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Noch ein Kurztrip

Oder: Zurück aus Franzockistan, Teil 2

Annette ist ja ein echter Schatz. Nicht nur, daß sie am Dienstag die für den Vortag angedachte Motorradtour nachholen wollte, nein, es wurde Übernachtungsgepäck mitgenommen. Und weil das dann auch nicht mehr ins Gewicht fällt, gleich für zwei Nächte. Ich kann kein zu hohes Lied über sie singen, denn was für mich, der auch mal eben knapp 800km an einem Tag runterreisst, nix Wildes war, müssen für sie Strapazen gewesen sein, die ich gar nicht wirklich nachvollziehen kann. Wir reden hier von rund 750km in zweieinhalb Tagen.

Zweieinhalb Tage deshalb, der der Dienstagvormittag noch mit Packen und Besorgungen verging. Am Ende gabs sogar noch Mittagessen. Verzögerungen sollten bei der Reise ein ständiger Begleiter werden. Doch dann war Ross und Reiterpaar gewandet und gestärkt. In die Koffer passten sogar noch „zivile“ Schuhe für die Dame. Gefahren wurde in Wanderstiefeln. Und die neue Technik hielt Einzug. Die Gegensprechanlage wurde zwar bald links liegen gelassen, da das Kehlkopfmikro in meinem Crosshelm nicht taugte, dafür war das die erste richtige Tour mit Ansagen des TomTom Rider im Helm. Tres chique, wie die Westnachbarn so sagen.

Doch die neue Technik zeigte auch bald ihre Tücken: Ohne Übersichtskarte erwischte mich der von der Hinterbank geäusserte Wunsch nach einem Eis in Haguenau im falschen Moment. Geradeaus statt rechts abzubiegen, nundenn. Immer den Schildern nach. Doch blöderweise war das eben in dem Moment, als die penibel geplante Umfahrung der strunzlangweiligen Ebene ausnahmweise mal genau Richtung Stadt zeigte. Und so fuhren wir von Woerth aus rein – mitten ins Chaos. Irgendein Markt blockierte die komplette Innenstadt. CDs mit schrecklicher Musik und Billigfummel befüllten den Großteil der Stände, seltsames Volk verstopfte den Rest der Strassen. Ein Eis gabs dann auch irgendwann. Die Aktion dürfte uns anderthalb Stunden Fahrzeit gekostet haben, die uns später gutgetan hätten. Aber Pausen müssen auch sein.

Der tückischen Technik zweiter Teil: Der nächste Wegpunkt lag bei Dossenheim auf der D133 (solche Details schreibe ich für die, die auf einer Karte den Weg nachvollziehen wollen). Routen liess ich mich immer über den schnellsten Weg, was die gewünschten Strecken ergab. Wenn man nicht allzusehr von der Planung abweicht. So aber führte der Rider uns nicht über die unspäktakuläre Route über Bouxwiller, sondern über die feierabendverkehr(?)geplagte D421 und dann wie geplant nördlich um Saverne herum – statt einfach südlich. Tücken der Technik und ihrer Fehlbediener.
Ab Phalsbourg ging dann aber die Kurvenhatz so richtig los zum geplanten Tageshighlight: Rocher de Dabo. Eine alte Kirche, die auf einem riesigen Sandsteinbrocken auf dem Berggipfel erbaut wurde. Sehr nett und vor allem sehr schöne Aussicht.

Da fing dann auch schon die Aussicht auf ein Abendessen und ein Bett an, gut auszusehen. Es war schon nach sechs Uhr abends und nichts in Aussicht. Das änderte sich in der umliegenden Gegend auch nicht. Wir waren völlig außerhalb der Saison. Tagesgerichte vom Vorjahr gabs bei den Aushängen zu bewundern und Ähnliches – aber geschlossen waren die Hotels und Herbergen durch die Bank. Dazu dann noch, daß mich mein Navigationsgerät einen Forstweg hochschickt (Forstwege bzw. Route Forrestiers sind in Frankreich durchaus legitim befahrbar, wenn nicht anderweitig untersagt. Sie sind halt nicht so gepflegt wie „richtige“ Strassen), der zu einer riesigen Kreuzung mit etlichen Wegen führt – allesamt mindestens gesperrt bis unbefahrbar. Ein nachträglicher Blick auf die Karte beim Tippen dieser Zeilen wirft auch die Frage auf, wo das ganze hätte hinführen sollen. Selbst die Eselspfade stellen keine Abkürzung dar, weder zeitlich noch streckenmäßig.

