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La Clusaz Nachtrag

Annette hatte ja direkt nach dem Einchecken sich an der Rezeption beklagt gehabt. Relativ erfolglos. Und in Anbetracht der Gästefülle1 befürchteten wir für die Betriebsbereitschaft des Restaurants Schlimmes. Darum hier der Nachtrag, weil es doch anders kam.

Preislich war am Zimmer auch nichts zu machen, weil alles längst über ein bekanntes Buchungsportal abgewickelt war. Man hatte jedoch angeboten, uns im Restaurant entgegen zu kommen. Es wäre auch die ganze Karte aktiv. Außer uns waren noch zwei Zweiertische und ein Vierertisch eingedeckt, also immerhin. Für Annette gab es eine Art Ratatouille mit Ziegenkäse und Parmesan überbacken und einem Salat daneben, was sehr lecker war2, ich hatte gefüllte Pastasäckchen mit tomatiger Soße und Kochschinken darin. Bei denen würde ich nicht die Hand dafür ins Feuer halten, daß ein gewisser Herr Rana da die Finger nicht im Spiel hatte, aber sie waren gut. Leider selbst in dieser abgelegenen Lage auf dem für La Clusaz typischen hohen Preisniveau. Immerhin war dann Annettes Kräutertee, mein Gläschen Wein und ein nachdrücklich angebotener Verdauungsschnaps aufs Haus. Die nette und bemühte Kellnerin/Rezeptionistin hatte das ja angekündigt. Wobei ein Espresso wohl kein Getränk, sondern eher Nachtisch ist. 😉

So schaffte die Dame es tatsächlich, unseren ersten Frust abzupuffern und uns ganz zufrieden aufs Zimmer zu lassen. Aber grundsätzlich werden wir künftig eher in anderen Orten entlang der Route nach Unterkünften schauen. La Clusaz ist schlicht auffallend teurer. Wobei noch nicht raus ist, ob das auch für die anderen Orte gilt.

  1. kaum vorhanden []
  2. aber auch sehr einfach vorzubereiten beziehungsweise Vorrätig zu halten []

La Clusaz – nochmal

Das mit La Clusaz war eigentlich eine lange Geschichte. Eigentlich hatten wir stumpf in der selben Unterkunft wie für den Hinweg gebucht. Stornierung bis nach dem Aufenthalt auf der Anreise möglich und das haben wir auch prompt gemacht. Eigentlich war alles ganz ok, aber doch viel Trubel. Nachts war es immerhin ruhig, aber naja. Zu dem Zeitpunkt wollten wir auch noch für die Rückreise umplanen. Durch die Schweiz über den Großen St. Bernhard und Martigny und nördlich davon wider rüber nach Frankreich. Kurz: La Clusaz wäre dann ein unnötiger Umweg gewesen. Wurde aber verworfen und wir buchten direktemang woanders in La Clusaz. Weil viel schönere Bilder, wenn auch etwas teurer, nach Karte ruhiger gelegen und überhaupt. Dazu später mehr, erst mal der Tag da hin.

Der Abschied von Arvier fiel schon recht schwer. Nette Gastgeberin, wunderschönes Zimmer und noch reichlich Wandergelegenheiten. Aber es muß mal endlich heimwärts gehen. Und das Wetter wirkte bedrohlich, üble Niederschläge waren entlang der Strecke immer dann möglich, wenn wir gerade vor Ort sind. Ich hatte schon das Bild im Kopf, daß uns unsere private kleine schwarze Wolke verfolgt, während sonst überall die Sonne schein. Es kam aber genau anders herum, Glück braucht der Mensch.

