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2013: Ace Cafe Reunion

Der nächste Urlaub ohne Annette nach der Klettertour um Oberstdorf. Leider hat meine Begleiterin von damals nicht zeitgleich Urlaub. Zufällig stolperte ich über den Punkt im Terminkalender einer Zeitschrift und wie alle guten Dinge begann auch dies als Schnapsidee. Ein Mitfahrer1 fand sich auch und die ersten Pläne wurden adaptiert.

09.09.2013 Nach Verdun!

Alleine im uninteressanten Hotel in Verdun konnte ich recht ausführlich schreiben, auch über das Abendessen. So gibt es kaum etwas hinzuzufügen. Außer, daß ich einen Aldi fand und dort die leckeren Nougatbrocken gekauft habe. Sollten sich für die Moral noch wichtig erweisen. Und ich bemerke beim Bearbeiten der Bilder gerade, daß ich nicht nur auf der Insel vergessen habe, die Kamera auf Ortszeit umzustellen, sondern sie sogar noch auf Winterzeit steht! Ich fotografiere zu selten!

Fazit: Navi testen, bevor es los geht. F1 taugt für eine Nacht, solange man nicht dauernd aufs Klo rennen muß2 und man das Abendessen geregelt kriegt.
299km hauptsächlich Landstraße in 6h45min abzüglich 1h15min Pausen.

10.09.2013 Durchbruch zum Kanal

Damit will ich es aber auch mit den martialischen Überschriften belassen. Da ich abends in Dover auf elric traf und wir viel zu bequatschen hatten, fiel der Bericht vor Ort aus. Hier also die etwas längere Fassung.

Der Aufbruch vom F1 war denkbar einfach. Gut, so einfach es ist, in mehreren Etappen zwei volle Koffer, Packrolle, Tankrucksack, Rucksack und Helm samt Handschuhen runterzuschleppen. Das Frühstück war wie immer schlicht und ich wie so oft kaum hungrig. Reisefieber halt. Kurz vor 8 Uhr brabbelte schon wieder der Motor. Von den geplanten Routen hatte ich mangels Kabel immer noch nichts im GPS und per Hand wollte ich auch nichts übertragen. Lieber zügig zur Küste und Dünkirchen mitnehmen. Immerhin ignorierte ich den schnellsten Vorschlag ohne (Autobahn)Maut und fuhr erst mal „auf Sicht“ die Maas entlang bis Sedan. Der erste Stop auf einem Feldweg ohne ganz akute Not war dann auch die Ausnahme. Die ersten zwei Reisetage hätte man auch umschreiben können mit „ständig auf der hektischen Suche nach einer Pinkelmöglichkeit“. Das hatte mich am Vortag sogar in einen schlammigen Feldweg getrieben, der sogar mit neuen K60-Reifen eine Herausforderung gewesen wäre. Dafür hinterließ ich auf der Straße dann auch eine Dreckbollenspur besser als jeder Trecker…

Ab Sedan hieß das dann auch erst mal Umgehungsschnellstraße und dann Nationalstraßen ohne Ende. Was in dieser etwas flacheren Gegend gerne mal gerade aus geht. Lange gerade aus. Autobahn könnte auch kaum schlimmer sein. An diesen langen geraden Nationalstraßen baut der Franzose auch gerne alle paar Kilometer kleine Parkplätze. Nie einen größeren, gar mit Klo. Dafür die kleinen gerne auf freiem Feld oder direkt neben einzelnen Gebäuden. Was den Franzosen bei seiner Notdurft aber nicht weiter stört, wenn man sich die Grünstreifen neben diesen Parkplätzen so anschaut. Naja, ich wurde meinen Frühstückskaffee und den durchgelaufenen Inhalt meines Trinkrucksacks auch so los. Trinken musste ich eh viel, da sich vom Wochenende her mal wieder meine Dehydrierungskopfschmerzen einstellten. Auch zog ich an so einem Parkplatz dann gleich noch meine Regenklamotten an. Sah irgendwie kritisch aus, das Wetter, und neblig-naß war es eh. Klar aber auch, daß dann direkt die Sonne rauskam, kurz danach dann doch gefolgt von einem Schauer.