So dann im Schnellgang an den Wasserfällen von Nideck vorbei, wo Annette dann erfuhr, wie es sich anfühlt, wenn die BMW über beide Räder etwas wegrutscht. War aber unkritisch und förderte nur den Zusammenhalt der Fahrzeugbesatzung. N420 und A35 brachten uns dann zügig nach Andlau. Kurze Sichtung vor Ort brachte uns zurück zum ersten Hotel. Kastelberg ist wirklich nett. Nach einer schnellen Dusche konnten wir gerade noch vor Küchenschließung futtern. Annette delektierte sich an dem Elsässer Menü in der Gewissheit, daß ich ihr weder vom Zwiebelkuchen noch vom Huhn was wegesse dank Allergie. Bei mir reichte dafür ein Viertele Riesling zum Fischfilet für reichlich Müdigkeit.

Der zweite Tag begann dann gleich ganz positiv – es gab deftiges Frühstück. In quasi beliebiger Menge vom Buffet mit Ziegenkäse, Salami, Schinken, dunklem Brot, Müsli und allem was stark macht. Das Petit Pain au chocolat ist da bestenfalls Nachtisch. Dazu gab der Wirt noch Streckenvorschläge. Und Gérardmer sollen wir auf jeden Fall mitnehmen, bei schönem Wetter wäre ein Cafe am See wie am Mittelmeer. Dafür würden er und sein 74-jähriger Nachbar da durchaus mal hinfahren.

Zuerst ignorierte ich die Vorschläge aber. Nach St. Martin gings nicht über Villé, sondern über Le Hohwald und Breitenbach. So bekam die Holde dann die schöne Strecke zu sehen, auf der ich mit der CBR den Koffer angeschliffen hatte. Und das gemäßigte Tempo reichte dennoch, um einen alten Boxer, wenn auch gehandicapt mit formatfüllenden Soziusballast, deutlich herzubrennen. In Breitenbach dann noch ein kleiner Abstecher zu dem Campingplatz, an dem wir schon diverse Parties bei Firmenausfahrten gemacht hatten.

Col de Steige, Col de Urbeis – eine malerische Gegend. Bei la Petite-Fosse dann ein Abstecher zum Hotel-Restaurant Spitzemberg, das uns der Wirt auch empfohlen hatte. Aber trotz Mittagszeit und regem Betrieb gabs für uns mangels Hunger und Zeit nur flüssige Erfrischungen.

St. Dié-des-Vosges hätte ich weiträumiger umfahren sollen. Damit ist über dieses verkehrsüberlsatete Kaff alles gesagt.
So ging es dann die D31 südwärts, um „hintenrum“ über die Vallee de Gradges aka D423 in Gérardmer einzufallen. Und gleich wieder rauszufallen. Ich hatte das Mittelmeer anders in Erinnerung. Es lag nicht nur am mittlerweile etwas trüberen Wetter, daß dieser Ort als „Wintersportkaff mit erschreckend viel Verkehr“ abgespeichert wird.
Die Auffahrt zum Col de la Schlucht war dann auch noch gesperrt – dafür gab es dann eine reizvolle Nebenstrecke. Oben dann Schneereste, üble Wintersportbauten und ein motorradfreundliches Restaurant. Das besuchten wir aber nur zum Wasserlassen, Müsliriegel reichen mir tagsüber und die Sozia hat sich nicht beklagt.
Die Routes des Cretes drohte damit, gesperrt zu sein. Allerdings war das bekannte weiße runde Schild mit dem roten Ring drumrum mit viel Text verziert, dem ich unterstellte, daß er Weiterfahrt auf eigenes Risiko nicht verbiete. Also einem Auto hinterher und mal kucken, was geht, die ersten 6km sollten eh frei sein.
In der Tat wurde hemmungslos, aber nicht zu zahlreich durchgefahren. Ein bißchen Rollsplit vom Winter noch, gelegentlich ein Frostaufbruch, dafür aber durchaus auch mal über 2m Schnee am Wegesrand, dazu die grandiose Aussicht. Dafür wäre ich wohl auch um eine geschlossene Schranke rumenduriert. Gekrönt wurde das ganze vom Grand Ballon. Coke für den Fahrer und ein geteilter Blaubeerkuchen (die Sozia erzählte schon seit Tagen andächtig von Blaubeerpfannkuchen) für horrendes Geld vom lokalen Touristennepper versüssten das Päuschen dort.
Die Route verliert sich irgendwo bei Cernay und wir sind dann über die Schnellstrasse nach Thann rein. Thann. Häuser. Viele Thannhäuser. (Sorry, der musste sein.) Aber wenig Hotels. Zumindest keine abseits der reichlich genutzten Hauptverkehrsstrasse, die von dieser aus wie sonst üblich per Hinweisschild zu finden gewesen wären. Bis Willer trug es uns wieder hinaus, dann haben wir uns in die Büsche geschlagen. Wenigstens gabs Sprit in dem Moloch.
Die Büsche jedoch, so hatte uns ja der Vorabend gelehrt, sind nicht unbedingt wohnlich. Keine Hotels und schon gar keine offenen, was wir ja in Thann vermeiden wollten. So landeten wir über Goldbach wieder auf der Route de Cretes. Die kannten wir ja schon und unseren Wunsch, nicht zu viel doppelt zu fahren, unterstützte auch die biestige Technik. Das angepeilte Ziel Guebwiller sollte über eine Strasse durch Rimbach erreicht werden. Nach 3km holprigstem Waldweg mit Schotter, Wurzeln und allem, was nervt wurde die Enduroeinlage beendet. Was der Rider als befahrbaren Weg ansah, war auf der Papierkarte nur ein schwarzer Strich, also die niedrigste Kategorie Weg, die man überhaupt noch einzeichnete.
Kurz vorm erneuten Erreichen des Grand Ballon lernten wir dann, daß „Auberge“ nicht unbedingt Übernachtungsmöglichkeit heißt. Und das, wo es aus der Küche so gut roch! Bis le Markstein mussten wir die Route zurückfahren, um dann in das Lauchtal einzuschwenken. Immerhin brachte uns jeder Kilometer, den wir bei der Suche fuhren, auch wieder näher an die Heimat, was der Rückfahrt am Folgetag noch zugute kommen sollte.