Es sollte ja über den kleinen Bernhard gehen. Statt dem schnelleren Weg durchs große Tal und die Skiorte prügelte ich die vollbeladene Else wieder über den San Carlo, der wochentags mit merklich weniger Verkehr richtig spaßig war. Auch hat es bei mir bei der Blickführung endlich mal wieder geschnackelt, Kehren gehen deutlich besser. Dazu noch etwas italienisches Temperament beim Überholen der Schleicher – die durchaus auch absichtlich Schleichen, damit man endlich mal überholt – und schon war der Paß die helle Freude. Am Parkplatz für die Arpy-Wanderung haben wir kurz angehalten. War wieder gut voll da. Annette riss sich förmlich die wasser- und winddichte Innenjacke raus während ich nochmals feststellte, wie übel die Toiletten dort sind.

Am kleinen St. Bernhard hat es dann doch minimal kurz geregnet, wir kamen nicht mal zum Anhalten. Die Straße war fast durchgehend naß, unsere schwarze Wolke war wohl zu früh gestartet. Außer zwei deutschen Motorradfahrern, die beim Überholen motivierter waren als danach in den Kurven, gab es nichts zu vermelden.

Bourg-St-Maurice, das klassische Etappenziel am Fuße des Passes. Genauer wieder “unser” Super-U. Boxenstop, tanken und weiter. Neue Erkenntnis hier: Die haben tatsächlich ein Parkhaus, von dessen erster Etage eine Brücke zum Markt führt. Direkt zu den Toiletten. Merken für Regentage oder wenn die Sonne zu sehr brennt.

Die Fahrt zum Stausee von Roselend war wieder sehr schön und wir sind es entspannt angegangen. Doch merkte man bald, daß die Schulferien definitv in vollem Gange sind. Reichlich Betrieb. Und natürlich zur Mittagszeit alle Picknickplätzchen belegt. Betraf uns aber nicht, wir hatten reichlich gefrühstückt. Unseren alten Parkplatz von der letzten Reise fanden wir wieder, er ist doch jenseits der Staumauer. Die kleine Straße danach wäre nicht unbedingt nötig gewesen. Ich hatte sie genommen, weil wir sonst immer die große genommen hatten, ich nicht umdrehen, dafür aber was Neues probieren wollte. Zeit hatten wir ja reichlich. Nett, aber klein und wurstelig war dann die Strecke über Arêches nach Beaufort, das heißt eher der erste Teil bis Arêches. Haken dran.

Villard-sur-Doron klingelte noch in meinem Hinterkopf. So laut, daß ich Madame Garmin überhörte, die mich abzubiegen anwies. Großer Tip: Nicht einfach nach der Neuberechnung in die folgende kleine Gasse einbiegen. Die “Durchgangsstraße” ist schon klein, aber diese Gasse mündet mit gefühlten 30% Steigung ohne Spiegel und ohne Sicht. Das restliche Sträßchen hoch zum Mont Bisanne war zwar bewältigbar und ohne den ungeplanten Schlenker am Stausee auch eine willkommene Abwechslung, aber so zu es sich etwas zäh. Auf dem Weg runter war klar, daß das die Hauptzufahrt zu dem Skigebiet ist.

Doch zuerst der Abstecher zum Gipfel. Dort steht nicht nur die Bergstation eines Sessellifts, sondern auch ein Restaurant/Café mit zu erwartender großer Aussicht. Doch auf dem Weg lauerte erst mal ein Straßenbautrupp, der ohne Beschilderung hemdsärmelig die Straße ausbesserte und dabei mit allerhand schwerem Gerät an mehreren Stellen den Weg blockierte. Doch man fuhr in angemessener Zeit beiseite. Was wollen auch die blöden Touristen zu Unzeit da hoch, Mittag ist doch rum? Und wir hatten schon gezweifelt, ob wirklich offen ist. Oben standen aber schon ein paar Autos und der Sessellift setzte sich auch gerade in Bewegung und schaufelte einen Mountainbikefahrer nebst Sportgerät nach dem anderen nach oben.

