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2013: Cevennen Teil2

Dies ist die zweite Seite. Der erste Teil ist hier.

21.06.2013 Der kasachische französische Hufschmied

Oder: Annette kann auch Touren planen.

Der Zustand der Kette wurde langsam nervig und dam am nächsten Tag die Verlegung in die Seealpen anstand wurde ich unentspannt. Da eine Panne zu haben wäre fatal. Am Vorabend hatte ich das nette Mädel vom Campingimbiß nach einer Motorradwerkstatt gefragt. Die lag auch noch zufällig an unserem Weg, den dieses Mal Annette weitgehend geplant hatte. Ich habe das ganze lediglich ins Navi bzw. Oregon1 gehackt. Die Werkstatt fand sich nach der Beschreibung auch, aber dann wurde es hart: Ich musste mein Französisch strapazieren, um dem Meister zu erklären, was ich will. Er sprach was von viel Arbeit und Lieferzeiten. Sein Kumpel, der die ganze Zeit mit den Händen in den Taschen daneben stand, verstand jedoch, daß ich das Material dabei habe und nachdem ich es gezeigt und Arbeitseifer bezeugt hatte wollte er sich doch kümmern. Am Werkstattor in Reichweite des Kompressors wurde mit einer Druckluftflex die alte Kette getrennt, dann die neue mit eingefädelt. Ich hatte bereits den Kettenspanner entsprechend gelockert. Als dann das mir fehlende Spezialwerkzeug2 geholt wurde, stutzte ich. Fäustling, Hammer, Durchschlag, kleine Nuß. Echt jetzt? Echt!
Maestro fädelte am Kettenblatt das Nietschloß ein, trug murrend auf meinen Einwand hin auch das Fett für die Innenschmierung auf und justierte die Lasche so, indem er die kleine Nuß so aufsetzte, daß sie die Nachbarlasche auch bedeckte. Dadurch konnten die Dichtringe nicht gequetscht werden. Mittels Durchschlag und weniger kräftiger Hammerschläge war dann alles vernietet. Mit einfachen Mitteln, aber handwerklichem Geschick geht halt doch alles. 10€ wollte er dafür nehmen, doch angesichts seiner von meiner alten Kette eingesauten Klamotten drängte ich im 15€ auf. Zwischendurch bastelte er noch an anderen Sachen, praktisch alles mit Motor wird in der Gegend wohl zu ihm gebracht. Inklusive der Handmäher der Straßenmeisterei.
Mit Einstellen der Kettenspannung meinerseits dauerte der ganze Aufenthalt eine dreiviertel Stunde. Ab jetzt können wir beruhigt weiterfahren!

Nach wenigen Kilometern war Annette schon begeistert von ihrer Streckenwahl und an einer Kreuzung mit dem Stevenson-Pfad konnten wir nicht nur schöne Bilder machen, sondern auch dokumentieren, was Annette so für Straßen aussucht. In Le-Pont-de-Montvert durfte ich dann unfreiwillig posieren, während Annette das Städtchen ablichtete. Natürlich hatten wir gerade das Mittagsmenügetümmel im Ort erwischt. Später gab es an einem winzigen Sträßchen durch den Wald noch eine Fotopause von einer halben Stunde. Ich nutzte die Zeit zum Futtern 😉

Vor unserem Tagesziel machten wir noch einen kleinen Stop am Aussichtspunkt eines Stausees, dann kamen wir in La-Garde-Guérin an. Das ist ein mittelalterliches Örtchen, daß in einem Reisebericht im Tourenfahrer als leicht zu verpassender Geheimtipp beschrieben wurde. Dafür ist es aber von der Straße aus sehr gut zu sehen und auch ausgeschildert als Sehenswürdigkeit. Wir parkten am Ortsrand, da der Ort selbst für Fahrzeuge gesperrt ist. Dort mümmelten wir im Schatten der Stadtmauer auch unser mitgebrachtes Picknick. Wobei uns ein älterer Herr, der allenthalben Leute anwies und von uns deshalb Bürgermeister tituliert wurde, darauf hinwies, daß es im Ort Picknickbänke gebe. Jedoch leider nicht im Schatten.
Im Ort stolperten wir auch erst einmal in den ersten Laden, wo regianale Produkte und Handarbeiten feilgeboten wurden. Mit Mitbringseln beladen stolperten wir dann wieder raus, Ort besichtigen, Aussicht genießen, Wetterumschwung mit Sorge betrachten. Ohne Kaffee und Crepe brachen wir dann auf.