In Linthal an der D430 wurden wir dann fündig. Und wie! Wie sich später rausstellte besteht das Hotel aus 3 Zimmern mit 6 Betten und dem Restaurant; das Personal aus einem Ehepaar. Wie man es schafft, mitten im Wald nicht nur eine umfangreiche Speisekarte auf den Tisch zu legen, sondern auch ohne mit der Wimper zu zucken jedes beliebige Gericht daraus frisch auf den Tisch zu zaubern, wird mir ein Rätsel bleiben. Wir waren die einzigen Gäste soweit wir sehen konnten. Das Spanferkel vom Tagesmenü, das Annette genoß, hatte sie beim Einchecken in der Küche gesehen – wie es gerade vorbereitet wird. Die Küche war übrigens sehr korsisch geprägt, da der Koch ein großer Fan der Insel ist. Ich hatte eine Art Gulasch und den vom Chef empfohlenen Rotwein. So war dann zumindest kulinarisch der allererste Urlaubsplan doch wieder erfüllt, denn es sollte ja ursprünglich nach Korsika gehen. Sehr herzlich, das ganze, mit leckerem wenn auch französischem Frühstück. Da wäre die Salami- und Schinkenplatte, die ich abends als Vorspeise hatte, wieder willkommen gewesen.
(Achtung Werbung! Wen es interessiert: Auberge Lamoriniere, 17 rue du Markstein, F68610 Linthal, 03 89 74 04 00)
Die Fahrt begann dann prächtigst. Ohne Klagen von der Hinterbank ging es recht zügig die D40 hoch zum Col du Firstplan. Durch Munster (ja, das mit dem Käse!) durch wieder Richtung Col de la Schlucht, dann aber wieder durch die Prärie nordwärts am Lac Blanc vorbei über den Col du Calvaire zum Nordende der Route de Cretes und „quer“ über den Col du Bonhomme runter nach Ste. Marie-aux-Mines. Ein malerischer Ort. So malerisch wie ein abgehalfterter Bergwerksort sein kann. Aber zum Glück nicht so nah am Verkehrsinfarkt wie St. Die oder Thann in den Tagen davor.
Der Schlenker gen Rheintal endete in Lièpvre, wo Kurs auf den Col de Fouchy genommen wurde. Auf der Paßhöhe eine knappe Stunde Mittagspause in der Mittagssonne für die, die einen Sonnenbrand wollten. Ab Villé dann die vom Wirt in Andlau vorgeschlagene Strecke, die für die Gegend wirklich nett war.
In Barr dann die erste ernsthafte Begegnung des Tages mit dem neuen Franzosenhobby: Strassenbau. Überall buddeln die rum. Und in Barr auch noch mit nicht ganz eindeutiger Umleitung, die einem erst mal im Kreis rumschickt. Nach der Baustelle ging es dann aber ganz gut hoch zum Mont Ste. Odile, dem eigentlichen Tageshighlight. Und wider Erwarten einer Riesenbaustelle. Da war das Kloster schon etwas weniger besinnlich. Wen es interessiert: Odile war im Jahre 10xx eine blind geborene Adelstochter, die bei der Taufe das Augenlicht erlangte (Ein Wunder!) und somit von ihren Eltern als Dank an Gott ein Kloster auf dem nun nach ihr benannten Berg gebaut bekam, in das sie sodann gesteckt wurde. Heute ist es ein Wallfahrtsort (mit Quelle, klar), hauptsächlich für (wer hätte es gadacht?) Leute mit Augenleiden. Weniger Gläubige genießen einfach die großartige Aussicht auf die Rheinebene, wenn es nicht allzu diesig ist.
Bei Molsheim ließen wir den Wald entgültig hinter uns. Die Route du Vin sollte noch ein wenig versöhnlich sein, beglückte uns aber mit 4 Baustellen auf 16km. Ab Wasselone dann quer durch die Ebene Richtung Brumath. Keine tolle Idee per se, aber den Bogen durch den Norden hätten wir an dem Tag nicht geschafft. Annette war eh am Ende ihrer Belastbarkeit und die langweilige Gegend half da nicht. So zog es nach Bischwiller auf die Autobahn, da die Blase zu drücken begann und der Einkauf beim Aldi France in Sessenheim keine Priorität mehr hatte.
Zum ersten Mal auf der Tour musste ich dann auf Reserve schalten. Immer ein ungutes Gefühl in einem Land, in dem man nicht an jeder Tanke Sprit bekommt ohne französische Kreditkarte. Zumal auf der Autobahn der Verbrauch höher ist und somit die bisherige Reichweite trügerisch sein kann.
So verhieß ein Schild mit der Aufschrift „Airie“ (oder so ähnlich, ich kann die Sprache wie gesagt nicht) neuen Lebenssaft für den Eintopf. Jedenfalls versprach es das immer bei Strasbourg an einer Stelle, an der mir irgendwie immer der Sprit knapp wurde. Allerdings ist es nicht mit der bundesdeutschen Tank- und Rastanlage vergleichbar. Es kann auch nur eine Rastanlage sein wie im vorliegenden Fall. Aber auch gut. Das Häuschen war verlockend und auf dem Parkplatz stand ein kleiner Imbißwagen. Annette aß sogar Pommes während ich mit einem Rudel Merguez im Baguette einen ganz passablen Abschied von der französischen Küche nahm.
Rheinüberquerung dann über die kleine ehemalige Eisenbahnbrücke zwischen Beinheim und Wintersdorf. Die Umfahrung von Rastatt fiel wegen Spritmangel aus, wir mussten mitten durch. Und haben an der ersten greifbaren Tanke etwa 0,4l weniger Sprit gefasst, als in den Tank reingeht. Uff!
Die B36 nach Karlsruhe war dann reine Routine. Motorrad abrödeln, Kleinigkeit essen, Bad und Bett… irgendwie spürt man dann doch eine gewisse Anstrengung, auch wenn ich nochmal locker 250km abreissen könnte.