Das Aussichtscafé war erwartungsgemäß teuer und die Aussicht leider etwas trüb, aber dennoch grandios. Und sagte ich schon, daß es immer noch nicht geregnet hat? Nach Kaffee, Crêpes und Blaubeerkuchen1 ging es wieder talwärts und dann mal über den Aravis gen Ziel. Die Berge hier sind wunderschön. Wohl kommen sie uns auch so vor, weil sie stellenweise an Südtirol erinnern. Ein gutes Stück vor La Clusaz, mitten im Skigebiet, kamen wir dann bei unserer heutigen Unterkunft an.

Die Enttäuschung war groß genug, daß Annette ein paar deutliche Worte mit der Rezeptionistin wechselte. Ähnlichkeit mit den Bildern hat das Zimmer nicht und sie wüsste auch kein Zimmer, das so aussieht. Aha. Immerhin geräumig und sauber, aber auch an einigen Stellen ziemlich verbastelt. Und da wir früh dran waren, kamen wir uns in dieser Abgelegenheit wie die einzigen Gäste vor. An der Rezeption jammerte man auch ein wenig darüber, wie man bei der geringen Gästezahl über die Runden kommen soll. Aha. Gut, die Lage mag im Sommer schlechter sein als im Rest des Ortes, da das Skigebiet im Sommer nichts bringt und der Rest des Ortes, die MTB-Strecken und die Sommerrodelbahn zu weit weg sind. Vielleicht gehen alle Zimmer der Kategorie, die wir gebucht haben, zu Paßstraße hin raus und vielleicht wird der Laden noch so proppenvoll, daß man die bis dato einzigen Gäste außer uns genau über uns unterbringen muß, so daß wir was von deren Gepolter haben. Aber vielleicht hat man unseren klassischen Wusch nach einem ruhigen Zimmer – im Buchungsportal muß man dafür nur noch einen passenden Haken setzen, schlicht genau anders herum verstanden. Das würde auch die laute Musikbeschallung der leeren Terrasse erklären.

Wir schauen jetzt erst mal, ob das Restaurant was rausreißen kann. Wobei ich beim Tagesmenü Spaghetti Bolognese und hinterher Tiramisu – man nehme die fehlende Vorspeise zur Kenntnis – schon etwas skeptisch bin.

  1. lecker mit Marzipan oder zumindest Persipan im unkrümeligen Boden []

Lago di San Grato

Vorneweg: Nach all den Tagen, auch zuletzt hier in der Bruthitze, konnten wir mal die mitgeschleiften Regensachen verwenden.

Die Wanderung zum See war ein Tip unserer herzigen Gastgeberin im sehr empfehlenswerten Maison de la Montagne in Arvier. So gab es erst eine gute dreiviertel Stunde feines Serpentinenschlenkern und Kurvenwedeln das Val Grisenche hoch bis zur Abzweigung einer gesperrten1 Almstraße. Dort sollte ein Parkplatz sein, der war jedoch nicht markiert, dafür schon teilweise genutzt. Also die Kanten am Wegesrand abgestellt und bei abklingendem Regen – ja, es war die letzten Kilometer feucht – das Bike-to-Hike-Ritual noch einmal durchgeführt: Haix-Stiefel öffnen, jeweils einen Schuh ausziehen und das Bein der Motorradhose abstreifen, wieder in den Stiefel schlüpfen und auf der anderen Seite wiederholen. Ergebnis: Der Peter steht in der unter der Motorradhose getragenen Wanderhose da. Inzwischen bin ich mit der Schnellschnürung der Stiefel auch wirklich schnell.

Sicherheitshalber gingen aber Regenhose und Regenjacke mit auf die Wanderung. Die war größtenteils, speziell am Anfang, anspruchslos. Fahrweg. Später gab es ein paar Schlüsselstellen im Schnee und Geröll und fiese Anstiege, aber nix Schlimmes. Dafür um so schöner: Murmeltiere. Wir waren alleine unterwegs oder, wie wir später am Gegenverkehr feststellten, so ziemlich die ersten des Tages. Weshalb die moppligen Nager noch recht unbekümmert nahe am Weg rummümmelten. Doch es gab dann auch diverse Warnungen und da wurden die Sichtungen seltener. Aber schön wars.