Am Mont Lòzere vorbei ging es wieder nach Le-Pont-de-Montvert und entlang der Strecke der Anreise weiter nach Florac zurück. Abends dann ein letzter Besuch im Campingimbiß, grob packen und ab in die Heia. So geht eine Woche zuende, in der ich es schätzen lernte, morgens Baguette und gesalzene Butter zu essen, vor dem Abendessen ein Glas Pastis zu genießen und überhaupt mich auf die französische Lebensart einzulassen.

Fazit: Annette soll ruhig auch mal planen. Schöne Tour bei idealem Wetter mit netter Besichtigung.
155km in knapp 7,5 Stunden. Davon sind drei jedoch alleine für die größeren Stops abzuziehen.

 

22.06.2013 Verlegung in die Seealpen

Die Wetterprognose drängte uns die Lösung auf und ich wollte Annette diese Gegend eh mal zeigen. Vorm Urlaub hatte ich ja gar den Hintergedanken, über das Stilfser Joch und womöglich die Dolomiten heim zu fahren, doch das Vercors lockt zu sehr und das tägliche Vagabundieren wäre mir auch zu arg. Aber immerhin Seealpen, genauer die Gegend um den Lac du Serre-Poncon. Viel zu berichten gab es nicht, Fotos haben wir auch wenige gemacht. Eigentlich nur ich eines von unserem Stop am Kirschenstand, der auch im Blog erwähnt wird. Unsere andere Picknickpause am Straßenrand3 war dank abgelegtem Verdauungsendprodukt daneben nicht so der Bringer. Darum auch dieses

Fazit: Pausen besser planen und auch wenn es einschränkt die Tagesetappen doch unter 300km halten. Klingt wenig, aber mehr schlägt aufs Gemüt.
332km in 7h, davon ca. 2h für die größeren Pausen

 

23.06.2013 Ein Tag in den Seealpen

Auch hier hatte ich Zeit für einen eigentlich erschöpfenden Bericht im Blog. Darüber hinaus war nur ein kleiner Abstecher allein in den Ort drin, Geld vom Bankomaten ziehen4 und Tanken für den nächsten Tag. Annette hat an diesem Tag übrigens ein Bild geschossen, das nach knapp 10 Jahren mein „legendäres“ CBR-Bild ablösen könnte. Ob es Zufall ist, daß auch dies in grob der selben Gegend entstand?

Ach, eines blieb doch unerwähnt: Am Vorabend hatten wir geduscht5, morgens waren an der Decke des Untergeschosses6 Tropfen zu sehen. Als wir vom Frühstück kamen, regnete es regelrecht. Abends zogen wir dann um ins „Privathaus“, da war auch noch ein (Privat)gästezimmer einsatzbereit, so daß wir uns wenigstens keine neue Bleibe suchen mussten. Die Zuleitung der Dusche hatte hinter den Fliesen einen Riss entwickelt und somit musste die komplette Wasserversorgung der Wohnung abgestellt werden.

Fazit: Genau die schöne Runde, die ich vorher auch schon geplant hatte. Wäre an einem weniger überlaufenen Wochentag noch schöner gewesen, aber man kann nicht alles haben.
234km in 9:50h abzüglich ca. 1,5h größerer Pausen. Der Rest war kurz und/oder zum Fotografieren.

24.06.2016 Zurück ins Vercors

Auch hier ist im Blog weitgehend alles geschrieben. Dieses Jahr ist bisher in ganz Europa kälter und nässer als üblich. Was wir an diesem Tag wieder im Süden(!) Frankreichs durchstanden, dürfte auch ein durchschnittlicher Sommer in Norwegen kaum toppen.
224km in ca. 5:40h, davon eine Stunde Mittagspause.

 25.06.2013 Ein Tag im Vercors

Hier ist auch im Blog fast alles geschrieben. Was es dann zu essen gab, habe ich inzwischen vergessen. Lecker war es aber immer im Le Maronnier. Und hungrig aufstehen musste ich auch nie, auch wenn ich aus Appetit noch einen Nachschlag geschafft hätte. Ach ja, wenn Annette gleich gesagt hätte, daß sie in Pont spazieren gehen will, dann hätten wir das vorm Tanken erledigt statt unnötig rumzugurken und ich hätte mich besser um meine Blase gekümmert. Aber passte schon alles.

Fazit: Überschaubare Tagestouren sind halt auch im Urlaub das Beste. Und wir haben die komplette Runde geschafft.
138km in 6:20h, davon waren knapp 2h allein die größeren Pausen ohne Photostops.