Die Nähe zu Belgien machte sich auch schon bemerkbar, immer mehr Imbißwägen mit der Aufschrift „Friterie“ standen rum. In Cambrai wollte ich dann einen angekündigten Auchan Supermarkt heimsuchen. Hunger, Blasendruck, das Übliche. Nur schaffe ich es immer wieder, trotz Richtungsangaben solche Supermärkte nicht zu finden und kehrte deshalb ganz untypisch im Quick3 ein. Der Auchan wäre wenige hundert Meter weiter um die Kurve gewesen. Aber egal, war lecker. Bei Kaiserwetter und wieder ohne Regenklamotten machte ich mich auf den weiteren Weg. Da ich in Cambrai eh die Abzweigung gen Autobahn genommen hatte, um einzukehren, fügte ich mich in das weitere Schicksal. Kerzengerade Landstraßen sind auch nicht besser. So verblieb wenigstens Zeit für Dünkirchen.

Tja, doch kaum auf der Autobahn hatte ich wieder das alte Problem: Pullern und einsetzender Regen. Nach dem Abstecher in ein Gebüsch zog ich es jedoch vor, die Innenseite meiner Regenhose nicht zu beschmuddeln und zog diese erst einige Kilometer später an einer Tankstelle über. Da hatte der heftige Regen den Dreck von den Stiefelsohlen gewaschen. Erstaunlich, wie gut das Leder dem Regen aber standhielt.

In Dünkirchen fuhr ich einfach nach Gefühl und Himmelsrichtung, was mich in den Hafen und das Meer in Sicht brachte. Irgendwann war dann eine der Klappbrücken unpassierbar, weil gerade ein Schiff durch musste. Das war mein Zeichen für die Umkehr. Tanken, letzte Einkäufe vor der Fähre und es könnte ja noch was dazwischenkommen. Es kam was dazwischen. Schon der Weg zurück aus dem Hafen war durch eine der Klappbrücken versperrt, die nun ein Schiff statt Straßenverkehr durchließ. So blieb wenig Zeit für die (Museums?)Schiffe, die in der Innenstadt festgemacht sind. Zudem führte der angeblich schnellste Weg nach Calais direkt nach Auffahrt auf die Autobahn in einen Baustellenstau. Super. Dann erwischte ich in der Baustelle auch noch versehentlich eine Ausfahrt. Direkt zurück auf die Bahn ging nicht, eben wegen der Baustelle. Unnötig zu sagen, daß just da sich auch der Stau verflüchtigte. Landstraße? Gibt es da überhaupt eine sinnvolle Zufahrt zum Fährhafen? Und überhaupt, nach Schildern navigieren fiel auch schwer, da Dünkirchen ja auch einen Fährhafen hat und auf den Schildern immer nur „Ferry“ stand, aber nie, welcher Hafen genau. Ganz großes Kino. Allerspätestens um 17:15Uhr musste ich einchecken.

Dann der nächste Schreck: VOR dem Schalter der Fährgesellschaft ist die Paßkontrolle. So etwas wie am Flughafen der Sicherheitscheck, den man dort aber erst nach dem Einchecken passieren muß. Und natürlich zog es sich hin. Immerhin sprach man Englisch und fragte mich ob meines Auftretens, ob den wirklich alles in Ordnung wäre. „Hab gut 500km hinter mir und muß in 5 Minuten eine Fähre erwischen“ reichte als Antwort. 10 Minuten dauerte die Überwindung dieses Hindernisses und so stand ich um 17:10Uhr am Schalter der Fährgesellschaft. Durch punktgenau um 17:15Uhr, irgendwie hab ich das mit dem knappen Erreichen von Fähren. Nur, daß ein Streik den Fahrplan durcheinanderbrachte, ich also eine halbe Stunde mehr Zeit hatte und zudem meine Fähre dann die verspätete 15:30Uhr-Verbindung war. Na super. Ab in die zugewiesene Wartespur und Bereithalten.

Man bummelte gemütlich rum am Tor, ließ gelegentlich einen LKW direkt rein, der grad so ankam und irgendwann verschwand das Gate-Personal. Hä? Dann legte die Fähre ab. Ohne mich, aber auch ohne die ganzen anderen Fahrzeuge neben und hinter mir. Bitte? Na gut, da konnte ich dann auch die Seite des Rumpfes sehen mit dem Logo einer anderen Fährlinie. Es konnte also noch dauern. Klappte dann aber doch zeitig. Als erster rauf auf den Kahn, Personal hat professionell in einer Ecke die LC8 verzurrt und rauf aufs Passagierdeck. Samt Tankrucksack, die Rolle hatte ich schon am Supermarkt mit einem Schloss gesichert.

