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2013: Cevennen

13.06.2013 Aufbruch

Raststättenstorch

Raststättenstorch

Optimaler Start eigentlich. Früher als gedacht kamen wir los, rollten nach ausgiebigem Spritfassen in Hagenbach quasi per Autopilot über die Storchenbahn1 südwärts. Dabei noch einem Leibhaftigen2 begegnet, der an der Raststätte bei der Königsburg auf Restejagd war.

Bei Mulhouse dann endgültig auf die Landstraßen. Länderpunkte sammeln in der Schweiz samt Tanken und (Nach)Mittagessen, darauf über schönste Landstraßen und an der Doubs entlang zurück nach Frankreich. Weiter längs der Dessoubie, zwischendurch etwas Schnellstraße und kurz vor 17Uhr waren wir bei der Goldenen Forelle an der Loue.

Der Einzug war ein klein wenig ernüchternd. Sauberer hätte es sein dürfen und da meine ich nicht den von mir versehentlich eingeschleppten Rollsplit. Auch war die Lage nicht ganz so abgelegen wie das geschickt aufgenommene Bild auf der Webseite vermuten lässt. Die Küche des Hotelrestaurants jedoch entschädigte dann ein wenig. Dafür versuchte man am nächsten Morgen, uns einen zu hohen Tarif zu berechnen und zwei im Zimmer vergessene Teile wurden angeblich nie gefunden3. Könnte aber auch sein, daß die dort noch oberflächlicher putzen, als ich befürchtete.

Fazit des Tages: Gut angekommen, durch den frühen Start wurde die optimistische Zeitrechnung nicht zum Problem. Hotelwahl ging leider trotz bester Aussichten ein wenig daneben. Gepäck ließ sich gut verstauen. So kann es weitergehen!
379km in 6:45h Gesamtzeit4

14.06.2013 Willkommen im Motorradurlaub

Viel gibt es zum Blogeintrag zu dem Tag nicht hinzuzufügen. Daß unsere vergessene Wäscheleine samt Haken angeblich nicht gefunden wurde, schrieb ich schon oben. Bleibt nur noch, dem Vercors und dem Le Maronnier hier noch mal eine Empfehlung auszusprechen. Aber wir werden im Laufe des Urlaubs noch sehn 😉

Fazit des Tages: Lange Landstraßenetappe strengt dann doch etwas an und wenn sich dann am Tagesende Fehler anhäufen, wird es nervig. Aber der Ruf der Tourenfahrer Partnerhotels vom letztem Herbst hat sich jetzt drastisch verbessert.
337km Landstraße in 9h4

 

 

 

15.06.2013 Höhen und Tiefen

Auch hier habe ich schon praktisch alles im Blog geschrieben. Bleibt nur vorzugreifen, daß der zumo zum Urlaubsende hin praktisch nur noch als Cockpit und Straßenverlaufsanzeiger mitlief. Und daß der Weg über die Höhen der Cevennen zu Tiefen in der Laune führte.

Kurz noch ein wenig der Streckenführung, die ich im Blog nicht so ausführlich beschrieb: Von Rencurel aus die Bourne-Schlucht runter, ein wenig durch eine Baustellenumleitung rumlaviert, Tankstelle gefunden, Richtung Combe Laval, dort das obligatorische Bild von denm Felsbogen über der Straße. Dann quer über die Hochebene und durch den Wald5 über Vassieux zum Col de Rousset. Der ist genial, kein reines Kehrenkloppen wie der Stelvio, aber dennoch gut fordernd. Die erwähnte kleine Straße in den Cevennen war die D216. Als Tagestour sicher nett, hatte ich sogar für die Gegend mit auf dem Plan. Aber am Ende eines langen Tages auf jeden Fall zu vermeiden.

Fazit des Tages: Öfter auf die Papierkarte schauen und vertraue nie blind einem Navi mit altem Kartenmaterial, daß kleine kurvige Singletracks für so zügig durchfahrbar hält wie große Durchgangsstraßen.
314km kleine Landstraßen und Feldwege in 10h4

 

 

 

16.06.2013 Pausentag

Nach der Ochsentour gestern gab es heute statt der geplanten Tour zum Bambusgarten anlässlich des Hochzeitstages einen motorradfreien Tag. Wobei ich noch ein wenig zweirädrig den Ort erkundete, um einen Laden für ein paar Frühstückszutaten zu finden. Danach ausgiebiges Frühstücken, Stadtbummel und Abendessen. Also nicht wirklich mehr, als auch schon im Tagesbericht stand.