Kurz vorm See gab es dann noch eine kleine Kapelle2, die wie eine kleine Schutzhütte aussah. Lediglich ein Bildstock erinnerte an einen weißhaarigen3 Bergfreund, der zu Lebzeiten dort wohl oft saß. Irgendwie passend zu einem anderen Weißhaarigen, dessen letzten Weg wir heute nicht begleiten konnten und der den ganzen Tag in Gedanken mit uns war.

Im See selbst schwamm nicht wie vorgeschwärmt noch ein Schneeberg, so wie am Lago die Pietra Rossa, aber schön war es dennoch. Der zwischenzeitliche Schauer, der uns tatsächlich mal in die Regensachen gescheucht hatte, war vergessen. Doch just dann füllte es sich zusehends. Gipfelrast gibt es ja dank üppigem Frühstück nicht, es zog wie Hechtsuppe und die Bilder waren gemacht: Also ab runter.

Bei immer wieder kurz ansetzenden leichten Schauern gab ich den dick vermummten Italienern4 den Norweger in meinen kurzen Hosen und dem T-Shirt. War doch aber auch ok, lediglich das Schlauchtuch musste wegen dem Wind über die Ohren.

Auf dem Rückweg – im Tal waren es schon wieder über 30°C bei Sonnenschein – gab es noch einen Schlenker Richtung Aosta zwecks Einkauf. Denn unsere liebgewonnene Osteria hat heute geschlossen, das Schickimicki-Restaurant wollte ich nicht mehr besuchen und zum Essen fahren wollten wir auch nicht. Lecker Brotzeit am Abend war aber auch bestens. Und irgendwie ist schon wieder das meiste gepackt. Modulares Packen hat was für sich.

Morgen müssen wir dann wohl wasserfest unterwegs sein. Am Kleinen St. Bernhard kann es schon regnen und bei unserer Ankunft in La Clusaz wird es höchstwahrscheinlich pissen. Schade, aber dann entspannen wir ein wenig im großen Zimmer und ich kann vielleicht hier schon wieder was nachliefern.

  1. für alle außer dem Almöhi []
  2. laut OSM []
  3. Don Bianco… []
  4. und laut Autokennzeichen Briten und Dänen []

Lago di Petra Rossa

18.07.2020 22:00 Uhr

Das lief mal unter Lago d’Arpy und wir hatten bei unserem letzten Besuch schon diesen Spaziergang unternommen. Heute wollten wir einen draufsatteln. Merke: Karten genauer ansehen. Dieser zweite See scheint nur noch mal 50% auf die Wegstrecke draufzusatteln, aber irgendwie war nicht bewusst, daß dort der größte Teil der vielen Höhenmeter sich befindet.

Die Anfahrt war recht unproblematisch, auch wenn sich Richtung Colle San Carlo, dem Startpunkt, die Autos in den Kehren stauten. Wodurch uns so richtig bewusst wurde, daß wir an einem Samstag eines der beliebteren Ausflugsziele der Gegend ansteuerten. Nachdem wir einige forschere Motorradfahrer durchgewunken hatten, machten wir uns selbst ans Überholen. War ja nicht auszuhalten! Ehrenrunde auf dem Parkplatz, der sich prompt verstopfte, kaum daß wir ein Plätzchen gefunden hatten. Dann waren wirklich alle da. Auf der Rückfahrt sahen wir dann, daß noch eine große Strecke weit einfach am Straßenrand geparkt wurde, was das schmale Sträßchen direkt mal fast die Hälfte der Breite kostete. Da hätte man bei Verkehr nicht mit dem Auto durch wollen.

