 10:00 im Weg (ja, dem Fahrrad!) und gegen 11:30 immer noch. Von Kurzparken wegen einer Besorgung kann also kaum die Rede sein.

Mein neuer Freund war dann doch kommunikativ, wenn auch etwas populistisch. Da er seinen Kommentar öffentlich ans Hoftor hing, ist es mir sicher erlaubt, ihn hier (mit Orthographie und Zeichensetzung) zu zitieren. Zugegeben, auch eine Form von Populismus. Ich mache es mal wie im Usenet und kommentiere direkt dazwischen.

Werter Nachbar,

leider ist es unmöglich trotz Parkausweis um 23°° Uhr im gesamten Viertel einen Parkplatz bekommen.

Das kann ich aus eigener Erfahrung widerlegen, schließlich komme ich auch immer wieder in die Verlegenheit.

Für einen Schichtarbeiter der nach 10Std. endlich Feierabend hat, ein Horror.

Darum ist es ja auch für einen faulen Angestellten mit gerne auch mal mehr als zwölf Stunden pro Tag zumutbar, seinen eigenen Parkplatz nicht zu erreichen. Genau, elender Geldsack, der ich bin, habe ich mir einen eigenen Parkplatz geleistet!

Da aus dieser Einfahrt keine Autos zu erwarten sind

He Moment, er hat ja erkannt, daß das eine Einfahrt ist! Aber wie kommt er auf diese krude Behauptung? Vor mir hat jemand mit einem Auto meine Stellplatz genutzt.

bzw. diese nicht als solche gekennzeichnet ist,

Ich elender Paragraphenreiter! Da bin ich natürlich der moralische Verlierer, wenn ich anmerke, daß ein abgesenkter Bordstein vor einem Hoftor locker ausreicht. Sogar für ihn (sie?), siehe oben.

Fußgänger mit Fahrrädern jederzeit das Haus verlassen können

Ja, über die inzwischen plattgetrampelte Ex-Grünanlage. Was wohl das Gartenbauamt der Stadt Karslruhe zu so einer Argumentation sagt? Reicht das für Regreßansprüche?

stellt sich die Frage, welches Verhalten unsozial ist.

Stellt sie sich? Wäre es sozialer gewesen, direkt Anzeige zu erstatten statt einen dezenten Hinweis zu hinterlassen?

MfG (unleserlich)PH

Zugegeben, ich habe meinen Zettel auch nur mit meiner schwer entzifferbaren Unterschrift gekennzeichnet.

Nett auch, daß jemand danebengekrakelt hat (mit Pfeil auf den Kommentar, nicht auf meinen aufgeklebten Zettel). „hat er recht!“ Und ein weiterer: „Außerdem steht den ganzen Tag jmd in der Einfahrt, warum also nicht nachts?“

Aber das brauche ich nicht zu kommentieren, ist ja schon oben erläutert.

So, das sind mal die Fakten.

Jetzt komme ich ins Grübeln. Liest überhaupt noch wer mit?

Bin ich ein Nörgler und Denunziant? Schließlich habe ich vor wenigen Tagen ja auch einen LKW-Fahrer angezeigt, nur weil er mich von der Straße abgedrängt hat. Dabei konnte ich ja einen Unfall noch verhindern. Das frage ich mich echt.

Ich weiß es nicht. Provoziere ich solch Widerrede vielleicht aber auch nur, weil ich eben nicht konsequent immer hart durchgreife, nur weil mich jemand in meinen Rechten beschneidet? Oder ist meine versöhnliche Art „unsozial“, weil ich Fehlverhalten oft toleriere, nur weil es mich in dem Moment nicht stört?

Ich werde wohl noch eine Weile drüber grübeln. Und es hat schon ein wenig geholfen, mir hier etwas Luft zu machen. Danke, liebe Therapiegruppe.

Und nein, ich werde wohl auch in Zukunft freundlich bleiben. Elende Berufskrankheit, ich bin halt doch eher Dante.

Im Prinzip würde ich mich ja gerne mal mit meinem neuen speziellen Freund gerne unterhalten. Denn die Welt ist voll von Mißverständnissen. Aber was soll ich machen? Einen Zettel mit meiner Telefonnummer ans Auto klemmen, wenn ich es wieder irgendwo sehe? Oder meine Meinung, etwas feiner geschliffen als das, was ich oben aus dem Bauch heraus geschrieben habe, öffentlich ans Tor nageln, wo er es nicht liest, weil er ganz woanders wohnt und nur selten an unser Tor schaut?

