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Stadtbrief ist keine Post

Da hat man schon alle Hoffnung aufgegeben. Ein wichtiger Brief soll vor 11:30 eintreffen, dann ist das Wochenende gerettet. Nur daß gestern nichts ankam und die Post normalerweise hier vor 12:00 nicht auftaucht.

Da klingelt es nicht nur an der Tür, sondern man bekommt an der Sprechanlage ein lautes „POST!“ entgegengebrüllt. Adrenalin!

Rekordzeit vom zweiten Stock des Hinterhauses zum Briefkasten im Vorderhaus. Und auf der früh morgens eingeworfenen Tageszeitung liegt ein Brief!

Allerdings an Herr und Frau $Mitbewohner und zugestellt von Stadtbrief. Ich glaube, ich muß deren Zusteller bei Gelegenheit töten. Wenn ich nicht zu sehr damit beschäftigt bin, darüber nachzudenken, was es mit Frau $Mitbewohner auf sich hat. Hygienikerin, die eine echte Herausforderung sucht? Gemeinsamer Geist? Clerical Error? Ich bin gespannt…

Genial

Jetzt muß ich mir doch mal selbst auf die Schulter klopfen. Gerade habe ich festgestellt, wie genial ich doch am Sonntag war.

Zustand vorher: Waschtage waren immer etwas kritisch bzw. einengend. T-Shirts, Hemden und Pullis (sprich alle Oberteile) trockne ich aus Bequemlichkeit auf Kleiderbügeln. Spart bis auf wenige Ausnahmen auch das Bügeln der Kleider. Diese hänge ich dann an eine kleine Kante an der Unterseite meines Hochbettes zum Trocknen. Leider ein sehr effektiver Raumteiler und von einem Großteil des Zimmers ist so u.a. der Fernseher nicht mehr zu sehen, sprich nur noch als Nahseher zu gebrauchen.

Tooltime!

Am Sonntag stolperte ich beim Entrümpeln meiner kuscheligen Hamsterhöhle über ein Stück hölzernes Rundmaterial von etwas über einem Meter Länge. Woher das noch stammt, ist eine andere und sehr lange Geschichte. Auf die Kante unterm Hochbett aufgelegt (natürlich jetzt auf der Seite an der Wand, nicht in der Raummitte) schon fast eine brauchbare Kleiderstange. Bis auf das frei in der Luft hängende Ende, das eben das nicht mehr macht, sobald man es losläßt.

Irgendwo lagen aber noch diese seltsamen Gewebebänder, die dem IKEA-Regal Ivar beiliegen, auf daß man damit das Regal an der Wand befestige. Inklusive Schraube. Als Schlaufe an die Hochbettdecke (bzw. den Boden, je nach Sichtweise) geschraubt hinreichend stabil. So hängt die Wäsche in einer weniger frequentierten Ecke des Zimmers.

Wochenendlicher Waschtag und WG-dynamisches Tatortschauen sind sich nun nicht mehr im Weg. Und das quasi kostenlos. Ja, ich Held ich. Meinjanur. Auch mit kleinen Schritten verbesserte Lebensqualität ist ein Gewinn.

In diesem Zusammenhang: Es werden gerne Tips angenommen, wie man effektiv und übersichtlich in einem 50cm tiefen Ivar-Regal (wegen dem Fernseher, der braucht die Tiefe) DVDs deponiert. Einfach klassisch „ins Regal stellen“ verschenkt ungefähr 65% des Volumens. Und langsam werden das viele DVDs.

Noch ein Kollege

Diesmal nicht motorradfahrenderweise, sondern einzelhandelstechnisch: Der Shopblogger!

Richtig viel Lesestoff mit Wiedererkennungswert (für mich). Im Berufsleben detaillierter, als ich mich es traue. Aber er ist ja auch sein eigener Chef. Dafür ist für ihn wohl alles schon Privatleben, was sich außerhalb der Geschäftszeiten abspielt und sei es ein Messebesuch fürs Geschäft.

Zugegeben, nicht frisch entdeckt, sondern schon seit Wochen gelesen und für sehr gut befunden.

Besserwisser

Soviel vorweg: Wir haben uns schlußendlich stillschweigend auf ein Unentschieden geeinigt. Glaube ich.