Schwarzer Peter

Ich hatte ja hier schon angedroht, von meinen Errungenschaften zu berrichten. Unter www.rhoener-bier.de wird zwar derzeit nur auf die Bionade verwiesen, aber die Privatbrauerei Peter braut auch wieder alkoholisch. Und mit Bio-Siegel. Somit ist das Bier bei 79ct/0,33l im Alnatura kein Schnäppchen ala Oettinger vom Walmart, aber durchaus lecker. Zumindest „Schwarzer Peter“, das Schwarzbier des Hauses. schwarzerpeterDas Pils werde ich noch testen.
Von den Biermixgetränken werde ich Abstand halten. Außer dem klassischen Radler bin ich da ja eh kein Fan von und meine Lieblingsbionade Ingwer-Orange wird auch nicht gemixt angeboten.

Jaja, der Peter und Bio-Bier, jetzt wirds seltsam… Zumal ich in letzter Zeit eher Wein trinke. Keine Kohlensäureeruptionen aus den Tiefen des Magens und der bevorzugte Rotwein braucht keine Kühlung.

Verschleppt

Oder: Zurück aus Franzockistan

Gestern sind wir zu gemässigter Zeit aufgebrochen, um eine kleine Wanderung im Elsass zu machen. Annette wollte sicherheitshalber Übernachtungsgepäck dabei haben. Mit sowas rennt sie natürlich offene Türen ein bei jemandem, der schon zig Kilometer eine NATO-Notfallration mit sich rumträgt für den Fall, daß man irgendwo mal festsitzt. Kann ja viel passieren bei so einer Wanderung.