Ach was. Schwamm drüber. Es wird eh kein nächstes Mal geben von ihm, was zerbreche ich mir den Kopf?

So, jetzt aber Gute Nacht, Gemeinde.

Holy Shit

Genau das.

Exorcist: The Beginning

Heute hatte ich ja endlich mal wieder die Gelegenheit, die hiesige Sneak Preview heimzusuchen. Beziehungsweise mich von ihr heimsuchen zu lassen.

Schlechte Idee.

Hauptsache alles madig machen. Damit meine ich jetzt nicht, was ich hier mit dem Film anstelle, sondern eher die Untaten der Filmemacher auch im sehr grafischen Sinne. Immerhin haben sie die Erbsensuppe nicht entweiht.

DSDSM

Deutschland sucht den SuperModerator

Ein ganz klein wenig sieht es so aus. Selten genug verirrt man sich auf ZDF, es sei denn man schaut sonntags eine interessante Doku. Noch seltener jedoch spät nachts. Doch da offenbart sich eine Perle des hiesigen Fernsehens: Die Nachtausgabe der „heute – Nachrichten“.

Es ist köstlich. Junge Moderatoren und -innen quasi erstmals live. So sieht es zumindest aus. Klar, eine Anne Will hat es ja auch nicht nötig, sich so spät die Nacht um die Ohren zu hauen arbeitenderweise. Außerdem ist sie eh bei der ARD. Also müssen scheinbar die Azubis ran.

Ich will mich nicht zu sehr auslassen, denn man muß es erleben, um es zu verstehen. Aber der heutige Teilnehmer dieser etwas anderen Castingshow offenbarte doch gleich noch ein technisches Detail. Davon ausgehend, daß er nicht nach einem kurzen Blick auf das Blatt in seiner Hand die gesamte Meldung auswendig vortragen konnte, verriet sein sturer Blick links an der Kamera vorbei, wo sich im ZDF Nachrichtenstudio der Teleprompter befindet. Aber er hat sich Mühe gegeben. Alle Minute schaute er auch mal wieder alibimäßig in die Blättersammlung, an die er sich klammerte. Vielleicht ist ja aber auch am Teleprompter ein kleines Schildchen „Wegsehen!“, das alle Minute aufleuchtet…

Ein kleines Schirmchen

Auf einem Cocktail ist es albern. Aber erschreckend, wie sehr man sich an eines in der Windows-Taskleiste gewöhnt. Und immer wieder direkt merkt, wenn es mal nicht aufgespannt ist.

Jetzt ist es weg. Windows hat sich AntiVir sozusagen einverleibt. Seit dem Service Pack 2 ist es Bestandteil des Windows Sicherheitscenter.

Ok, no news is good news und solange Windows nicht meckert, ist angeblich alles in Ordnung. Naja.

Ich vermisse meinen kleinen Schirm, der mir Sicherheit vorgaukelt.

Incommunicado

Natürlich konnte der Tag noch blöder werden.

Das wird ein schönes Experiment. Wie lange halte ich es ohne Mobiltelefon aus? Es ist ja weniger die Anruferei. Aber wenn dann der erste Anrufversuch seit Tagen genau dann erfolgt, wenn das Teil unerreichbar bei den Eltern liegt, kommen erste Zweifel auf.

Aber so aus dem Bauch herraus wird es das Fehlen der mobilen eMail-Möglichkeit sein, daß mich zur vorzeitigen Abholung treiben wird.

Murphy’s Law of Gravity

Ein halbkaputter Stuhl. Ein Topf voller Erde und einer verschiedenen Pflanze. Beides soll in den Keller. Klar, daß der Stuhl komplett auseinanderfällt auf der Treppe.

Aber wenn Murphy seine Finger mit im Spiel hat, zerschlägt die runterfallende Rückenlehne gleich noch einen üppigen Trieb einer ansonsten mit der Gesundheit ringenden Chilipflanze auf der Zwischenetage. Nicht, daß der Stuhl nicht zwei Stockwerke Zeit gehabt hätte, um irgendwo zu zerbröseln.

Ob der Tag noch blöder werden kann?

Am Anfang…

ist eine weiße Seite.

Ok, unter uns: Eigentlich brauche ich nur einen ersten Eintrag. Um sehen zu können, wie das alles aussieht. Mehr nicht.

Meine abstrusen Gedanken gibt es dann später.

Nachtrag: So fing mein erstes Blog an, das ich gerade integriere. Post für Post. Nur falls sich jemand mit Feedreader wundert.

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