Ins Freie durfte man nicht, wohl war die See zu rauh und das Wetter zu feucht. Lesen sollte man auch nicht zu sehr, mir wurde leicht übel. Jedenfalls habe ich damit das Thema „klassisch per Fähre auf die Insel kommen“ abgehakt, bereits für die Rückfahrt ist pragmatisch der Tunnel gebucht. Schlangenbildung an der Treppe zum Fahrzeugdeck, Freigabe, Attacke. Bis die Klappe runterging, war alles startklar und der Helm auf dem Kopf. Sogar schon der Tacho auf Meilen umgestellt. Dumm nur, daß man sich in die weiterführende Spur daneben einfädeln muß und die Autofahrer sehr kontinental draufhalten. Aber so eilig hatte ich es nicht. Der berühmte Erinnerungsaufkleber prangte schon an Navi und Tacho, aber das erste Mal mit einem Fahrzeug, das nicht speziell für Linksverkehr gebaut wurde, machte doch nervös. Grundlos. Passt einfach, dieser Linksverkehr. Ist ja auch alles darauf ausgelegt und wenn man wie der Pfeil auf dem Schild anzeigt links in den Kreisverkehr einbiegt, schaut man halt nach rechts. Geht doch. Der erste Kreisverkehr außerhalb des Hafens hatte dann nur leider einen Bypass, um geradeaus zu fahren. Natürlich wollte ich nach rechts, durfte also am nächsten Kreisverkehr wenden. Adressen lesen statt blind Wegpunkten im Navi zu folgen hilft auch. So fuhr ich noch an der Ecke vorbei, an der unser Domizil für die Nacht liegt, ohne in die richtige Straße einzubiegen, in der auch die Zufahrt sich befindet. War aber nicht weiter schlimm und elric somit vorgewarnt und direkt am Hoftor. Einparken, das Nötigste für die Nacht bzw. was lose auf dem Motorrad aufgeladen ist4 ins Zimmer geschleppt und erst mal gut. Das Salisbury House ist übrigens, sauber, nett eingerichtet und der Wirt herrlich schrullig. Und natürlich nett. Klare Empfehlung, Danke elric für die Buchung! Breitere Treppenhäuser zwecks Gepäcktransport findet man in den alten Häusern auch anderswo eh nicht.

Bzw. Umziehen und zum Pub, den der B&B-Gastgeber empfahl. Dienstag ist wohl so ein Spezialtag auf der Karte. Grillplatte bzw. bei elric ein Steak für je 6,99GBP inklusive eines Pints Ale. Reicht vollkommen und ich durfte gleich erstmals die PayPass-Funktion meiner Kreditkarte testen. Über die fehlende SMS-Benachrichtigung, wie auch bei folgenden Zahlungen mit dieser Karte sollte ich mich noch den ganzen Urlaub wundern. Bis ich meine übliche SIM-Karte  wieder ins Telefon steckte: Doof, ich war ja mit anderer Rufnummer unterwegs. Und wie praktisch, daß ich überall die normale, aber inaktive als Kontakt angegeben hatte. Da muss ich nächstes Mal dran denken.

Labern, einschlafen. War ein langer Tag, tatsächlich eine Stunde länger dank Zeitverschiebung.

Fazit: Nordfrankreich kann man größtenteils knicken und Autobahnen sind da nicht verkehrt. Linksverkehr ist leichter, als man denkt.
453km in Frankreich + 5km in England in 7h40min5 bzw. 15min, Pausen schon abgezogen.

11.09.2013 Über Battle nach Portsmouth

Es ist Urlaub und die vereinbarte Weckzeit war doch so spät, daß ich durch die in meinem Alter einsetzende senile Bettflucht deutlich zu früh wach war. Zumal ja die Zeitverschiebung von einer Stunde noch zuschlug. Da war es praktisch, daß das private Bad nicht direkt ans Zimmer angrenzte, sondern man über den Flur musste. So konnte ich schon mal meine Morgentoilette hoffentlich störungsfrei erledigen. Beim Frühstück bejahten wir alles angebotene und kamen so zu Rühreiern mit Speck zum Toast und Tee. Naja, Bohnen und Pilze wären auch nicht schlecht gewesen, aber gut gestärkt konnten wir Aufrödeln. Start noch vor halb zehn, geht ja noch. Mit Annette komme ich auch selten früher los. Auch wenn ich inzwischen mehr der Typ bin, der früh aufbricht, um Reserven zu haben oder einfach am Nachmittag auszuspannen. Ich ließ elric erst mal führen, weil ich dem Linksverkehr doch noch nicht traute. Leider verdaute sein GPS die übertragene Route nicht so wie meines und so mussten wir hinter Folkstone erst mal wieder von der Autobahn zur Küste zurückfinden. Denn dort wollten wir lang. Klappte problemlos so fanden wir um Lydd eine schöne, gar nicht mal kurvenfreie Strecke durch die Marschlandschaft vor. Herrlich, und der Linksverkehr war auch abgehakt.