26.06.2013 Noch ein Tag im Vercors

Heute wollten wir wieder mehr den südlichen Teil erkunden. Zumal Annette sich Lavendelfelder gewünscht hat und unser Wirt meinte, Richtung Drôme könnten die schon blühen. Nach dem Frühstück also erst mal wieder auf die altbekannte Piste, die Bourne-Schlucht runter und zur Stammtanke. Viel ging heute nicht rein, aber wir wollten noch ein Stück fahren. In St-Jean-en-Royans bogen wir dann nicht in Richtung eines kleinen Passes7 ein, bei dem auch noch von „Tunnels du Pionnier“ die Rede ist. Warum? Weil uns eine Straßensperre wieder Richtung Combe Laval schickte. Auch kein Fehler. Im Gegensatz zu der Idee, dem Schild zu folgen, das auf einen anderen Paß verwies. Klein schwarz eingezeichnet und am Einstieg zumindest grob gesplittet, verhieß der Col de l’Echarasson interessant zu sein, gar einen Aussichtspunkt versprach die Karte. Nix war. Gut asphaltiert und ohne Aussicht wurde die Combe Laval und der Col de la Machine unelegant umfahren. Könnte eher eine Umgehungsstraße für Einheimische sein, die keinen Bock auf Touristenstau in der Saison haben. Haken dran.

Auch die folgenden Aussichtspunkte waren dann für die Katz. Die angekündigte, angeblich leichte Bewölkung war da. Auf Straßenbelagshöhe und dichte Suppe. Durch diesen kalten Nebel stocherten wir dann über den Col de la Bataille. Echt schade, denn der Tunnel auf Paßhöhe kann wohl auf einer Schotterpiste umfahren werden und die Aussicht dürfte grandios sein. Ich war froh, überhaupt die Hand vor Augen zu sehen. Unten in Leoncel angekommen schien wieder die Sonne und Höhenmeter gegen Plusgrade erschien uns auch als guter Tausch. Während Annette vor einem alten Kloster Kühe fotografierte, tauten wir im Sonnenschein auf.

Deshalb schenkten wir uns auch den Schlenker über den nächsten Bergrücken und wenige Kilometer südlich wieder zurück, stattdessen nahem wir den direkten Weg. Dafür fuhren wir in die Sackgasse „Gorges d’Omblèze“, an deren Talschluß man prinzipiell zum Col de la Bataille hochschauen könnte. Doch die Sperrung war mitten im Wald ohne Sicht. Dafür gab es lustige Ortsnamen wie „Chute (Abfluß?) des la Pissoire“ und „Ansage“. Und eine „Moulin de la Pipe“, die sich als nette Restaurantkneipe mit kulturellem Anspruch8 entpuppte. Mittagessen!

Das vom Wirt angepriesene Eisenkreuz auf dem Kamm sahen wir zwar, doch die Suche nach der Straße, von der aus man in wenigen Minuten zum Kreuz und einer grandiosen Aussicht laufen könne, verlief ergebnislos. Lavendelfelder hatten wir erst recht noch keine gesehen. So fuhren wir weiter ins Drôme-Tal hinunter und die D93 von der Verlegungsfahrt in die Cevennen entlang bis wir endlich etwas fanden, das für Annette halbwegs akzeptabel war. Und außerdem kurz vorm Cezanne, dem wir dann eh noch einen Kaffeebesuch abstatten wollten. Doch es war geschlossen und wir tranken ein Kaltgetränk und Käffchen im Cafe auf der anderen Straßenseite. So ist halt das Leben.

Rückweg über Die9 und Col de Russet10 samt Abstecher zum Skigebiet. Leider ohne versprochene Aussicht und die Offroadeinlagen endeten schnell an verbarrikadierten Skipisten. Dann zurück über die Hochfläche zum Maronnier. Wir waren mal wieder die ersten und ich gönnte mir heute ein Ziel-Panache11 in der Hotelbar bzw. auf der Terasse. Und durfte Belgiern erklären, warum ich zwei Reservekanister durch die Gegend fahre. Abendessen war wieder zu lecker für die Portionsgröße, aber genug. Das mit dem Packen haben wir vertagt, da wir eh immer lang vorm Frühstück wach waren. Ja, morgen ist schon wieder Verlegung.