Fazit: Pause muß sein.
Ein paar ungeloggte Kilometer ohne auf die Uhr zu sehen.

 

 

 

17.06.2013 Fühl Dich wie eine Ameise

Mangels Tagesbericht gibt es hier viel zu schreiben. Morgens Einkauf im Supermarkt in Florac, nach dem langen Frühstück über die Corniche und das Tal von Mialet zur Bambouseraie de Prafrance bei Anduze. Das ist ein vor über 100 Jahren angelegter botanischer Garten, spezialisiert auf Bambus. Sehr schön anzusehen und wenn man bedenkt, daß die zig Meter hohen Bambusse eigentlich eine Art Gras sind, landet man bei dem Ameisengefühl.
Eigentlich ein Highlight am Anfang, aber weil eine Führung grad drin rumtrampelte sparten wir es uns für den Schluß auf: Das laotische Dorf. Schön gemacht, der Brüller sind aber die dort lebenden Schweine! Und in dem kleinen Reisfeld haben wir mindestens zwei Schlangen von weitem gesehen. Inwiefern das Einheimische sind oder importierte, wurde nirgends beschrieben. Was für ersteres spricht. Was für ein Glück, daß ich Stiefel trug 😉 Sehr beeindruckend war auch das Drachental, das Vallee du dragon6, ein japanischer Garten mit zwei alten Gingko-Bäumen. Und unzäligen Fischen in allen Größen im Fluß.

Insekten sind auch eine gute Überleitung zum kuriosen Mittagessen. Wie erwartet war der freundliche Typ am Parkplatz, der sagte, wo man parken soll, gar nicht vom Bambusgarten. Wie sein Hinweis auf ein Restaurant in der Nähe vermuten ließ, arbeitet er wohl für die. Am Eingang zum gemütlichen Garten wurden wir auch gleich wieder abgefangen, weil wir wohl in der Zeit, die wir für die 300m brauchten, telefonisch angekündigt worden waren. So was macht mich zwar in Anbetracht eines weiteren Etablissements in Sichtweite generel stutzig, aber was sollte es schon. Man saß nett und das Essen war auch ok. Lediglich der Salat war ein Drama. Und zwar jeglicher Salat, egal ob in der Schüssel oder als Einzelblatt zur Garnierung auf dem Teller: Überall tummelten sich Blattläuse! Ich bastelte ein wenig Französisch zusammen und sagte der Kellnerin, daß sie den Salat ruhig schon mitnehmen könne. „Il ne faut pas des petit animeaux.“7 Annette untermalte das ganze mit einer vorzeigbaren Blattlaus auf einem frisch aufgetischten Blatt. Kurzes Zucken der Augenbraue, später ein minimale Entschuldigung. Naja.

Ach ja, im Gardon de St. Jean konnte ich sogar von der Straße aus große Forellen beobachten, eine sogar regelrecht riesig während Annette weiter unten am Fluß Bilder machte. Bis auf das Mialet-Tal erfolgte die Rückfahrt auf praktisch gleichem Weg. Die Corniche ist eine wunderbare Strecke. Genau die richtige Mischung zwischen schönen Aussichten und Kurvenhatz im Wald.

Fazit: Ausgewogene Mischung aus Motorradtour und Besichtigung.
138km in 3:10h4 ohne den Aufenthalt im Bambusgarten

 

 

 

18.06.2013 Unter Geiern

Die Cevennen bestehen prinzipiell aus mehreren Hochflächen, Causses genannt. Getrennt werden sie von den Schluchten mehrerer Flüsse, die die einstmals eine Hochfläche zerteilten. Bei Florac, genauer in der Ecke unseres Campingplatzes, fließen Tarn und Tarnon, zwei dieser Flüsse, zusammen und auf der anderen Seite des Tarnon geht es hoch zur Causse Méjean. Scwierig und gefährlich sogar laut der Markierung auf der Karte. Doch da Annette an der Felswand nachts schon mehrfach Scheinwerfer gesehen hatte, wollte sie da hoch. War auch kein Thema, normale Paßstraße mit ein paar Kehren, aber gut ausgebaut. Uns kam sogar hochmotiviert ein Tanklastzug entgegen, wer wahrscheinlich den Flugplatz auf der Hochfläche8 versorgt. Die Hochfläche an sich ist sehr nett anzusehen, wenn auch unspektakulär. Hat irgendwas von Schottland, irgendwas von der Hochebene am Bryce Canyon und ist doch wieder irgendwie anders. Die gewählte Straße war schmal genug, um in den durchaus vorhandenen, aber etwas uneinsehbaren Kurven die Schräglagen gering zu halten. Am Flugplatz selbst stand etwas herum, das auf den ersten Blick wie eine alte Spitfire aussah, aber bei etwas genauerem Hinsehen9 sah die Motorhaube mehr nach Morane aus. Aber gut gemacht.