Rye wurde dann aber nervig. Gut, wir hätten früher einsehen können, daß es genau unsere geplante Straße die gesperrte war. Dennoch führte die Umleitung munter im Kreis um und durch den Ort. Eine Ehrenrunde geht auf mein Konto, weil ich durchs alte Stadttor wollte und es auf der Karte so aussah, als könne man zur Umfahrung durchstoßen. Stattdessen gab es ein Einbahntraßenlabyrinth. Ab dann galt nur noch „Direkt nach Battle, pfeifen wir auf die Route!“ aber leider gab auf der Strecke ein Reisebus das Tempo vor. Immerhin erlebte ich so an unerwarteter Stelle meine erste Spitzkehre im Linksverkehr.

Eine weitere Umleitung konnte uns dann nicht mehr verwirren und wir fuhren teilweise über überwucherte, einspurige Hohlwege gegen halb eins in Battle ein. Ich ärgerte mich, daß ich irgendwie vergessen hatte, die Videokamera einsatzbereit zu machen, das wären schöne Aufnahmen geworden. Vom Parkplatz der Abtei wurden wir gleich wieder zurück auf den Vorplatz geschickt. Motorräder könne man doch dort parken. Überraschend liberal, die Briten, daran musste ich mich erst gewöhnen. Vor dem Besuch der Abtei galt es jedoch noch bürokratische Hürden zu überwinden. Kurz gesagt, man braucht zum Abholen des Heritage Pass6 den im Internet erstandenen Gutschein tatsächlich in Papierform. Die Vorlage des PDF oder Angabe der Nummer reicht nicht. Auch konnte man an der Kasse die Mail mit dem angehängten PDF zwecks Ausdruck vor Ort nicht korrekt empfangen. So landeten wir irgendwann in einer Bücherei und kamen stolz mit einem Blatt bedruckten Papieres wieder.

Vor dem Besuch mussten wir uns dann erst mal im Besuchercafe stärken. Danach Ausstellung und Besichtigung. Kurze Hintergrundinfo: Battle ist der um eine Abtei gewachsene Ort in der Nähe des bekannteren Ortes Hastings. Just auf dem Gelände der von Wilhelm dem Eroberer gestifteten Abtei Battle Abbey fand die Schlacht (engl. Battle) bei Hastings 1066 auf damals noch freiem Feld statt.

Wir jedoch mussten weiterzeihen. Kurz vor 16 Uhr nahmen wir den direkten Weg nach Portsmouth bzw. dem Campingplatz in der Nähe. Damit entfiel zwar der Abstecher durch den Seven Sisters Country Park, aber wir waren dennoch nominell eine halbe Stunde zu spät auf dem Campingplatz. Zum Glück war noch jemand im Ellerslie House da, um uns offiziell in Empfang zu nehmen. Wobei wir bei dem seit einer halben Stunde anhaltenden Dauerregen auch ein B&B-Zimmer genommen hätten, wäre eines frei gewesen. So bauten wir im Schutz von Bäumen im Regen unsere Zelte auf, packten das Gröbste aus und machten uns auf den Weg zum nächsten Supermarkt. Im Dunkeln im Regen kann man sich in Kreisverkehren ganz schön verfahren. Wir kamen aber dennoch ganz gut an. Ich für meinen Teil kaufte ein wenig neben der Spur schnell was ein. Kein Plan. Als einzigen nennenswerten trockenen Ort auf dem Campingplatz außerhalb unserer kleinen Zelte gab es neben den Klos nur noch den Waschraum. In dem richteten wir uns ein. Ein Pint Cider, zwei Packungen Sandwiches und Cookies hoben den Blutzuckerspiegel und die Laune. Elric toastet sich sogar sein Brot auf dem Benzinkocher. Immerhin sollte am nächsten Morgen das Wetter besser sein. Im Zelt kam ich sogar dazu, ein kurzes Lebenszeichen per Mail abzusetzen.

Fazit: Ob ein früherer Aufbruch alles besser gemacht hätte, glaube ich nicht. Das mit dem Zettel in Battle war blöd, aber selbst auf die Fähre war ich nur mit einem PDF gekommen, inklusive Zoll- und Sicherheitskontrolle. Einfach nur Pech…
264km in 5h20min, größere Pausen schon abgezogen. Dann noch mal 11,5km in 20min Einkaufstour.

12.09.2013 Historic Dockyard und ein wenig Motorradfahren

Dieser Tag stand ganz im Zeichen des Historic Dockyard in Portsmouth. Ein riesiges Museum quasi.