Bis zum Lago d’Arpy war es schon fast wieder gemütlich zu schlendern. Auch wenn nervte, daß Familienclans im Schneckenmodus den Weg immer wieder in voller Breite in Beschlag nahmen. Sowas nervt auch schon, wenn man nicht versucht, einen gewissen Abstand einzuhalten. Hinter dem See ging es erst noch halbwegs gemütlich weiter, aber dann kam es dicke.

Wie schon angedeutet wurde es steil, es hatte noch zahlreiche Schneefelder, die aber teils den Anstieg eher erleichterten. Aber auch die Orientierung erschwerten, weil der markierte Weg an manchen Stellen unpassierbar war und andernorts Spuren in den Schneefeldern auf unmarkierte Wege lockten. Wobei mit Steinmännchen viel zusätzlich markiert war und auch die Farbmarkierungen durchaus mehrere Wege parallel kannten.

Der See selbst dann füllte quasi seinen kleinen Talkessel aus mit Schnee an den Hängen und großen Eisschollen im Wasser. Da ist dann klar, woraus sich die ganzen Wasserfälle speisen. Ein schöner, aber gar unsommerlicher Anblick bei angenehmen Temperaturen.

Der Rückweg zog sich dann entsprechend und das Wasser wurde knapp, doch spätestens am Lago d’Arpy war dann ein Ende des Weges wieder abzusehen und der Wald spendete Schatten. Flott zurück, geduscht und ab ins vornehme Restaurant. Raffiniert gekocht und hübsch angerichtet, aber für nen hohlen Zahn. Der dank des absichtlich ausgelassenen Mittagessens, wir hatten reichlich Frühstück, dann besonders hohl war. Dafür gab es noch ein günstiges Eis nahe des B&B und ab ins Bett. Waren dann doch etwas geschafft.

Colle Sommeiller

15.07.2020 22:00 Uhr

Vorweg: Ganz hoch ging es nicht, das wollte ich dann mit Sack, Pack und Frau an Bord doch nicht. Aber zumindest das Ganze mal anschauen bis zum Rifugio Scarfiotto1 und Wandern wäre ja auch eine Idee. So kam es dann auch.

Die Anfahrt beschleunigten wir über die Autobahn. Es gibt nur eine Zahlstelle mittendrin und die verlangt gleich 7,30€ aber es spart reichlich Zeit und Nerven. Das letzte Stück nach Rochemolles ist noch befestigt, aber so schmal, daß am Ende eine slowenische Alm liegen könnte. Hier schon rumpelten wir hinter zwei Monteurswägelchen eines Mobilfunkanbieters und einem SUV her, der hinter sich einen Hänger mit zwei Hardenduros oder Crossern zog. Selbst am Parkplatz zu Beginn der unbefestigten Strecke hielt er nicht, sondern staubte uns voll.

Irgendwann fuhr er doch mal ran. Danke Kollege! Da hättest Du schon Kilometer vorher auf die Zweiräder umsatteln können, wäre sinnvoller gewesen. Insgesamt ist die Strecke gut bewältigbar, auch wenn ich mit unbefestigten und/oder sehr engen Kehren auf Kriegsfuß stehe. Das Rifugio war dann eine willkommene Gelegenheit für eine Pause. Und da die Zeit dafür schon da war, bauten wir uns je eine Polenta mit Würstchen ein und erkundigten uns über die ausgeschilderte Wanderung, einen geologischen Lehrpfad.

Im Uhrzeigersinn gelaufen ist der Anstieg erst mal knackig, die Aussichten sind hübsch und im Abstieg kann man schön auf die Fahrbahn ausweichen, wenn der Wanderweg einem zu steil vorkommt. Und dabei feststellen, daß die gut sichtbaren Kehren gleich nach dem Rifugio doch gut bewältigbar sein müssten. Da muss man mal noch ganz hoch.

Wie angekündigt dann noch Käffchen und Tee im Rifugio, Rückweg wieder über die Autobahn und da wir ja schon eine warme Mahlzeit gehabt hatten, reichte eine Brotzeit in der Unterkunft. Bei der wir von der Hauskatze sehr umgarnt wurden.