Im Laufe der über 100km Anfahrt hatte ich zugegebenermassen Probleme mit der Verhältnismäßigkeit. Geplant war eine kleine Wanderung von laut Wanderführer 3 Stunden. Knapp 4 Stunden Fahrt dafür hin und retour sind schon heftig. Die Burg Geroldseck war schön und die Runde zum Aussichtsturm auf dem Brotschberg genau richtig für den Start in eine neue Wandersaison. Aber verlaufen haben wir uns gelegentlich für einige Meter. Der durchschnittliche Lurchilutscher markiert seine Wanderwege nicht so gewissenhaft wie der Südtiroler und zugegebenermassen haben wir auf detailliertere Wanderkarten verzichtet.

(An dieser Stelle sei gesagt, daß mich eine gewisse Hassliebe mit den Franzocken verbindet. Mit den Elsässern speziell. Teils aufgrund eigener Unzulänglichkeiten, könnte ich doch nach über dreißig Jahren in Grenznähe und zwei Jahren Sprachunterricht in der Schule so viel gelernt haben, um mich zumindest etwas weniger rudimentär zu verständigen. Teils aber auch wegen der Sturheit der Grande-Nationalisten, einfach um das Verrecken keine Weltsprache wie Englisch lernen zu wollen in dem Irrglauben, ihr eigenes Genuschel wäre eine. Was die Elsässer speziell macht ist ihre Gabe, Deutsch zu verstehen oder gar zu sprechen je nachdem, wie opportun es ist.)

Jedenfalls als wir so durch den linksrheinischen Forst stiefelten eröffnete Annette mir, daß es von ihr beschlossene Sache sei, vor Ort zu übernachten und noch einen Wandertag dranzuhängen. Nix mit Motorradtour am Folgetag, das kann warten. Genauso wie der ganze Kram daheim. Es lag weniger an meiner Abneigung gegen die Idee an sich als an der Taktik, daß ich nicht anders konnte als brummelig zu sein. Sponate Unterkunftssuche bei den Erbfreunden ist nicht so mein Ding. So einigten wir uns, die Richtung zu meiner pfälzischen Heimat einzuschlagen. Sollten wir nichts finden, wären wir gleich vor Ort für einen gemütlichen Familientag.

Anders kam es aber zum Glück. Im Ort für die geplante zweite Wandertour angekommen erwies sich die Logierempfehlung des Wanderführers als reichlich teuer und ausgebucht. Ein netter Familienbetrieb hatte nur noch ein kleines Kämmerchen mit einem dann doch zu kuscheligen, lies kleinen Bett. Dafür war gegenüber noch was frei. Zimmer war ok, wenn auch sehr seltsam „modernisiert“, sprich geflickschustert. Was solls.

Dinieren wollten wir dann doch wieder auf der anderen Strassenseite. Frische Zutaten aus biologischem Anbau, meist sogar eigenem und leckere Gerichte versprach die Karte. Und das ganze in einem Ambiente, das sehr familiär wirkte. War es auch in gewisser Weise: Die Kehrseite der Medallie ist nämlich, daß es im Hotelrestaurant zutatenmäßig nur für die Hotelgäste reichte. Sagte man uns zumindest.
So landeten wir dann im Restaurant unseres Hotels. Das war gut gefüllt und versorgungsfähig. Vielleicht war mein Zander ja tiefgefroren gewesen, jedenfalls war er lecker in seiner Sauerampfersosse. Zusammen mit dem großen Vorspeisensalat und dem Kougelhopf aus Eis machte er satt und zufrieden. Der Schoppen Grauburgunder sorgte für Bettschwere und so konnte der Tag wohlig enden.

Der Folgetag begann jedoch damit, daß sich eine alte Erkenntnis wieder ins Gedächtis rief: Der Franzmann an sich kann nicht wirklich frühstücken. Nicht, daß ich ein großer Frühstücker wäre, daheim fällt es meist aus. Aber in Hotels ist das was anderes. Kollegen können die einstündige Beanspruchung des reichhaltigen Buffets meinerseits im Holiday Inn in Fulda, in dem unsere Firma zu schulen pflegt, bestätigen. Komisch gewickelter Krümelteig (Croissant), kleine Stangenbrotscheibchen und die Abwesenheit von allem, was über Butter, Honig und Marmelade hinausgeht bilden aber kein Frühstück für Champions. Aber auch ganz nett in dem Ambiente. Dafür bekomme ich dann mal wieder Lust auf kannenweise Milchkaffee. Schauplatz des ganzen war übrigens Obersteinbach nahe der Grenze.