Spektakulärer hätte es am Roc du Serre werden können, einem oft erwähnten Aussichtspunkt in die Tarnschlucht. Doch am Parkplatz war dann plötzlich von 10-15 Minuten Fußweg die Rede. So lange wollten wir unser Geraffel dann doch nicht alleine lassen und überhaupt, wir sind ja nicht zum Wandern da … Kurz vor dem Abschwung nach Les Vignes gabs es dann auch von der Straße aus tolle Aussichten. Dieser Abstieg und der Gegenanstieg sind dann wieder fahrtechnisch sehr zu empfehlen. Oben angekommen befindet man sich dann auf der Causse de Sauveterre. Hier schwenkten wir gen Süden. Doch bevor wie von dieser Hochfläche wieder runterfuhren, parkte ich die KTM auf einer gesplitteten Fläche am Rand einer Kehre, die wohl mal Zufahrt für das verfallene Haus ein paar Meter weiter war. Hier ließ es sich vortrefflich vespern, auch wenn das Haus selbst weniger einladend war, da sich im Laufe der Jahre zu viele Leute dort einluden, die es mit der Entsorgung ihres mitgebrachten Verpackungsmülls nicht so eng sahen und mutmaßlich auch biologisch einiges kontaminiert hatten. Da wollten wir besser in nichts reintreten.

In Peyrelade machten wir einn Abstecher zum Parkplatz zur Burg. Auch hier wieder mehr Fußweg, als wir zu gehen bereit waren. Zudem wollten wir ja noch ein wenig fahren und hatten bereits eine andere Sehenswürdigkeit im Blick. Nach einem kurzen Stück am Tarn entlang samt Tankstop bogen wir in die Schlucht der (des?) Jonte ein, die auch die Geierschlucht genannt wird. Und Geier sind hier auch die Attraktion, wofür sogar eine Art Museum gebaut wurde. Hier wird über die Tiere informiert und für sie geworben, denn im letzten Jahrhundert starben sie aus, wurden aber in den 80ern wieder angesiedelt. Recht erfolgreich, wie man an den vielen Nistplätzen sehen kann. Dafür gibt es eine eigene Beobachtungsterasse mit Fernrohren, die von netten Mitarbeitern auch gerne ausgerichtet werden, falls man selbst nichts findet. Spannend und informativ, das ganze. Annette glaubte dann endlich, daß die großen Vögel allenthalben am Himmel wirklich Geier sind, die hier frei leben. Sie hatte mit ein paar Volieren gerechnet und Geiern, da tagsüber halt mma raus dürfen, aber nicht zu weit!

Die darauf folgende Fahrt durch die Schlucht Richtung Jontequelle wollte Annette filmen, stellte die Kamera aber versehentlich auf „Email-Qualität“, was ein Euphemismus für Pixelbrei ist. Immer am Rand der Causse Méjean entlang kamen wir schlußendlich wieder am Campingplatz an. Nach dem Duschen fuhren wir „ortstypisch“10 gekleidet die paar Minuten in den Ort rein, um den Moules Frites eine Chance zu geben. Das Wörterbuch hatten wir leider nicht mit und da das schlechte Bild daneben wie ein Rollbraten aussah, bestellte Annette ein Jarret de porc grille. Was jedoch sich als Schweinshaxe und nicht wirklich gegrillt entpuppte. Aber sie aß tapfer. Untermalt wurde das ganze vom Aktionismus des offiziellen Frankreichs auf dem Platz. Am Gefallenendenkmal11 des Ortes wurden von Uniformierten Kränze niedergelegt mit Zapfenstreich und Humptata. Was auch immer an diesem Datum besonders ist, mir fällt nichts ein. Nicht uniformiert war übrigens die junge Dame, die aus dem Polizeiauto stieg, um in „unserem“ Lokal am Tresen12 ein wenig zu schnacken. Aber der große Metallbrocken an ihrer Hüfte sprach Bände.

Fazit: Es gab einfach zu viel zu sehen am Wegesrand. Die Strecke an sich war locker bewältigbar. Wenn wir von den Besichtigungsmöglichkeiten gewusst hätten und früher als halb zwölf aufgebrochen wären, hätte das besser gepasst.
140km ohne den Abstecher zum Essen. 6:45h waren wir insgesamt unterwegs von Abfahrt bis Ankunft, d.h. der Besuch bei den Geiern mit gut zwei Stunden ist da auch mit drin.