Doch erst mal mussten wir vom Campingplatz aufbrechen. Dank Telefon und Bettflucht war ich wieder früh mit der Morgentoilette fertig. Immer wieder witzig auf Campingplätzen. Quasi als Standard sollte es sich erweisen, daß man dem Strahl der Brause in der Duschkabine nicht ausweichen kann, der dafür aber nur ganz kurz eiskalt und dann angenehm heiß ist. Temperaturregelung gibt es nicht, nur ein Druckknopf, der gefühlt eine halbe Minute das Wasser laufen lässt.

Der Regen hatte in der Nacht aufgehört, aber Wind und rumhüpfende Eichhörnchen sorgten immer wieder für kleine Schauer aus dem Blätterdach. Das Wichtigste habe ich schon kurz und knackig im Blog geschrieben. Ansonsten? Das Museum war dank der Beschilderung leicht zu finden. Nur wenn auf den Schildern auch noch „Parking“ steht, sollte man sie als Motorradfahrer ignorieren und einfach direkt vorm Tor parken. An den Kassen gab es eine kleine Schlange, dafür aber auch einen satten Rabatt. Dank Behindertenausweis kam ich zum Kindertarif rein und elric als Begleitperson umsonst. Nein, ohne dumme Blicke, das war für die völlig selbstverständlich! Ein Tag ist für alle Attraktionen echt zu kurz, da besteht Nachholbedarf. Und was die nett kommentierte Hafenrundfahrt angeht, hier ein Beispiel: „Wir werden unterwegs sicher auch ein paar Polizeiboote sehen. Winken Sie ruhig, da freuen die sich. Benutzen Sie aber bitte nicht nur einen, sondern alle fünf Finger, denn die haben Maschinenpistolen.“ Der Marinehafen war recht voll, viele der neuen Typ45er waren da und vier alte 42er lagen bereit, um endgültig abgewrackt zu werden. Der Säbel und das Drumherum in dem Schaukasten in der Admiralskabine der HMS Victory, den man im Bild unten sehen kann, sind übrigens gewissermaßen die Kronjuwelen der britischen Marine. Gelagert eben in der standesgemäßen Kabine des Flagschiffes7 werden sie hervorgeholt, damit der Oberbefehlshaber sie bei formalen Anlässen tragen kann.

Der Alderbury Caravan Park ist zumindest in der Nebensaison etwas konfus, aber liebenswürdig. Leider machte man auf einem benachbarten Gewerbegebiet relativ lange und dann wieder früh Krach. Und er liegt nicht da, wo sein Eintrag bei Google Maps liegt. Dafür gibt es an der Stelle besagten Pub mit leckerem Essen. Ich hatte panierte und frittierte Schrimps mit leckeren Fritten und noch leckerer Remoulade.

Fazit: Für den Historic Dockyard kann man gar nicht genug Zeit einplanen. Motorräder sind eine feine Sache, wenn direkt vor einem der Parkplatz wegen Überfüllung geschlossen wird. 😉
Insgesamt 80km in 1h15min. Stadtverkehr und Autobahn heben sich da auf.

 13.09.2013 Über Stonehenge nach London

Dem Blogeintrag ist wenig hinzuzufügen. Außer daß das erwähnte „außenrum über die Autobahn“ schon ein ziemlicher Umweg gewesen wäre und als wir sie verließen noch kein Ende des Staus dort zu sehen war. Ob es wirklich schneller gegangen wäre?

Auffallend war noch die Spinnerei meines GPS. Möglicherweise wegen der Bordstromversorgung bzw. Problemen damit ging es immer wieder aus, wieder an, sprang in mir unbekannte Diagnosemodi und zickte generell rum.

Fazit: Stonhenge war klasse, jedoch überschattet vom Rest des Tages, den man eigentlich abhaken kann. Allerdings sind das die Urlaubserlebnisse, an die man sich am längsten erinnert und am meisten erzählt. Eitel Sonnenschein kann jeder 😉
202km in 5h, das meiste Autobahn. Bei dem Schnitt kann man den Stau nachvollziehen. Dann noch mal 7,6km in 18min Einkaufstour

14.09.2013 Nur Ace Cafe. Nur? 😉

Viel gibt es zum Blogeintrag nicht hinzuzufügen. Höchstens die Bilder, um sie auch sprechen zu lassen.

