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Wie alles begann

Dies hier schrieb ich am 23.01.2008:

Da denkt man, zu viert mit den Nachbarn könnte man dank neuer Beleuchtung auch im Dunkeln sicher walken gehen, aber dann wird man doch Opfer einer Art Überfall.

Nach der ersten halben Runde fiel uns im Licht der Stirnlampe ein kleines helles Tierchen auf. Wir waren bisher noch nie im Dunkeln auf dem Airfield gewesen und da es ein Naturschutzgebiet ist, sind Viecher da nicht überraschend. Dieses zeigte kaum Scheu. Weshalb ich Annette eindringlich drum bat, nicht hinzulangen, auch wenn es noch so niedlich aussieht. Wer weiß, was dieser Nager für eine Krankheit hat und wie bissig er ist. Auch klärte sich die Lage bald, als das sandfarbende Tierchen den Weg entlanghoppelte und in der Dunkelheit verschwand. Wobei ich da langsam auch Zweifel bekam, daß das eine Haselmaus oder sowas sein sollte bei den Hinterbeinen.

Die Nachbarn machten sich nach der ersten Runde auf den Heimweg, aber wir wollten noch eine zweite drehen. Und prompt wurde uns an der selben Stelle wieder aufgelauert. Vom selben Tierchen. Wir beäugten es diesmal genauer, nicht zuletzt weil ich eine Runde lang zu hören bekam, daß das arme kleine Tierchen sicher exotisch ist, ausgesetzt wurde und jämmerlich erfrieren wird. In der Tat, glänzendes Fell, trockene Augen und kein Anzeichen für Krankheiten. Nur etwas bewegungsunlustig, auch wenn es zuvor ein ganz schönes Tempo vorgelegt hatte. Dank Stirnlampe hatte ich auch sofort die Stelle im Gebüsch ausgeleuchtet, von der ein Rascheln kam. Ein Tierchen ähnlicher Statur, aber grau statt sandfarben und mit roten statt schwarzen Augen hoppelte da auch rum. Zwar etwas skeptischer als sein Kollege, aber dennoch ohne wirkliche Furcht. Scheuer war da eher das sichtbar größere dritte Tier. Wir beobachteten die beiden Neuankömmlinge eine Weile. Dabei war noch ein weiteres Rascheln zu vernehmen, aber kein Tier zu sehen.

Diese Ablenkung nutzte das erste Tierchen, um Annettes Schuh zu erklimmen und sich zwischen den Schnürsenkeln einzurollen. Sehr zur Freude der Schuhträgerin. Irgendwann versuche ich, es ein wenig mit der Hand wegzuschieben, denn wir wollten weiter. Ohne Nager, denn wir wollten das Einzeltier nicht aus seiner Familie reißen und die beiden anderen hatten sich mittlerweile aus dem Staub gemacht. Klappte aber nicht. Das Kleine schnupperte kurz an der Hand, fand wohl Gefallen an der Wärme und krabbelte mir in die Handfläche. Jeder Versuch, es wieder abzusetzen, führte zu Gegenwehr. Der kalte Boden war für den Anhalter absolut indiskutabel.

So entschieden wir uns also, den Racker aufzunehmen und gingen heimwärts. Weit kamen wir aber nicht, dann stand auch schon sein grauer Kollege am Wegesrand und hielt den Daumen raus. Ich sah das aber als Chance, unseren Findling doch nochmal bei seiner Sippe abzusetzen. Aus der Hand herraus schnupperte er zwar neugierig, aber machte keine Anstalten, sich zum anderen auf den Boden zu gesellen. Der ließ sich dafür von Annette gerne mitnehmen.

Somit sitzen jetzt zwei kleine Nager hier in einer Kunststoffkiste, von der ich hoffe, daß sie nicht daraus ausbüchsen können. Eine Suche bei Wikipedia ergab, daß sich wohl zwei Mongolische Rennmäuse (auch als Gerbil gehandelt) Zugang zu unser Wohnung und unseren Herzen verschafft haben. Mal sehen, ob sie auch noch so zutraulich und handzahm sind, wenn der durchgefrorene Hintern erst mal aufgewärmt ist.

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