Fazit: Blödes Wetter dieses Jahr und die Lavendelfelder verstecken sich in der Gegend gut. Ansonsten alles top.
233km in in knapp 8h, davon etwas über anderthalb Stunden für Mittag und Kaffee.

27.06.2013 Alt werden im Faltenjura

Heute also die Verlegungsfahrt. Daß die auf meinen Geburtstag fiel, war Zufall. Ich lege da nicht so viel Wert drauf. Wie geplant waren wir früh wach, packten und konnten wie so viele andere auch pünktlich zum Frühstücksbeginn anfangen, uns den Bauch für den Tag vollzuschlagen. Schienen heute einige abzureisen. Da fiel leider auch die Verabschiedung vom Wirt knapper aus als geplant.

Statt dem Tunnel und der kleinen Straße von der Hinfahrt vor zwei Wochen wollte ich was anderes probieren. Was Annette sehr verblüfft, fuhren wir doch in die „falsche“ Richtung los. Die Gorges d’Engins brachte uns dann in die Ausläufer von Grenoble und entlang der unfreiwilligen Autobahnetappe der Anreise wieder bis Voreppe. Dieses Mal wollte ich mehr vom Chartreuse mitnehmen, da unser heutiges Etappenziel deutlich weiter südlich liegt als unser Start bei der Hinfahrt. Nur bremste uns eine unklare Sperrung aus. Schließlich landeten wir wieder auf der N6 und gelangten so nach Chambery.

Immerhin gab es im Gewerbegebiet an der Einflugschneise einen Supermarkt mit Klo und Tankstelle. Aber so richtig lauschig Mittagessen war nicht drin. An der Rhône, in Anglefort, fand sich dann später aber eine nette Einkehr. Annette bekam endlich ihr Tartiflette, komplett mit Salat und Schinkenplatte. Ich war inzwischen ausreichend französisiert und griff zum Tagesmenü. Vorspeise vom Buffet, gefülltes Schnitzel mit Bohnen und Reis, Käseplatte, süßer Nachtisch nach Wahl und Kaffee. Den zugehörigen Wein ersetzte ich wieder durch Cola. Alles für 13€. Und zwei Stunden ausgiebiger Pause.

Kurz darauf beim Einstieg ins Jura verhaspelte ich mich gewaltig. In einer Baustelle hätte ich abbiegen sollen, dachte aber in dem Moment nicht daran, aufs GPS zu schauen. Gut, DAS ist wieder ein Argument für ein laberndes Navi. Die kurz darauf folgende zweite Baustelle entpuppte sich als Einbahnstraße: Ich kam einfach nicht mehr auf den selben Weg zurück.  So improvisierte ich eine nette Strecke quer über einen Bergrücken, um wieder ins langgezogene Tal der Anreise zu kommen. Wobei die Gorge nach St. Claude rein gar nicht mal so der Bringer und von einem Fahrschulwagen blockiert war. Die Alternative am Tacon entlang wäre sicher auch nicht schlecht gewesen. Aber das können wir sicher mal austesten, denn Annette hat so gefallen am Vercors gefunden, daß wir sicher noch mal dort hin fahren wernden.

Das Hotel St. Hubert am Ortseingang war dann in der Tat eine Etappenunterkunft. Sauber und funktional, aber irgendwie auch blass. Aussicht natürlich eh Mangelware. Dafür war das Personal überaus nett und das 15€-Menü im Restaurant geschmacklich, optisch und von der Menge her echt der Bringer. Damit verglichen war es fast schon frech, für das Frühstück am nächsten Morgen 9€ pP zu verlangen. Mischkalkulation wohl.

Fazit: Man sollte auch auf einer Verlegung mal fotografieren. Kein einziges Bild heute. Dafür kamen wir fast streßfrei und zeitig an.
261km in 7h abzüglich 2h Mittagspause

 

28.06.2013 Gen Vogesen

Wieder so ein Verlegungstag, an dem am Abend alles ganz anders ist als noch am Morgen. Kurz nach 9Uhr hatten wir das übersichtliche Frühstück abgehakt, die KTM wieder aufgerödelt12 und stürzten uns durch St. Claude. Industriestadt in den Bergen, soso. Das hieß vor allem erst mal Verkehr.