Fazit: War alles bis hierher wert. Eine Pilgerreise. 😉
50km Stadtverkehr in 1h40min

15.09.2013 Brighton Burn Up

Ab hier haben sich die Ereignisse ein wenig überschlagen, womit die Blogeinträge entfielen. Hier dann doch nur die Kurzform. Bei recht nettem Wetter frühstückten wir noch ein letztes Mal unter Campingbedingungen im Lee Valley Park in London. Beim anschließenden Zusammenpacken flog eine Hülle von der Isomatte an mir vorbei und ich bückte mich schnell, um sie aufzuhalten. Böse Falle. Es krachte und knirschte, ich schrie auf und stöhnte, daß sogar die Leute vom etwas entfernteren Nachbarzelt nachfragten, was passiert sei. Die Symptome ließen mich von einem Rippenbruch ausgehen, wie auch immer ich das geschafft haben sollte. Ein Tage später besuchter Arzt wird das auch geglaubt haben, bis ein Röntgenbild heile Knochen zeigte und man sich auf die Diagnose mehrfacher Muskelrisse verlegte.

Tat jedenfalls scheißenweh, speziell beim Bücken, Anheben mit links8, Husten&Niesen9, Lachen10 und Auf- und Absteigen vom Motorrad. Fahren war aber unkritisch. Und so hielten wir gar nicht erst, als wir mit etwas Verspätung am Ace Cafe ankamen, sondern machten uns gleich auf die Strecke. Keine Ahnung, ob wir im großen Pulk anders gefahren wären, aber so wie die, die noch nach uns aufbrachen, an uns vorbeischossen und Staus grundsätzlich ignorierten, hätten wir mit dem Hauptpulk eh nicht lange mitgehalten. Wir fuhren gesittet deutsch stauten uns nach Brighton rein und fanden recht schnell das Hotel. Eingangs der Einbahnstraße gab es eine Stellfläche für Motorradfahrer, in die ich mich noch reinquetschte. elric zwängte seine KTM zwischen die BMW neben mir und das erste Auto auf der angrenzenden Fläche mit Parkschein11. Ach ja, fürs Protokoll: Das GPS hatte auf der Fahrt wieder Aussetzer.

Unser Zimmer war um diese Zeit noch nicht bezugsfertig und so ließen wir unsere Tankrucksäcke, meine Packrolle, Helme und Handschuhe im Frühstücksraum und machten uns auf in die Stadt. Erst aufs berühmte Brighton Pier, eine Art Dauerrummelplatz. Unterhaltsam waren auch zwei Jetski-Fahrer neben dem Pier, die munter am Posen waren. Im Kreis fahrend nutzten sie ihre eigenen Wellen als Rampen für „Wheelies“ und Sprünge.

Das Essen auf dem Pier konnte uns nicht locken und so gingen wir Richtung Motorradmeile auf dem Madeira Drive, bogen aber noch vor den Hauptattraktionen zum Essen ab. Die Burger waren erschreckend winzig, aber lecker und reichten erst mal aus. Da das Wetter auch zunehmend schlechter wurde, gingen wir erst mal ins Hotel zum Einchecken.

Auf dem Weg fiel elric die Abwesenheit seiner KTM auf. Mist. Er selbst ärgerte sich noch darüber, daß er ja wusste, wie rigoros die Engländer abschleppen und daß er faktisch ja schon außerhalb der Parkfläche für Motorräder stand. Am Sonntag brachte der Anruf beim Ordnungsamt12, Polizei13 und Abschlepper14 nichts.Das Einchecken war auch in mittleres Fiasko. Hampton’s Hotel erwies sich als nicht besonders sauber und beim Ausziehen der Stiefel krachte erst mal das Bett unter meinem Hintern zusammen. Nach einigem Hin und Her, das erste angebotene Ersatzzimmer war klein und deutlich schlechter, hätte aber als Teilespender für den gebrochenen Lattenrost dienen können, bekamen wir ein anderes Zimmer. „Leider aber nur mit getrennten Betten.“ Na toll, das hatte ich ja auch gebucht, und ja, wir sind kein Paar, Danke der Nachfrage. Warum nicht gleich? Dankenswerterweise nahm mir der inzwischen leider gepäcklose15 elric einen großen Teil der Tragerei ab, denn die linke Seite meines Brustkorbs brannte übel.

In Sachen Motorrad blieb nur Abwarten und im aufkommenden Sturm rumlaufen, nach der umgesetzten16 KTM Ausschau halten und im Pub bei einem Ale bzw. im Hotel sich mit alten Gschichterln abzulenken.