  1. oft von mir falsch Scoiattolo bezeichnet, naja, italienisch und fängt mit Sc an… Den Pass spreche ich ja auch ständig Sommellier aus, obwohl er nichts mit Wein zu tun hat. []

Arvier

Arvier liegt im Aosta-Tal und war Ziel unserer heutigen Verlegungsfahrt.

Vorm Frühstück packte ich schon den größten Teil des Gepäcks ans Motorrad. Wir wollten eh abwarten mit dem Frühstück, da der Bewohner des zweiten Zimmers sich für 07:45 Uhr angekündigt hatte und situationsbedingt nur die Gäste eines Zimmers gleichzeitig frühstücken dürfen. Klappte dann alles inklusive Bezahlung und es gab heute sogar ein Omlette.

Die Temperaturen stiegen schon wieder und so stiegen wir dann auch gleich an, hoch zum Col de Mont Cenis. 11°C sag ich da nur, schattig. Und wolkig, drückte von Lanslebourg ganz schön in den Pass rein. Auf der anderen Seite runter, Umweg über den Ort gemacht, erschrocken festgestellt, daß diese Tanke noch teurer ist als die italienischen und weitergefahren. Gleich noch mal übern Iseran, weil es neulich so schön war, wieder geblitzt worden1 und wieder runter nach Val d’Isère. Dort merkbefreite Kleinlasterfahrer kennengelernt. Wer im stockfinsteren Tunnel bei nasser Fahrbahn und 50er Tempolimit einem Motorrad, das mit über 60 unterwegs ist, noch bis ans Rücklicht ranfährt, kann nicht geistig gesund sein. Aber dann eine weitere überteuerte Tanke passiert und dann doch den Umweg über Bourg-St.-Maurice gemacht. War goldrichtig und ein Tip für künftige Zeiten und andere Reisende: Der SuperU hat nicht nur günstigen Sprit, Vespermaterial und ein sauberes Klo. Gegenüber gibt es an der Straße ein Picknickbänkchen. Wer sein Motorrad aus den Augen lassen mag und den Blick etwas weiter schweifen lässt, entdeckt noch weitere Bänke in einer Art Naherholungsgebiet und kann in Ruhe bequem vespern.

Weiter über den Kleinen St. Bernhard Pass, den San Carlo liegenlassend dann runter ins Aosta-Tal. Unser B&B liegt in der Fußgängerzone des mittelalterlichen Ortsteils. Kurz vorgefahren, abgeladen und umgeparkt an den Anfang der Fußgängerzone. Im B&B wurden wir herzlich empfangen, bekamen alles ausführlich erklärt und hatten noch etwas Smalltalk. Alles niedlich hier und gewollt rustikal, aber praktisch neu und picobello.

Nach den Duschen dann ab in den Ort, die zwei Restaurants gesichtet2 und dann in der Osteria/Pizzeria direkt am Ortseingang gelandet. War lecker, man war sehr engagiert, wenn auch die Pizza in der Mitte etwas zu saftig war. Riesige gemischte Salate dazu und erneut festgestellt, daß Italiener beim Bier nur “klein” und “mittel” kennen.

Kurzer Verdauungsspaziergang im Ort, dann basteln im Zimmer. Leider klappt das Umkopieren von der Speicherkarte der Videokamera auf die externe SSD nicht, wie daheim getestet, da das Tablet behauptet, die Speicherkarte wäre korrupt und müsse formatiert werden. Ja klar.

Noch ein Hinweis in eigener Sache: Fehlende Tage werde ich hoffentlich nachreichen und erst mal nur am Anfang das eigentliche Datum vermerken damit die nicht hinter früher geschriebenen Beiträgen verschwinden.