Irgendwie hangelten wir uns dann Richtung Baume. Unser Platzdeckchen am Abend war voller Touriwerbung und der dortige Wasserfall hatte es uns angetan. Gefunden haben wir aber erst den Aussichtspunkt oben auf dem Plateu hinunter in den kleinen Taleinschnitt, in den sich eben auch dieser Wasserfall stürzt. Lohnte sich aber. In den Ort fanden wir dann auch per Augenmaß, der Wasserfall – Cascade des Tufs – war dann leicht zu finden und ebenfalls lohnend. Rechtzeitig mit dem asiatischen Einmarsch konnten wir mit ausreichend Bildmaterial flüchten. Raus aus dem Ort ignorierte ich erst mal wieder das GPS, um ein lohnendes Fotoziel so anzupeilen. Oben auf einer Felskante sah man von Weitem schon ein altes Örtchen, Château-Chalon.

Spontan, wie die ganze Fahrt eh geplant war, ging es grob Richtung Pontarlier haltend durch Champagnole, ab da die Augen geöffnet für eine Mittagseinkehr. Bei der ersten Möglichkeit musste man uns leider abweisen. Was in dem recht vollen Lokal noch unbesetzt war, war schon reserviert. Auch hier wieder viele Handwerker und Arbeiter. Ebenso bei unserem folgenden Versuch, nur daß man noch ein Plätzchen für uns hatte. Dafür aber keine Karte. Es gibt das Tagesgericht oder das Tagesgericht mit Menü drumherum. Basta. Der Hauptgang, Boef français oder so, war eine Art angebackener Kochschinken. Dazu reichlich Beilagen, unter anderem Blattspinat. Dem sind wir auf der Tour mehrfach begegnet und er ist irgendwie leckerer als der bei uns unvermeidliche Rahmspinat. Annette reichte der Hauptgang für 7€, ich nahm wieder das komplette Menü für 13€.

Nach knapp anderthalb Stunden ging es wieder weiter unter grauem Himmel. Grau und kühl war es wieder den ganzen Tag und da die Prognose für den nächsten Tag schlecht war, schielte ich schon wieder langsam Richtung Heimat. In Pontarlier kreuzten wir kurz unseren Hinweg, um dann näher an der schweizer Grenze entlang Richtung Montbéliard zu halten. An der Doubs hätten wir gerne noch mal pausiert, aber da war immer was im Weg und der Stop sollte auch zur Blasenerleichterung dienen, was bei der dichten Bebauung problematisch war. So landeten wir plötzlich auf dem Stück Autobahn, daß ich zur Vermeidung der Städte in Kauf nehmen wollten. Die Durchfahrt durch Belfort wurde für mich somit problematisch und ich wurde ein wenig hektisch. Grund genug, an der Ausfallstraße in den erstbesten Feldweg einzuschwenken. Von dem aus, wie es sich herausstellte, auch die hiesigen Hundehalter gerne ihre Tierchen laufen lassen. Immerhin war Annette ganz angetan von dem neugierigen Rudel, so daß mir das mangelnde Ambiente des Picknickplatzes nicht zum Verhängnis wurde.

Bei Giromagny zapften wir und dann noch mal die Tanks voll und schwangen uns über den Col d’Alsace runter nach Bussang und über die N66 hoch zum gleichnamigen Pass. Da oben steht unsere Unterkunft des Tages, ein weiteres Tourenfahrer Partnerhaus, auch mal wieder von Holländern betrieben. Dort hatten bis auf uns beide und einen Einzelfahrer alle abgesagt wegen der Wetterlage. Doch beim Abendessen saßen dann mit den Spontanübernachtern doch wieder mehr als ursprünglich angekündigt. Dummerweise hatte ich hier nicht angekündigt, daß ich kein Geflügel vertrage und wir bekamen prompt Hähnchenschlegel in Rotweinsoße. So verputzte ich neben meinen auch Annettes Kroketten, die sie eh nicht so mag. Immerhin war der Wirt so aufmerksam, daß er nachfragte, ob was nicht stimme, aber ich wollte meine Schusseligkeit nicht eingestehen. Nett wie er ist, hätte er sich womöglich noch die Mühe gemacht, mir was anderes zu organisieren. Musste nicht sein.