Heute mal wieder den WalMart heimgesucht. Irgendwie war ich umtriebig und häuslich. Will heißen, ich habe die Küche geputzt und etliche Nutzungsmöglichkeiten für anzuschaffende Utensilien und fehlendes Verbrauchsmaterial gefunden. Und habe mich, was relativ ungewöhnlich ist, mit einer Einkaufsliste bewaffnet. Mir war es so richtig ernst!
Davon abgesehen würde ich gerne ein gewisses Einkaufslistenprogramm nutzen, das eine Freundin auf ihrem Palm hat. Doch leider gibt es das nicht für PocketPC. Aber ich schweife mal wieder ab.

Unter anderem auf der Liste stand ein Behältnis, mit dem ich an einem freien Tag wie heute absichtlich zuviel Gekochtes bis zur nächsten Mittagspause im Kühlschrank verwahren und zu eben diesem Anlaß in der Mikrowelle erwärmen kann. Anforderungen für ein Hightech-Produkt also und da muß man ja vergleichen.

Doch da drängte sich mir direkt eine Produktserie auf. Groß beworben wird da auf dem bunten Bäpper, daß eben dieses edle Geschirr unempfindlich sei gegenüber Tomatenflecken. Ein gewichtiges Argument, ist es doch meist Chili oder irgendeine tomatige Soße mit Pasta drin, die ich zu solchen Anlässen konsumiere.

Das Teil ist gekauft! Naja, fast. Ein Sternchen hinter der vollmundigen Werbeaussage macht mich stutzig. Sternchen verweisen gerne auf Kleingedrucktes, das einem die Freude trübt. So in der Art „Kühltruhengeeignet*“ -> „* solange diese ausgeschaltet ist und keine Temperaturen unter 0°C vorliegen“

In diesem Falle war es jedoch nur der Hinweis, daß man dafür sich auch brav an die Pflegeanweisungen halten soll. Neben den Piktogrammen, die die Eignung für Mikrowelle, Spülmaschine und Minustemperaturen anzeigen, wird einem dies alles in mehreren Sprachen mitgeteilt, davon auch einige, die ich lesen kann. WalMart ist eben ein Global Player.

Naja. Dem innenliegenden Faltblatt, das dann doch nur noch auf Holländisch und Französisch verfaßt ist, konnte ich immerhin entnehmen, daß es sich um die Pflegeanweisung handelt. Und kurz war sie nicht. Mehrere Dosen aufgemacht mit ernüchterndem Ergebnis. Keine Faltblätter mit Sprachen, die ich verstehe.

Zeit für den WalMartmitarbeiter, der die ganze Zeit neben mir mit einem Scanner am Rumfiepen war (Inventur?), von mir wahrgenommen zu werden. Da konnte ich doch nicht an mich halten und habe ihn darauf aufmerksam gemacht, daß ich dem Aufkleber zwar entnehmen kann, wie wichtig die richtige Pflege ist, aber die Pflegeanleitung nicht lesen kann.

Sein großer Moment! WalMart sei ja ein internationales Unternehmen, das ursprünglich aus den USA stamme. Da kann es schonmal vorkommen, daß da etwas nur auf Englisch draufstünde. [Fein, das wäre dann auch eine Sprache, die ich mindestens so gut wie (ein schlecht von einem Koreaner aus dem Englischen übersetztes) Deutsch verstehe. Aber fällt ja aus wegen ist nicht.] Weitgreifend gestikulierend öffnete er eine Dose, faltet das Faltblatt auseinander, blättert wild und wilder und just als er es aussprechen will, bestätige ich ihm, daß auch in den anderen Dosen keine andere Sprache zu finden ist.

Mal sehen, ob er es „nach oben“ weitergibt und der Global Player sich erbarmt, verständliche Produktinformationen beizulegen. Natürlich habe ich vergessen, wie die Teile heißen. Il Rotho irgendwas, glaube ich. Vielleicht hätte ich ja mit den Informationen jemanden aus dem Bekanntenkreis drauf ansetzen können.

Aber war ein schöner Anblick, als der überlegene Gesichtsausdruck in sich zusammenfiel.

Mal wieder die nette Nachbarschaft

Es ist ja ein alter Hut, daß die Bewohner dieses Hauses gerne auf tolles nachbarschaftliches Verhältnis machen. Speziell die Alteingesessenen. Oder sollte ich sagen die Alten und die vermeintlich eingesessen Habenden? Egal, alles nur vordergründig, hintenrum hetzt jeder von denen gegen jeden.