 

 

 

19.06.2013 Regentag

Wie prognostiziert regnete es morgens und wir bereiteten uns auf einen gemütlichen Tag im Mobilehome vor. Immerhin mussten wir so nicht befürchten, etwas zu verpassen und konnten in Ruhe die Rückfahrt planen. Das hatten wir bewusst offen gelassen, um uns nach dem aktuellen Wetter richten zu können und die Etappen anhand der gemachten Erfahrungen einzuteilen. Nachmittags ging es dann wie im Blog beschrieben auf Hinkelsteinjagd als das Wetter aufklarte. Abends stellte ich dann fest, daß wie die Einschalttaste vorm Urlaub sich auch drei der restlichen vier Tasten am zumo lösen.

Fazit: Gemütlich, dieses Mobilehome. Grad an Regentagen. Und auf Feldwegen geht doch einiges, zumal es hier wohl keine so fiesen Sackgassen wie in den Vogesen zu geben scheint. Aber irgendwann wird Annette mit ihrem antreibenden Optimismus mal helfen müssen, die Karre aus dem Dreck zu ziehen.
51km Landstraße und Schotterpiste in weniger als anderthalb Stunden inkl. reichlich Pause.

 

 

 

20.06.2013 Tauchen im Tarn

Ich übernehme die Überschrift aus dem Blogeintrag um die vergessene Pointe nachzureichen: Wir tauchten quasi durch die Fluten des Tarn. Durch die zukünftigen Fluten, denn was über uns hereinbrach sollte alles in eben diesem Fluß landen. Annette war auch schwer beeindruckt von dem guten Schoppen Wasser, der sich in jedem Jackenärmel zwischen Obermaterial und Membrane gesammelt hatte und beim ersten Hängenlassen der Arme in einem Schwall rauslief.

Und so viel mehr gibt es auch nicht zu schreiben. Ste-Enimie ist ein nettes kleines Örtchen, in dem aber leider gerade die Bürgersteige hochgeklappt wurden, als wir eintrafen. Und ich war nicht so gut zu Fuß. In jeden Wanderurlab der letzten Jahre habe ich ein Päckchen Blasenpflaster mitgeschleppt und nie benötigt. Hier im Motorradurlaub habe ich mir eine dermaßen amtliche Blase eingefangen, daß mir nicht nur das Laufen, sondern manchmal soagr das Bremsen schwerfällt. Annettes Wunderpflaster zur „feuchten Wundheilung“ vertsärkten das Problem eher. Am Ende half ein normales Pflaster, in das ich ein Loch in Blasengröße schnitt und darauf noch ein weiteres normales Pflaster klebte.

Bei dem folgenden Panoramabild sollte man noch bedenken, daß das Motorrad am linken Rand an der selben geraden Straße steht, die man rechts auch wieder sieht. Die Autobahnbrücke ist nicht mickerig, erkennt man auch auf dem anderen Bild aus größerer Entfernung.

Fazit: Annette kann auch Regen, muß aber nicht sein. Wäre sie so abgesoffen wie ich, wäre ich tot.
192km und wir waren 8:40h unterwegs. Davon gehen alleine 3h für Mittagessen, Brückeninfo und Stadtbummel ab.

 

Da WordPress beim Bearbeiten hier langsam rumspinnt und die Seite sonst auch ewig lädt, mache ich hier mal einen Schnitt. Weiter geht es hier mit Teil 2.

 

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  1. Name der französischen A35 []
  2. Storch, nicht dem mit der Forke []
  3. Nachtrag: Wochen später dann doch, Danke fürs Zusenden! []
  4. inkl. Pausen [] [] [] []
  5. auch nett kurvig []
  6. dragon ist übrigens auch ein Anagram für Gardon, ein hier fließender Fluß. Und angelegt wurde es im Jahr des Drachen []
  7. Wenn alles stimmt: Die kleinen Tierchen hätte es nicht gebraucht []
  8. Offiziell der von Florac und Ste-Enimie []
  9. ganz genau und näher ran gabs dann schon nicht mehr []
  10. Jeans []
  11. die gibt es hier echt in jedem Dorf: 1.+2. Weltkrieg auf jeden Fall, Indochina, Algerien, 1870/71 und was sonst noch alles []
  12. wir saßen natürlich draußen auf der Esplanade []

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