Fazit: Mal wieder die Planung der Pausenorte und das trübe Wetter. Ansonsten sehr nett geworden für eine Verlegungsfahrt. Der Ballon am Ende des Tages war dann aber doch keine Freude mehr.
330km in 8:37h mit 2:15h größere Pausen

 29.06.2013 Endspurt

Der letzte Reisetag startet zwiespältig. Zwar konnte Annette die von Wirt Mark in Aussicht gestellten Gemsen vom Zimmerfenster aus entdecken, dafür stapften die aber im strömenden Regen rum. Und gar nicht in der Felswand, sondern quasi im Garten des Hotels! Ich bruddelte ein wenig in mich hinein, daß man wohl doch gestern über die Bahn hätte heimrollen sollen, gibt es im Regen heute doch auch nur Bahn. Frühstück war in Ordnung und ein wahrer Segen die überdachten Abstellmöglichkeiten für die Motorräder. So konnte ich in Ruhe im Trockenen aufrödeln. Wir waren dann zwar die letzten, die aufbrachen, aber immerhin direkt im Kielwasser einer bayrischen Truppe auf dem Heimweg. Deren letzter dann auch wohl noch ein Regenschisser vor dem Herrn war, so langsam konnte ich fast nicht fahren. Die ganze N66 bis runter nach Thann zog sich, dann Schnellstraße Richtung Colmar, kurz davor der Wechsel über die Landstraße zur Autobahn. So kamen wir gut voran, auch wenn um Strasbourg wieder alles voll war. Regen gab es fast keinen, die Vogesen hielten alles ab. Nur wenn die Gipfel niedriger wurden, frischte es feuchter auf. Roeschwoog erreichten wir dann nur mäßig durchfeuchtet13 und wollten in unser Flammkuchenstammrestaurant einkehren. Nur öffnen die erst abends. Na gut, dafür hatte der gleichnamige Nachbar geöffnet, so bekam der eine Chance.

Gestärkt wollten wir dann noch die letzten Lücken im Gepäck mit Einkäufen aus einem französischen Supermarkt auffüllen. Immerhin ist Samstag und am Sonntag wollten wir nicht hungern. Doch was für eine Odyssee! In Seltz wollten wir zum SuperU, doch kurz davor lockte das Schild eines Carrefour in Scheibenhard(t). Das in Florac war auch ein Carrefour gewesen und so entschieden wir uns um. Doch weder in Scheibenhardt14 noch in Scheibenhard15 konnten wir etwas finden. Sämtliche Hinweisschilder verliefen im Nichts oder widersprachen sich. Irgendwann hatte ich so einen Brass, daß ich gen Wissembourg fuhr. Da wäre auch was, erinnerte ich mich. Zumindest der Supermarkt, dessen Tanke mit deutschem Plastik Sprit zu entlocken war. Doch der Markt war winzig und Annette unzufireden. Ich mittlerweile wieder naß16 und grantig genug, daß ich am liebsten einfach heimgefahren wäre. Die Hinweistafel für den SuperU fand sich dann, doch der Laden selbst ist in Seltz – just da, wo wir nur wenige hundert Meter und noch trocken vorbeigefahren waren! Eine Stunde und 65 zum Teil nasse, jedenfalls überflüssige Kilometer Später kamen wir dann also an dem Markt an, den wir ursprünglich ansteuern wollten…

Nach einer Stunde Einkauf und Tanken machten wir uns vollbeladen endgültig auf den Heimweg. Der war dann ja trivial.

Fazit: Wieder mal erwies sich, daß man den Hinweistafeln französischer Supermärkte nicht immer trauen kann. Wie oft bin ich schon erfolglos rumgeeiert. Davon ab aber für die angekündigte Sintflut, die auf dem ursprünglich geplanten Weg durch die Berge auch stattfand, das Wetter noch recht gut. Autobahn ist halt doof, aber wir waren doch noch zeitig daheim und konnten unseren Kram versorgen.
302km hauptsächlich Autobahn in 6:42h, davon 2:15h für Mittag und Einkauf. Sonst keine Pausen.

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  1. der zumo lässt sich ja nicht mehr per Taste einschalten, funktioniert also nur noch am Motorrad []
  2. es gibt wirklich sehr schicke Vernietwerkzeuge []
  3. immerhin offizielles Picknickbänkchen []
  4. Unterkunft verlangt 4% Aufschlag bei Kartenzahlung []
  5. im Obergeschoß []
  6. Ferienwohnung als Doppelzimmer vermietet bekommen, wir erinnern uns? []
  7. weiße Straße, grün markeirt, also schöne Aussicht []
  8. u.a. Jazzkonzerte []
  9. Tanken []
  10. geht immer []
  11. Radler []
  12. zum ersten Mal seit Lods hatte ich den RAM-Halter für das Oregon vom Lenker weggemacht und eingeschlossen []
  13. die Klamotten, nicht wir []
  14. deutsche Seite []
  15. frazösische Seite []
  16. dieses Mal selbst, blöde Jacken/Hosenkombination []

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