Wasigenstein, die Hauptattraktion der Wanderung, ist übrigens recht skurril. Prinzipiell sind es zwei Burgen, die komplett unterschiedlich aufgebaut sind und auch lange Zeit unterschiedliche Besitzer hatten. Jedoch getrennt sind sie nur durch eine Felsspalte, die geschätzte anderthalb Meter breit ist, dafür aber locker 10 bis 15 Meter tief.

Mittagessen im Hotel fiel flach, als wir dorthin zurückkamen, da ja das Auto noch auf dem Parkplatz stand. Hoffnungslos überlastet durch den Feiertagsansturm. Plan B war dann eine Pizzaria in Bad Bergzabern, die aber wohl seit meinem letzten Besuch die Existenz eingestellt hatte. So landeten wir dort in einem Lokal namens „Grum Beer“. Die Umgestaltung des pfälzischen Wortes für Kartoffel sollte den zweiten Schwerpunkt des Lokals, den Gerstensaft, wohl betonen. Das Personal spielte in Überzahl gegen die Gäste und so war schnell was zum Beißen auf dem Tisch. Herzhafte Bratkartoffeln mit Fleischkäse und Spiegelei für mich. Annette hatte wohl ihren Spargelheißhunger am Vorabend noch nicht ausreichend gestillt und schlug nochmal zu.

Der Tag endete beim sogenannten Handkeesfeschd in Lustadt. Dort wird alljährlich der lokalen Spezialität gehuldigt, einem Stinkekäse auf Brot. Pfälzer Küche sollte es da auch geben, aber die Vereine kalkulieren wohl lieber nicht auf Überschuss und somit war am dritten Festtag wenige Stunden vor Feierabend quasi alles ausverkauft. Hat gerade noch zu einer Currywurst für mich und Flammkuchen für die Holde gereicht. Dafür gab es reichlich zu sehen. Gottes wundersamer Tiergarten war zahlreich angetreten. Beim nächsten Besuch in der Pfalz muß ich dem mal einen eigenen Artikel widmen. Unglaublich, was für Gestalten da rumlaufen.

Und so endet in diesen Minuten eine schöne und vielfältige Kurzreise. Urlaub!

Die guten Vorsätze…

… sind hinfällig. Wäre ja auch unhöflich Annette gegenüber, wenn ich bloggen würde, statt sie zu betüddeln. Ansonsten habe ich ja immer etwas Freizeit, in der sie nicht daheim ist oder anderweitig beschäftigt, aber jetzt ist Urlaub. Drum [Kurz|Zusammen]fassungen.

Gesagt sei hiermit nur, daß die Brille beim günstigeren Optiker bestellt ist. „Mein“ Optiker war sehr verwundert, wie der Preis machbar wäre, musste aber eingestehen, daß seine eigene Kundentreue auch nicht groß genug wäre, um, so sei es mal umgerechnet, eine entsprechend lange Zeit mit Arbeit zu verbringen. Sonnenbrille wiederum ist abgeholt. Feine Sache das. Ich hatte noch nie eine in Sehstärke. Ansonsten nur rumkruschdeln daheim. Wir müssen irgendwie raus hier!

Urlaub, Tag 3

Sternzeit… ach ne, dieses allabendliche Einpennen vor Videoaufzeichnungen von Star Trek tut nicht gut. Eine knappe Folge schaffen wir, dann schnarchen wir im Chor.

Heute nicht ganz, ich bin etwas schlaflos und blogge mal wieder.

Massive Einkäufe für den Balkon. Neue Pflanzkübel, um die im Winter geplatzten zu ersetzen. Neue Kräuter. Scharfer Oregano klingt interessant, roter Basilikum soll ja was Feines sein und man mags kaum glauben, es gibt ein CocaCola-Kraut. Noch, denn ohne das eingekringelte R und den Hinweis auf den Markennamen wird ein gewisser Konzern sicher was dagegen haben. Immerhin riecht der Busch nach Berührung genauso wie die Limonade. Wie er sich vor allem geschmacklich im Salat macht, wie es empfohlen wird, werde ich mal testen. Weird. Dazu noch eine Seerose für den großen Kübel, in dem der Weihnachtsbaum nicht überlebte. Der ist inzwischen auf der Deponie wie die Kofferraumladung Verpackungsmaterial vom Schrank, wovon ich am Montag nicht berichtete.
Achja, einen neuen Balkontisch haben wir auch. Eukalyptusholz soll ja auch sehr restistent sein, warum also Teak? Und meinen Lederpflegetick kann ich ja dann auf den Tisch ausweiten, dann kann nichts mehr schiefgehen.