  1. Keine Angst, keine Polizei. Ein Fotograf bzw. deren zwei machen Bilder u.a. der Motorradfahrer, stellen die mit fetten Wasserzeichen und kleiner Auflösung online und wer sich wiedererkennt, kann gegen Bezahlung eine ordentliche Auflösung bekommen. []
  2. also auch deren Speisekarten []

Bruzolo

14.07.2020 22:00 Uhr

Heute gab es wieder eine größere Verlegungsfahrt mit einigen Highlights. Über den Aravis zum Lac des Roselend. Da fanden wir unseren damaligen Picknickplatz nicht wieder, doch der heute hatte auch seine Vorzüge. Unter anderem Bänke, die auch noch frei waren. Wir hatten uns auch vor der französischen Mittagszeit niedergelassen.

Tankstop wieder in Bourg-St.-Maurice und an der Zufahrt zum Kleinen Sankt Bernhard vorbei ins Isˋere-Tal, an den bekannten Wintersportorten vorbei und hoch zum Col d’Iseran. Mit 2770m der höchste alphaltierte Pass der Alpen. Höher als so mancher von uns bestiegene Berggipfel.

Wieder unten in Bonneville gab es Kaffee, Tee und Kuchen. Dann ging es auch schon wieder hoch zum Col de Mont Cenis, der aber unter Wolken nicht zum Verweilen einladen wollte. Am “Bonker” Le Malamot schauten wir kurz vorbei. Schien offen zu sein und auch Gäste zu haben. Freut uns, wir hatten schon befürchtet, dieser urige Platz wäre geschlossen.

Unten im Susa-Tal zog es sich prompt wieder. Klar war es auch wieder warm. Zielsicher fanden wir zwar den Ort und den Punkt, an dem das B&B sein sollte, aber da war nur ein Tor, das ins Innere eines bröckelnden Kastells führte. Doch es fanden sich auch Hinweisschilder und nach einem kurzen Stück auf einem Schotterweg durch die Anlage hindurch fand sich auch gleich außerhalb das B&B, wo wir gleich herzlich empfangen wurden, obwohl wir recht früh dran waren.

Wir lebten uns ein und lernten auch, mit so manch rustikalem Detail zu leben, daß bei der Buchung nicht so offensichtlich war. Zum Abendessen inspizierten wir die beiden Lokale im Ort. Eines der beiden bedient derzeit eigentlich nur nach Voranmeldung und Reservierung, hatte aber just heute einen “richtig offenen” Tag und eine Kellnerin sprach recht gut Englisch. Also ließen wir es uns dort gut gehen bei einer leckeren und lokalen Antipasti-Auswahl und zwei Mal Pasta. Man war verwundert, daß die komischen Reisenden zwei erste Gänge nahmen, statt einen zweiten auf den ersten folgen zu lassen, aber so sind wir halt. Von den Hauptspeisen hat uns nichts angelacht. Dann war auch schon der unverschämt günstige Hauswein1 leer, ein Kaffee hinterher und wir schlenderten zurück. Erfüllter Tag, passt.

  1. 3,70€ pro halbem Liter und es gab 4 oder 5 zur Auswahl. Je weiß und rot! []

La Clusaz

Als Ziel kannten wir es schon, hatten aber ein anderes Hotel gebucht, weil es in dem des letzten Aufenthalts trotz Nebensaison recht laut war.

Die Fahrt war relativ ereignislos und kurz. Passte aber, irgendwie waren wir doch etwas geschafft. Mittags gab es nur restliches Brot und Salami, denn irgendwie hatte nichts geöffnet. Doch unser Zimmer war um halb drei schon bezugsfertig. Entgegen der Onlineaussage ist das auch ab 14 Uhr so. So verbrachten wir einen gemütlichen Nachmittag auf dem Balkon, getrübt nur ein wenig vom Gepolter der Sommerrodelbahn und anfangs den Gästen im Restaurant.