Fazit: Schon wieder leichtes Wetterpech. Die eigentliche Veranstaltung entgang uns aufgrund der tragischen Umstände. Wobei sie wohl kurz war in Anbetracht des Wetters und recht schwach besucht. Das meiste hatten wir zumindest gesehen.
154km in 2h40min, Stadtverkehr und Autobahn gemischt, mit Stau

16.09.2013 Zurück aufs Festland

Der Tag der Heimreise war für mich gekommen. Ab 8Uhr Frühstück, was recht übersichtlich war und erstmals hatte ich auf der Insel zum Frühstück Dosenpilze vorgesetzt bekommen. Na lecker. Ab 9Uhr konnte Polizei  und Abschlepper erreicht werden bzw. deren reguläre Besetzung. Weiterhin keine Spur von elrics KTM, das ganze wurde dann schon als Diebstahl geführt. Mit noch etwas Zeit zur geplanten Zugafhrt im Rücken und in dem Wissen, daß ich in den zwei Stunden danach auch noch jeden Zug ohne Zusatzkosen nehmen kann, trödelte ich ein wenig rum und half recherchierend bei der Kontaktaufnahme mit der Versicherung und hörte mit, was der ADAC so meinte. Kurz gesagt: Ab nach Hause, wenn die KTM auftaucht, findet die schon auch heim.

Es half nichts, ich musste dann auch mal los. Auch wenn es blöd ist, einen Kumpel bei so einem Schicksal alleine zurückzulassen, aber unsere Wege mussten sich so oder so trennen. Wäre nur einfacher gewesen in dem Wissen, daß er jetzt noch eine schöne Urlaubswoche verbringt. Als ich gerade die letzten Sachen auf meinem Motorrad verzurren wollte, traf ich den Fahrer der Viersener BMW, die zwischen unseren Motorrädern gestanden hatte. Der hatte ien Motiv, den Parkplatz auch ein wenig im Auge zu behalten und somit vielleicht was gesehen. Dem war leider nicht so. Lediglich wusste er zu berichten, daß sein Motorrad grad mal zwei Wochen vorher in Holland geklaut, aber rechtzeitig wiedergefunden war. Dann musste er auch schon samt Sozia los nach Dover zur Fähre.

Kaum war er weg, sah ich auf dem Boden, wo vormals die BMW stand, ein halbes Bremsscheibenschloß. In der Tat elrics, wie er bestätigte und somit war der Fall entgültig klar. Kein Abschlepper knackt Bremsscheibenschlösser. Verdammter Mist und mögen den Drecksäcken die Klöten abfaulen! Mental war die Strecke nach Folkestone, in weiten Teilen deckungsgleich mit der Fahrt vom Mittwoch, dann irgendwie kein gemütliches Kreuzen durch ein Urlaubsland, trotz gutem Wetter. Eher eine Flucht aus Feindgebiet. Jeder hektisch bewegte polnische Lieferwagen zog Argwohn auf sich. Verdammte Klischees. Ein schneller Tankstop. Schnurgerade Landstraßen, viel Verkehr, aber noch gut in der Zeit für meinen Zug. Der von mir vorbeigewunkene vermeintliche Einheimische, der souverän trotz Gegenverkehr auf der Mittellinie überholte, weil man in England eben für Motorräder Platz macht, entpuppte sich wieder als der BMW-Fahrer aus dem Kreis Viersen. Ein Stück fuhren wir unabgesprochen gemeinsam bis ich in Hastings eine Lücke sah und nutzte. Hätte gerne noch tschüss gesagt, so war der Abschied grußlos. Sorry.

Am Terminal in Folkestone kam ich 3min zu früh an. Oder eben punktgenau. Die Raststätte fiel somit flach, es ging direkt in die Startaufstellung. Wegen der Rippenschmerzen blieb ich die 10min sitzen und konnte noch eine erheiternde Szene beobachten. Der Fahrer eines französischen Autos hatte es auf der leicht abschüssigen Wartespur schlecht gesichert, so daß es in seiner Abwesenheit rückwärts auf das britische Auto dahinter rollte. Die französische Beifahrerin war gegenüber dem Polizisten, der zufällig daneben stand, überaus mißtrauisch, als er den Wagen wieder nach vorne fahren wollte. Sie fuhr dann lieber die ganzen 50cm auf dem Beifahrersitz mit. Viel mehr Plaatz war nach vorne nicht, nach hinten sowieso nicht und zur Seite abhauen wäre auch nicht gegangen.

Die Zugfahrt war eher unspektakulär. Bis auf das defekte Klo und die Franzosenhorde, die direkt nach der Durchsage, daß man zwar angekommen sei, aber mit dem Starten der Motoren bitte warten soll, bis sich im Zug dir vor einem in der Schlange bewegen, erst mal laufen ließen. Minutenlang für nix und wieder nix im engen Abteil. Raus aus dem Bahnhof, rauf auf die Autobahn und rollen lassen. Schwuppdiwupp raus aus Frankreich und rein nach Belgien. Pullern, Tanken und Anrufen in einem Stop. Ein wenig Stau um Brüssel herum, noch mal Pullern und schon war bei Aachen die deutsche Grenze erreicht. Die erste und einzige deutsche Rastsätte war von LKW so zugeparkt, daß ich die Zufahrt zu den Zapfsäulen übersah und es gibt keinen legalen Weg zurück. Na dann erst mal weiter.