Annette und ich wurden heute vor Gottlieb Daimler getraut. Sozusagen. Wir haben unsere ADAC-Mitgliedschaften zusammengelegt.

(Notiz an mich: Mehr einzelne Artikel schreiben statt Tageszusammenfassungen)

Die Brille ist fast bestellt. Die Sonnenbrille sowieso, das habe ich heute festgemacht. Und dabei feststellen müssen, daß meine Sehstärke von 0,5/0,75 sich auf 1,25/1,25 verschlechtert hat in den letzten 5 Jahren. Dafür ist der Zylinder verschwunden.
Womit ich noch hadere? Ich habe beim Stöbern bei einem Optiker im Einkaufszentrum ein Gestell gefunden, welches mir bei „meinem“ Optiker nicht gezeigt wurde. Sie haben es erst seit wenigen Tagen und ich hatte ja Titanflex strikt abgelehnt, da ich die Bügel irgendwie in den Helm bekommen muss. Diese aber hat einen Titanflex-Rahmen und starre Kunststoffbügel.
„Mein“ Optiker kann die bestellen, würde aber 180€ dafür nehmen. Der im Einkaufscenter hat sie da, nimmt 108€ (kein Zahlendreher!) und bekommt die Gläser eh vom selben Lieferanten, wie ich beim Nachschlagen der Glaspreise erspähen konnte. Da werde ich wohl verhandeln müssen. Ich zahle gerne bei „meinem“ Optiker etwas mehr, aber 72€ Differenz sind mehr als etwas zuviel.

Urlaub, Tag 2

Gut, das wird hier echt ein Tagebuch.

Gemächlich und doch recht erfolgreich war auch der heutige Tag. Statt den gerissenen Bezug der Freischwingerstühle im Wohnzimmer erneuern zu lassen, haben wir in der METRO vier neue abgegriffen. Oder erstmal zwei, die beiden anderen wurden nachbestellt. Der neue Balkontisch rückt auch näher. Ich habe endlich ein paar Hosen, die auch dem Modebewusstsein meiner Holden entsprechen. Dafür wurde ich auch mit Sushi satt belohnt. Ansonsten intensivstes Shopping. Achja, die neue Brille ist auch zum Greifen nah. Und der Balkon wird wieder wohnlich.

Zwei meiner heutigen Beutestücke werde ich später noch genauer vorstellen.

Urlaub, Tag 1

So, das war also quasi der erste richtige Urlaubstag. Im Gegensatz zu unserer Wanderaktion letzten September in den Dolomiten, die hier völlig unterging, haben wir nichts festes geplant.

Den Samstag haben wir schonmal einfach genossen. Es war mein fünfter freier Samstag dieses Jahr und das in der sechzehnten Woche. Dementsprechend wenig gemeinsame Freizeit hatten Annette und ich dieses Jahr. Diese ganzen Aktionssamstage sind echt ein Killer, zumal sie sondersamt auf meine planmässig freien Samstage gefallen sind.

So verging der Samstag eben gemächlich mit Vorräte Aufstocken und unserer ersten gemeinsamen Motorradtour dieses Jahr. Ganze 150km durch den Schwarzwald. Abends frönten wir dann unserem neuen Hobby: Vor dem Fernseher einschlafen. So hartnäckig und konsequent haben wir das noch nie praktiziert.

Sonntag ging auch schnell rum, ein wenig Grillen am frühen Nachmittag mit den Nachbarn und einem weiteren befreundeten Paar, abends wieder Pennen vorm TV. Achso, den Schrank haben wir davor ja endlich größtenteils aufgebaut. Was eine Riesenaktion!

Heute also erst mal den Rest vom Schrank. Was so ging. Er besteht ja aus drei Korpuselementen zu 90, 120 und 90cm Breite. Eines der beiden 90cm-Teile kann nicht zuende gebaut werden, da der Deckel beschädigt ist. Damit ist auch die daran zu montierende Laufschiene der Schiebetüren hinfällig. Genauso wie eine der 90cm-Türen, da eines der 5 Teilsegmente auch vermackt ist. Bis BoConcept in 2-3 Wochen die Ersatzteile liefert, lassen wir den Schrank lieber unvollendet. Die vermackten Teile ein- und wieder auszubauen wäre zu aufwendig. Immerhin ist seit heute fast alles eingeräumt. Auf dem Balkon gings auch vorran. Alles in Allem doch noch ein recht produktiver Tag.