Das erwies sich als recht lecker. Die Forelle schmeckte und war sehr saftig, Annettes Tartiflettevariante Pela war auch gut. Zu mehr reichte es trotz magerem Mittagessen nicht. Lag wohl am Frühstück. Nur ganz virusangepasst war das Verhalten mancher Bedienung und einiger Gäste nicht. Auch wirkte beim Spaziergang im Ort so manches wie Apres-Ski im Sommer. Oder kurz davor.

Entsprechend früh waren wir im Bett. Nur lag unser ruhiges1 Zimmer unter dem Gastraum mit Stühlerücken auf Holzboden und so. Das Gepolter hatte wohl um 22 Uhr geendet und ich war dennoch eingeschlummert, da schreckte uns ein Feuerwerk in unmittelbarer Nähe auf. Man feiert hier wohl in den Nationalfeiertag rein und man feiert wohl auch in der aktuellen Situation. Nun denn, bin zügig wieder eingeschlafen.

Aber dennoch haben wir schon am Nachmittag nachgeschaut und bei dem Gepolter während wir im Bett lagen Fakten geschaffen: Dieses Hotel für die Rückfahrt storniert und was anderes gesucht. Etwas weiter außerhalb, auch mit Restaurant und es wäre sogar günstiger gewesen. Allerdings wünschte Annette sich das deutlich hübschere Dreibettzimmer.

  1. angeblich []

Jougne

12.07.2020 22:00

Der Start in den Urlaub war irgendwie nach Maß. Die Autobahnfahrt endete rechtzeitig, bevor es zu fad wurde. Beim Tanken fiel auf, daß der angeschlossene Supermarkt offen war und so konnten wir noch was zum Vespern abgreifen. Abendessen war ja gebucht und eh Kaiserwetter. Wir wurden nur bald hinauskomplimentiert, da der Laden schloß.

Erst noch etwas Verwirrung, weil uns das Navi auf die Autobahn schickte, inzwischen vergessen hatte, den Track auf der Karte einzublenden und ich uns somit falsch wähnte. Aber wir fanden wieder in die Spur und einen netten kleinen Spielplatz mit etwas Schatten fürs Mittagessen. Nur muss ich Garmin noch stecken, daß es großer Mist ist, wenn das stummgeschaltete Navi bei jedem Einschalten wieder plappert.

An der Unterkunft kamen wir pünktlich an, richteten uns und konnten gemütlich zum Abendessen übergehen. Winziges Risotto als Gruß aus der Küche, Tomatensuppe, gefüllte Tomaten mit Reis und hinterher Himbereis mit irgendeiner Creme. Lecker.

Bettschwere kam schnell und das Hotel kann man sich merken. Distanz zu Karlsruhe stimmt für den Weg in den Süden und die Gegend ist schon prächtig.

Sendepause

Über einen Monat Ruhe im Blog, das lässt erahnen: Alles nur keine Ruhe im Alltag. Der einkaufenden Motorradfahrer hat immer noch Nachholbedarf, es ist Saison. Mit der Mehrwersteuersenkung zum 01.07. kam eine Preisänderung daher, also einmal den kompletten Laden umzeichnen. Nicht lustig. Zwischendurch noch über eine Woche in Weil und Villingen als Aushilfe verbracht. Ich bin dann doch mal urlaubsreif.

Passenderweise wird es ab Sonntag dann auch wieder mehr Inhalt hier geben. Wir werden unsere geplante Aosta-Reise durchziehen. Alle Unterkünfte freuen sich auf Gäste, die Restaurants sind geöffnet, wenn auch mit situationsbedingten Einschränkungen. Gepackt habe ich schon größtenteils, morgen darf Annette sich ranhalten. Mein Koffer ist voll und meine Hamsterbacke wird es auch sein. Annette zweifelt noch, aber das Topcase ist fast noch leer. Laptop lasse ich daheim, dadurch wird es Bilder erst mal nur auf anderen Kanälen geben.

Noch zwei Mal arbeiten…