Auf der A61 schon angelangt, war immer noch keine Raststätte in Sicht. Dafür der Blasendruck so hoch, daß ich die nächste Abfahrt17 unbedingt nehmen wollte. Und nach vielen tausend Kilometern sicherheitshalber endlich mal den Inhalt des Reservekanisters einsetzen wollte. Aber überflüssig, nach 330km erwischte ich punktgenau einen Autohof!

Letzte Absprache mit den Freunden und eine Stunde später konnten sie mich in Koblenz in Empfang nehmen und dankenswerterweise nächtigen lassen. Was ein langer Tag!

Fazit: Ich kann noch lange Strecke, aber spannend ist Autobahn auch nicht. Und mit Fähren und Konsorten hab ich es irgendwie in Sachen Pünktlichkeit.
638km in 6h35min, da sind die rund 2h Zugfahrt und Pausen schon abgezogen

17.09.2013 Nach Hause auf Umwegen

Dienstag ist Arbeitstag, was mir nur Recht sein konnte. Von Koblenz bis Karlsruhe über die Bahn ist eigentlich unproblematisch. War es auch. Bis zum Tankstop an der B9 in Schwegenheim. Was im Koffer fehlte, war meine kleine Umhängetasche, in der sich peinlicher- und vermeidenswerterweise alles befand: Bargeld, sämtliche (!) Karten, Ausweis, Wohnungsschlüssel, alles. Hatte ich wohl in Koblenz vergessen. Bargeld konnte ich in der Nähe bei meiner Mutter abgreifen und so wenigstens meine Tankschulden begleichen. Aus dem Plan, Annette auf der Arbeit zu überraschen, wurde bittere Notwendigkeit18. Doch beim Bargeldabliefern an der Tanke fiel mir dann diese blöde Druckstelle unterm Rucksack auf. Meine kleine Tasche. Ich hatte sie wohl umgehängt, um sie ja nicht zu vergessen, dann den Rucksack drübergezogen und schon war sie quasi verschwunden. Viel Streß für nichts!

Obwohl kein Berufsverkehr anstand, war die Autobahn zwischen Karlsruhe und Pforzheim dann ein Dauerparkplatz. Dazu Deppen, die bei erlaubten 80 in der Baustelle dauerhaft links mit 50 rumschleichen, obwohl rechts mehrere hundert Meter frei ist und nur drei Fahrzeuge hinter ihnen. Wie heißt es so schön? „Zu den meisten Rechtsüberholern gehört ein Linksschleicher.“ Wie wahr. Dafür wurde ich auch an diesem Tag noch mal begossen, dank Stau in der Baustelle ohne Chance, die Regensachen anzuziehen. Von Annette wurde ich dann in die Kantine eingeladen, heimwärts ohne Regen mit wenig Stau, abrödeln, Duschen, Arzttermin19. Urlaub fertig.

Fazit: Besser auf den Krempel aufpassen, besser verteilen zwecks Redundanz und die A8 muß einfach zwischen Karlsruhe und Pforzheim vermieden werden.
296km in in 4h45min dank Stau, Pausen schon abgezogen

 

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  1. auch wenn wir uns erst in England treffen und wieder trennen werden []
  2. ist auf dem Flur []
  3. Burgerkette []
  4. im Idealfall recht deckungsgleich, darum das Umpacken in Verdun []
  5. reine Zeit in Bewegung 6h33min []
  6. freier Eintritt für viele Sehenswürdigkeiten für einen gewissen Zeitraum []
  7. offiziell nach wie vor! []
  8. war die linke Seite []
  9. kam zum Glück selten vor []
  10. gar nicht gut []
  11. für Motorräder verboten, wie sich rausstellen sollte []
  12. Anrufbeantworter []
  13. das Format eines deutschen Kennzeichens passt nicht in die Eingabemaske, die Meldung kann dauern []
  14. Dame am Telefon klang wie eine ahnungslose Notbesetzung []
  15. bis auf den Tankrucksack []
  16. Abschlepper in England haben wohl keinen eigenen Hof, sondern setzen das Fahrzeug einfach an einem legalen Parkplatz ab []
  17. Parkplätze fanden sich auch keine []
  18. Wohnungsschlüssel []
  19. Die Geschichte aus London, wer erinnert sich noch? []

1 comment to 2013: Ace Cafe Reunion