Bezeichnend auch, daß ausreichend vielen Nachbarn das Meiste am Allerwertesten vorbeigeht. So ist zum Beispiel die Kellertür seltenst abgeschlossen und das Hoftor gerne mal in der offenen Position verriegelt, auf daß es nicht zufällt.

Nun gab es wohl die Quittung dafür.

Lt. Aushang der Polizei seit heute an der Außenseite des Hoftores wurde irgendwann zwischen dem 21.02. und dem 26.02. in Räume unseres Kellers eingebrochen, weswegen die Polizei Hinweise sucht. Schön.

Auf der Innenseite des Hoftores ein weiterer Aushang. Der Unterzeichner ist mir nicht mal dem Namen nach bekannt, geht aber dafür umso deutlicher auf das offene Wesen (was Türen anbelangt) der Hausbewohner ein. Datiert ist dieses Schreiben auf den 27.02. und hing gestern abend aber noch nicht aus.

Schön. Wie damals, als die Gülle vom kaputten Abwasserkanal im Keller stand, hält es niemand für nötig, uns zu informieren. Zugegeben, eine Überprüfung unseres Kellerraumes ergab keine offensichtlichen Einbruchsspuren und keine fehlenden Gegenstände. Wo das wohl garnicht mal so billige Fahrrad des Mitbewohner stehenblieb, hat auch keiner gebrauchte Motorradteile in schäbigen Kartons mitgenommen. Aber dennoch, die Tür ist manipuliert worden. Ich werde mal ein Foto machen und hier mit reinhängen. Jedenfalls sind die Nägel, mit denen die Beschläge am Türrahmen befestigt sind, derart manipuliert, daß es zwar nicht auffällt, man aber den Beschlag leicht abnehmen kann und so in Sekundenschnelle ohne Schlüssel die Tür öffnet.

Mal sehen, was der Baumarkt so hergibt, aber mein freier Tag ist auch so schon wieder ausgebucht.

Wenigstens hat sich jemand erbarmt und ist nach nur anderthalb Tagen der Schneeräumpflicht eines anderen Nachbarn nachgekommen. Ich konnte nicht, weil ich arbeiten war und wollte nicht, weil ich schon mehr geschippt habe als die ansonsten recht leere Liste an Spalten für diese Wohnung parat hält.

Motorrad-Gruß

Nichts besonderes. Motorradfahrer grüßen sich nunmal oft, wenn sie sich begegnen. Ein kleines Handzeichen meist, nichts überschwengliches. Manchmal auch mit „internationalen Grußzeichen“.

Aber wie kommt es zustande, daß an einer Ampel zwei im Winkel von 90° zueinander stehende Motorradfahrer wohl quasi zeitgleich gleiches denkend sich einen hochgestreckten Daumen zeigen?

Am Motorrad nicht, könnte man denken. Schließlich fahre ich sowas wie einen Golf GTI unter den Motorrädern und keinen exotischen Oldtimer.

Aber ich habe heute das vierte dieser Motorräder mit diesem speziellen Farbschema gesehen. Zwei davon gehör(t)en mir.

Schwergewichts-Racing

Nicht nett, das Wetter, das mich am Bahnhof begrüßt, als ich aus Fulda zurückkomme. Denn statt wie dort am Boden liegend bereits kräftig wieder zu tauen fällt er als übler Nieselschnee gerade frisch runter. Doch die Wartezeit scheint sich in Grenzen zu halten. Der KVV hat keine technischen Wunder gescheut und läßt die Abfahrtszeit der Bahnen elektronisch an ausgewählten Haltestellen anzeigen. Kein schnöder Fahrplan, der mit einer Uhr gekoppelt ist, sondern tatsächlich mit Sendern und Sensoren, die dem System mitteilen, wo die Bahn wirklich aktuell gerade steckt.

Genial.

Und spannend.

Linie 6: 4min
Linie 2: 4min

Ok, daß zwei Bahnen innerhalb einer Minute am selben Bahnsteig abfahren können, soll vorkommen. Aber am Hauptbahnhof mit quasi komplettem Fahrgastaustausch? Das wird spannend!

Linie 6: 2min
Linie 2: 3min

Ok, jetzt ist zumindest klar, wer vorne liegt.