Stressig

Ich hab mir gerade mal meine alte und in letzter Zeit wenig bearbeitete ToDo-Liste gegriffen. Interessant. Ich erweitere sie mal um das aktuelle. Erschreckend. Achja, und sicher langweilig für die, die mich nicht kennen 😉

(cf: „Mental Note“)

  • Schrank aufbauen, reinigen und einräumen
  • Fußleiste montieren (dazu Dremel finden)
  • Konsole nochmal ordentlich anschrauben
  • Premiere kündigen
  • endlich mal das Adapterkabel für den TomTom Rider zu meiner Gegensprechanlage feldwaldundwiesentauglich löten
  • endlich mal den S0-Bus hier im Haus verlegen – seit Monaten steht hier auf dem Schreibtisch mein SX353 ohne Anschluß
  • Tigger wieder zum Leben erwecken. Oder es zumindest mal bei nichtwinterlichen Temperaturen versuchen
  • Tigger endlich die Heizgriffe, die Steckdose und die neue Frontinnenverkleidung spendieren
  • Bei allen Fahrzeugen mal die Bremsflüssigkeit tauschen
  • Der Alpendiva die Heizgriffe tauschen und bei der Gelegenheit endlich mal einen Blick auf den Kabelbaum werfen – noch immer kann ich mit gezogener Kupplung und eingelegtem Gang nicht starten
  • Sturzbügel und Motorschutz bei der BMW montieren
  • Mal nach den vorderen Bremsbelägen der BMW schauen
  • Altöl mal entsorgen
  • Das Stromkabel für den Garmin hat sich fast erledigt. Dafür die TomTom-Halterung mal ordentlich anbauen bzw. die fehlenden Teile mal bestellen
  • Die Wanderkarten vom Urlaub letzten September mal kalibrieren. Als Vorraussetzung für das interaktive Fotoalbum
  • mal wieder Blut spenden gehen
  • meine Lederklamotten pflegen
  • den Chilis etwas Zuwendung schenken
  • CDs ordentlich einsortieren
  • die Schreibtischablage…

Eigentlich ist das Vollbeschäftigung für den Urlaub. Aber der soll ja Urlaub sein.

La bestia piccola

Man entschuldige mein Italienisch.

Der Roller ist wieder da. Mit abholbereiten ordentlichen Papieren. Mein Vorbesitzer hatte die Kiste ja gleich als Mofa drosseln lassen, denn der Führerschein war weggetrunken und in dem Alter darf man sowas dennoch fahren. Der TÜV in der Werkstatt hat die Originalpapiere ungültig gestempelt und einen Wisch zur Erlangung neuer Papiere (Mofa) ausgestellt. Was nie geschah. Vorbesitzer bekam seine Pappe wieder, sein Sohnemann entdrosselte die Kiste und die Frau fuhr damit zur Arbeit. Und irgendwann kaufte ich das Teil. Seither hatte ich es vor mir hergeschoben, mir einfach wieder Papiere für 50km/h zu besorgen, zumal es den Versicherungen eh leidlich egal war. Immerhin habe ich jetzt auch so einen Wisch, diesmal für 50km/h und muß nur noch zur Zulassungsstelle. Bei Gelegenheit.

Viel wichtiger aber: Leistungsmäßig war das kleine Stadtluder ja arg unter den Serienstandard abgefallen. Das wurde gleich mit behoben, nachdem das eine oder andere störende Teil „abgefallen“ war. Höchstgeschwindigkeit dank Variomatikanschlag immer noch legal, aber meine Fresse, was zerrt das Vieh plötzlich am Gurt! Klar, kein Vergleich zu meinen Motorrädern, aber um nicht von Autos an der Ampel angeschoben zu werden reicht es. Bei vielen sogar, um beim Ampelstart kein Vollgas geben zu können, wenn sie vor einem sind.

Somit ist es wieder offiziell: Die kleine Kloschüssel darf brav ihre Verschleißteile hinhalten für den Stadtverkehr, die Motorräder werden für richtiges Fahren geschont. Und ich kann jetzt an der BMW bei.

Feedback

Fishing for Compliments? Nö.

Aber da ich immer wieder zu hören bekomme, daß was hier tatsächlich gelesen wurde (und nicht nur jeweils der eine Eintrag, auf den ich verwiesen hatte, um nicht alles nochmal schreiben zu müssen) fände ich Feedback mal interessant. Schließlich ist mittlerweile alles kommentierbar.

Also ihr Leser, ein kurzer Kommentar wäre doch mal was. Und wenn tatsächlich jemand drunter ist, den ich nicht persönlich kenne, dann fall ich rückwärts um. Ehrlich.