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2016: Collioure

Der klassische Märzurlaub, nur ausnahmsweise mal nicht über Annettes Geburtstag. Der war am Samstag und da wollten wir nicht An- oder Abreisen. Grob wurde Freitag auf Freitag geplant, was aber von den verfügbaren Flügen her nicht passte und zu seltsamen Verhältnissen führte: Ein freier Freitag und Samstag daheim.

Ziel war Collioure, ein kleines Örtchen an der französischen Mittelmeerküste kurz vor der spanischen Grenze. So wurde dann auch die Logistik multinational: Girona ist so nah wie jeder französische Flughafen, die Flüge billiger und vor allem vom Baden Airpark aus und selbst ein Mietwagen mit erlaubter Grenzüberschreitung1 ist günstiger als in Frankreich. Gefunden hatte Annette den Ort in einem Heftchen, das sowas wie die schönsten Örtchen am Mittelmeer auflistete. Und mildes Wetter im März wird gerne genommen. Heuer hätten wir es besonders gerne gehabt, aber es kam etwas anders.

13.03.2016 Erst mal Spanien

Bis Frankreich ging es erst mal nicht, sondern nur drüber. Oder dran vorbei, wie man es nimmt. Von Karlsruhe nach Girona und dann ab in ein kleines Hotel im Hinterland Richtung eines Naturparks mit Vulkanlandschaft. Pyrenäen heißen die Berge, also wohl was mit Feuer. Über den Tag und auch die Vorbereitung habe ich recht ausführlich geschrieben. Telefon und Bluetoothtastatur machen es vor Ort leicht. Alles lief ungewöhnlich glatt, so daß ich das Stromkabel fürs Navi vergessen musste. Half aber nichts, die Sache mit dem Abendessen hatte dann doch beinahe nicht geklappt. Dafür sind wir um so uriger, authentischer und landestypischer untergekommen. Später sollte uns unsere französische Wirtin erzählen, daß man in einer Bar in Spanien nie hungern muß, irgendwelche kleinen Gerichte gibt es immer, auch wenn es nur belegte Brote2 sind und keine geschriebene Karte existiert.

14.03.2016 Ab nach Frankreich

Durch die Berge ging es, ein wenig ausholend, rüber zum Zielort. Schnellster Weg etwas über eine Stunde, aber wir hatten ja den ganzen Tag Zeit. Hoch genugt sind die Berge hier auch, um im März noch schneebedeckt zu sein. Einen ausführlichen Blogbericht gab es, als Annette schon selig in unserer Unterkunft Villa Miranda schlummerte.

15.03.2016 Erst trüb, dann bestes Wanderwetter

Regnerisch begann der Tag und wir kamen gar nicht so zu Potte. Wir machten erste Bekanntschaft mit den Kommandos von gegenüber. Man hatte uns „gewarnt“, daß die morgens mit Musik die Flagge hissen würden, waren aber die ganze Woche streßfrei. Zur Wanderung kann ich noch hinzufügen, daß diese Bilderrahmen wie auf dem einen Bild unten immer wieder auftauchten. Schaut man durch sie, sieht man in natura das, was auf einem berühmten Gemälde dargestellt wurde. Name von Bild und Maler stehen auch auf dem Rahmen. Schließlich war Collioure eine Hochburg der Fauvisten, Picasso hatte mal für eine Woche Unterschlupf in den Räumlichkeiten unserer Unterkunft und der Vater unseres Gastgebers hatte in seiner Hotelbar reichlich Bilder hängen von verarmten Künstlern, die er quasi heimlich3 durchfütterte.

16.03.2016 Bummeln

Mieses Wetter erneut am Morgen. Aber es ist Markttag und ein Markt will immer genau inspiziert werden. Dazu gab es dann noch eine Landungsübung der Kommandos am Stadtstrand. Irgendwie bizarr, das Ganze. Wie überhaupt die Idee, ein Ausbildungszentrum für Spezialeinheiten in einem alten Fort mitten in einem Touristenort unterzubringen. Uns hat es den Urlaub über aber immer wieder köstlich unterhalten. Allein das eine Mal, als zig Leute auf dem Boot rumstanden wie im Bauarbeiterklischee, während einer an der Winde rumfrickelte und ein Schlauchboot an dieser rumbaumelte. Zum schönen Wetter nach der Mittagszeit gab es dann ein Verdauungsschläfchen der Dame, während ich vor- und nachbereiten konnte. Das Blog war somit recht aktuell. Abschließende dann eine kleine Wanderung, die in etwa da ansetzte, wo wir vom Ende der Vortageswanderung hingucken konnten. Spanien war somit zum Greifen nahe.

17.03.2016 Regentag

Nicht, daß das Wetter gestern top war oder es morgen wirklich sein würde. Kälter war es nach dem Regen zudem und die Gipfel im Hinterland waren doch tags zuvor noch nicht weiß? Aber heute war der eine angekündigte Regentag und wir machten auf gemütlich. Mit Techniktests und Rumlungern im Ort. Hier noch zwei Zusatzinformationen. Der abgebildete Gehweg bildet quasi die Hauptverbindung für Fußgänger zwischen den beiden Ortsteilen dies- und jenseits der Festung. Es existieren Schranken, also wird der Weg wohl auch geschlossen, wenn der Wellengang zu arg wird. Was man hier sieht, läuft dann wohl noch unter „ganz ok“. Abends begegneten wir beim Hafen regelmäßig drei Stockerpeln. Was auch immer die drei Jungs motivierte, wir fanden die drei Junggesellen ganz putzig.