Linie 6: 2min
Linie 2: 1min

Was war passiert? Keine Ahnung. Ich war abgelenkt. Eine nette junge Dame mit deutlichem osteuropäischem Akzent war auf der Suche nach dem richtigen Bahnsteig der Linie 4. Straßenbahn 4, nicht Stadtbahn S4. Sie bekam natürlich die posertypische Teilantwort. „Da drüben, da wo die schwarze 4 auf gelbem Grund ist.“ Nein, der nicht ausgesprochene Teil lautete nicht „Du doof, lern lesen!“ sondern eher „… und nicht die weiße 4 auf rotem Grund, das ist die Stadtbahn.“ Naja, so wird das nix mit dem Nettsein.

Linie 6: sofort
Linie 2: 1min

Mal abgesehen davon, daß ich bei einer solchen Aussage und einer Passagieraustauschzeit von locker einer Minute gerne mal die Bahn, die sofort abfahren soll, zumindest gerne sehen würde, mach ich mir langsam Gedanken. Weit außerhalb der Sichtweite treffen die Bahnen sich aus verschiedenen Richtungen an einer Kreuzung. Das löscht die Bilder von riesigen Lastzügen, die sich auf einer zweispurigen Straße ein mühsames Rennen liefern. Denn es gibt auch nur ein Gleis in diese Richtung.

Spielt nun die Ampelschaltung dem Bahnfrühwarnsystem einen Streich? Immerhin sind seit der Aussage „in 4min“ schon 6 Minuten vergangen. Kann ich aber bei der Karlsruher Maxime, daß sich jeglicher Verkehr der Bahn unterzuordnen hat, inklusive der Fußgänger, die eben jene Bahn erreichen wollen, um Fahrgäste zu werden, nicht wirklich glauben. Genausowenig kann es sein, daß der Hauptbahnhof die andere Sorte ausgewählter Haltepunkte darstellt: Die, an denen doch einfach nur das Kursbuch zeitgesteuert heruntergebetet wird. Das würde die Sprünge und Differenzen nicht erklären.

Ich lasse mich überraschen. Von der Linie 2, die um die Ecke kommt.

Linie 6: sofort
Linie 2: 2min

Vielleicht ist ja nur der Transponder falsch eingestellt. Ich fahr jedenfalls heim.

Eine Lebenszeit geht zuende

„Die Mailadresse für ihr ganzes Leben“ oder so ähnlich, so hat damals die Post geworben. Eine kostenlose eMail-Adresse konnte man sich holen. Jetzt schnell, solange Einprägsames wie vorname.nachname@epost.de noch frei ist. War ja schließlich damals echt die Hölle mit den ständig wechselnden Adressen, die sich keiner merken konnte. Angeblich.
Und eine schöne neue Welt sollte es werden. Etwas, was man später neudeutsch „Integrated Messaging“ nennen sollte, nur noch extremer. Schließlich weiß Yahoo! zum Beispiel ja garnicht erst, daß in der zuständigen Paketstelle eine Sendung eingetroffen ist, die nun am nächstbesten Arbeitstag ausgeliefert werden soll. Ich freute mich schon auf Mails wie „Soeben wurde ein Paket für Sie dem Zusteller übergeben. Er wird dies heute zu der gewohnten Uhrzeit [also irgendwann zwischen 10:00 und 17:00, danke, sehr hilfreich, Anm. d. Red.] zustellen“. Vielleicht noch gleich mit einem tollen Automailerservice? „Hallo Chef, ich komm heut nicht zur Arbeit, ich bekomme irgendwann ein Paket.“ Naja, jetzt nicht übertreiben.

Doch dann begann der Verfall.
Weiter kostenlos epost nutzen? Gerne, kein Problem.
Aber pop/smtp kostet. Ok, mit dem Webinterface kann ich leben.
Spamfilter kostet aber! Gut, Spam bekam ich eh nie an diese wohlbehütete Adresse. Der kam erst, als ich kein Schutzgeld äh nicht für einen Spamfilter bezahlte.
Automatische Mailweiterleitung? Für Geld kein Problem.
Von langen Haltezeiten und begrenzter Mailanzahl reden wir nicht, das braucht ja kein Problem sein. Schade nur, daß von den vielen ursprünglich in Aussicht gestellten Features kein einziges je implementiert wurde. Auch nicht für Geld und schon garnicht für gute Worte.

Und was grinst mich der Tage an, als ich zugegeben nach etwas längerer Zeit mal wieder reinschaue? epost macht zu. Aber man könne kostenlos zu Lycos abwandern. Schön, denke ich mir, ob jetzt die Post meine Adresse hostet oder Lycos… doch was hat es mit diesem Vermerk auf sich? „Kostenlose Mailweiterleitung bis zum 28.02.“?