18.03.2016 Zwei Burgen im Kartharerland

Trockener könnte es sein im Landesinneren, dachten wir. Und wir könnten mit den Châteaus de Queribus und Peyrepertuse zwei tolle Burgen sehen, dachten wir. Fecuht war es und die Fernsicht mangelhaft. Immerhin haben wir uns das Abendessen verdient! Dank reichlich Zeit auf der Rückreise gab es auch hier zeitnah einen ausführlichen Bericht.

19.03.2016 Tour Madeloc

Der letzte Tag. Noch eine kleine Wanderung zu einem Aussichtspunkt. Auch hier wieder zugig und voller Wolkenfetzen, aber dann auch wieder richtig schöne Aussichten. Insgesamt bestimmen zwei Dinge die Gegend: Der Weinbau und die Nähe zu Spanien, die sich historisch in unzähligen Befestigungen, Batterien, Forts etc. ausdrückt. Aufgrund der zeitlichen Nähe besser erhalten und fast zahlreicher als die Burgen in der Pfalz und dem Elsaß. Und ein nettes Detail oben am Turm. Der Fels kam mir gleich seltsam vor, wenn auch nicht so auffällig wie auf dem Foto. Die augenscheinlich eingepasste Tür mit der durchgehenden Felsstruktur erinnert ein wenig an den Zugang zu Moria, war aber zu gut, um echt zu sein. Tatsächlich, ein Anklopfen ergab, daß das ganze Häuschen aus Fiberglas aufgebaut ist und nur auf Fels macht. Da ist es gleich noch mal drolliger, daß rundherum kleine rote Schilder vor Steinschlag warnen.

20.03.2016 Nur bis Girona

Rückflug war für heute angesagt, aber wir kamen nur bis zum Flughafen. Alles, was wir geplant hatten, lief wie am Schnürchen. Dann streikten die französischen Fluglotsen. Und da Girona schon von denen verarztet wird, klappt das auch nicht mit „Frankreich übers Mittelmeer weiträumig umfliegen“. Schlußendlich ein vertrödelter Tag, der Annette und mich ein paar Überstunden kostete, weil wir ja am Montag nicht arbeiten konnten. Dafür war dann aber noch genug Zeit, um zumindest hier alles so weit aufzubereiten, daß daheim fürs Blog wenig Zeit gebraucht wird.

21.03.2016 Jetzt aber ab nach Hause

Viel rumgesessen sind wir dann noch an dem Tag. Vom Frühstück bis zur Abfahrt des Shuttles gegen Mittag, am Flughafen nach dem Einchecken und nach der Sicherheitskontrolle am Gate. Und am Flieger. Aus Abflug um 14:30 Uhr4 wurde dann was mit 17 Uhr. Alleine im Flieger saßen wir am Boden eine Stunde, um startklar zu sein, falls unser von den Streikenden zugewiesener Slot vorgezogen würde. Dafür gab es aber noch ein paar Bilder von den Alpen im Abendlicht. Im Gegensatz zum Hinflug hatten wir ein paar wolkenfreie Abschnitte. Und noch mal vielen Dank an die Nachbarn. Uns abzuholen, wo doch am Montag der Zubringerbus nicht fährt, war schon eine tolle Sache. Daß sie das mit einem Einkaufsbummel verbinden wollten war nur legitim. Doof nur, daß wir am Ende immer noch ewig Verspätung hatten und sie vor Ort rumtrödeln mussten…

Fazit

Leider etwas verregnet und kühl, dafür aber auch recht erholsam. Sportlich war es eher weniger. Motorradfahren wäre in der Gegend echt mal was. Wenn man die Anreise hinkriegt und das mit dem Wandern zwischendurch gebacken bekommt.

Olle Kamellen

Wie neuerdings üblich lasse ich zum Vergleich noch mal den Text von vor der Reise, also die Planung, stehen:

Wieder mal soll es im März in den Süden gehen. Ausnahmsweise mal nicht direkt an Annettes Geburtstag, sondern kurz danach. Geplant ist bisher Folgendes:

  • Sonntag, 13.03.2016 Wählen gehen, dann Fahrt zum Flughafen. Möglicherweise mit dem familieninternen Chauffeurdienst. Abflug um 14:20Uhr am Baden Airpark. Ankunft 16:00Uhr in Girona. Mietwagen abgreifen und zum Hotel Can Garay fahren. Abendessen und Runterkommen.
  • Montag, 14.03.2016 Weiterfahrt durch die Pyreneen nach Collioure. Mit Gucken und Fotos machen, Berge anschauen. Ankommen in der Villa Miranda, unserer Unterkunft für die Reise. Abendessen, Mittelmeer genießen.
  • Dienstag bis Samstag Autofahrten durch die Gegend, Wanderungen, Ausspannen. Museen hat es für schlechtes Wetter auch halbwegs in der Nähe.
  • Sonntag, 20.03.2016 Rückflug um 12:00Uhr von Girona, Ankunft 13:55Uhr in Baden Airpark. Ab da dann entweder der Zubringerbus oder Familientaxi oder mit dem eigenen Auto, falls das dort parkt.

Klingt entsprannt, soll es auch sein.

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  1. Europcar, Hertz hat keine Filiale am Flughafen Girona []
  2. Bocadillos, eher Baguettes, durchaus auch warm []
  3. d.h. ohne daß es die kritische Ehefrau mitkriegen sollte []
  4. oder so []

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