Ja genau. Man bekommt eine neue Adresse bei Lycos. Aus die Maus mit vorname.nachname@epost.de

Ende des Monats werde ich wohl besonders vorsichtig sein. Nicht daß die Post noch wenigstens eines ihrer Versprechen einlösen will. „Ein ganzes Leben lang eine Mailadresse“ – wo ich doch schon seit Monaten kostenlos und ohne meine Adressdetails preiszugeben 1GB Speicherplatz bei GMail habe.

Nachtrag: Inzwischen hat sich der Name eh geändert und ich habe meine eigene Domain. Passt schon. Irgendwie.

WG-Freuden

Falls ich es noch nicht habe durchblicken lassen: Ich wohne in einer Dreier-WG. Das ist an und für sich ne feine Sache. Man hat Unterhaltung, kann was gemeinsam unternehmen und ist selten alleine. So viel zu einem der beiden Mitbewohner.

Der andere sorgt auch dafür, daß mir nie langweilig wird. Sei es durch Hinterherputzen oder ordentliches Aufregen, weil ich eben auf ersteres keine Lust mehr habe. Er kann den Vorteil einer Dreier-WG nicht nutzen, es ist recht eindeutig, wer jeweils der Verursacher eines jeden Ungemachs ist. Dafür habe ich einen kleinen Vorteil. Ich kann mich hier auskotzen, ohne daß er mich dafür belangen kann. Es sei denn, er zieht sich den Schuh an. Sieht man gerade mein feistes Grinsen?

Wieso ich gerade drauf komme? Nunja, weil sich gerade ein passendes Beispiel ereignet hat. Und um am Vorabend des neuen Jahres quasi als Guten Vorsatz hier zu geloben, daß ich ihm nach Jahren endlich mal auf die Fresse hauen werde, wenn er sich nicht bessert. So wahr mir der Staatsanwalt aus diesen Zeilen hier einen Strick drehen wird.

Silvester ist heuer wieder von extremer Lustlosigkeit geprägt. Wenn ich mir vom Datum vorschreiben lasse, wann ich zu feiern habe, dann kann ich ja gleich mich der organisierten Fröhlichkeit, auch Rheinischer Karneval genannt, hingeben. No fucking way. Auf ein letztjähriges Dinner for One (inklusive Verfolgung jeder Ausstrahlung eben dieses Fernehstückes in den Dritten Programmen) mit selbst zubereiteten Leckereien hatte ich keine Lust. Und irgendwie alles verpeilt. So blieb es bei improvisierter Bruscietta zu frisch aufgebackenem Vinschgauer Anis-Kümmel-Brot, Antipasti (die zufällig noch im Kühlschrank lagen) und, weil es ja gemischt sein darf, schwäbischem Rotwein. Bodenständig, aber lecker und ohne großen Aufwand. Daß ich dazu mit Anzugshose und Hemd im leidlich aufgeräumten Zimmer sitze während vom mp3-Rechner Reggae läuft, versteht wahrscheinlich nicht mal, wer mich persönlich kennt. Ist so. Wird nachher gekrönt von kubanischem Tabak, der in der Dominikanischen Republik aufgezogen wurde.

Achso, ich drifte ab? Nicht wirklich, schließlich bedingt auch minimaler Kochaufwand, daß man die Küche betritt. Welche ein Mitbewohner quasi auf der Durchreise heimgesucht hat. Nicht daß sie zuvor blitzeblank gewesen wäre, aber das Zubereiten und Vertilgen eines Salates reicht bei ihm aus, um Salatbrocken auf den Fliesen breitzutreten, einen Topf (hartgekochte Eier!) unzureichend abzuspülen, den Herd erst einzusauen und dann durch vermeintliches Putzen den Schmutz gleichmäßig zu verteilen und um Milch(?)-Pfützen im Spülbecken zu hinterlassen. Ich denke, die Salatfitzelchen auf der Arbeitsplatte sind auch nicht von mir.

Da macht die Küchenbenutzung doch gleich Spaß. So bilden sich Vorsätze zum Jahreswechsel.

Auf zur zweiten Hälfte der Rotweinflasche! Und wenn ich doch mal längere Zeit nichts schreibe, sitze ich wohl ein. Naja.

Wünsche zum Jahresende

Nein, nicht von mir, ich spar mir das.

Aber wenn der Chinese mit kulturtypischem Sprachproblem einem zum Mittagessen noch einen Guten Rutsch wünscht, klingt das ilgendwie schwul.