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Die Richtige Kreuzung

Diesen Trick habe ich mir in Norwegen erarbeitet. Ich habe ihn bisher an keiner anderen Stelle gesehen, also bin ich entweder genial oder verzapfe hier großen Mist. Aber es hat vortrefflich funktioniert.

Ausgangsbasis: Kein GPS, nur Karte und Kompaß. Wegbeschilderungen sind dürftig. Man befindet sich aber auf bekannten/markierten/eingezeichneten Wegen. Nur ist unklar, an welcher Kreuzung man sich gerade befindet.

Lösung: Ich suche mir einen markanten Punkt auf der Karte, der auch hinreichend nah ist. Dadurch ergeben sich für jeden Kreuzungspunkt (oder auch Abbiegepunkt) recht eindeutige Himmelsrichtungen. Die kann man entweder vor Ort bei sponatner Wegführung aus der Karte ablesen oder sich eine Art Roadbook im Vorfeld erstellen. Das kann sich dann so lesen: „Nach dem Paß dem Weg weiter folgen bis zu der Abzweigung, an der die Hütte auf demunddem Berggipfel bei 263° liegt.“ Oder eine beliebige Kurzschrift davon. Dabei nie die magnetische Mißweisung vergessen!

Im Prinzip ist das ganze nichts anderes als eine Abwandlung der Methode, seinen Standort mit Hilfe von Landmarken, Kompaßrichtungen und Karte zu bestimmen. Dabei werden mehrere Blickrichtungen zu bestimmten Landmarken (Standlinien) auf der Karte eingezeichnet, die sich idealerweise an einem Punkt, dem eigenen Standpunkt, kreuzen. Ich habe die Methode etwas vereinfacht, da eine „Standlinie“ bekannt und eingezeichnet ist: Der Weg. Diesen kreuze ich nun nur mit einer Standlinie. Das sollte auf markierten Wegen reichen, in der Wildnis sieht das aber anders aus!

HowTo: Ich beschreibe jetzt mal nur die Definition eines Punktes. Ein Weg ist ja nur die Anordnung mehrerer Wegpunkte.

  1. Abbiegepunkt genau bestimmen. Klingt trivial, kann aber bei unübersichtlichen oder häufigen Kreuzungen, also genau dann, wenn man das hier am nötigsten braucht, notwendig sein.
  2. Bezugspunkt bestimmen. Dieser sollte recht eindeutig bestimmbar sein. Ein flacher Bergrücken taugt nicht, ein Gipfelkreuz (das auch auf der Karte genau eingezeichnet ist) ist hingegen ideal. Es muß ein Bezugspunkt sein, keine Bezugsgegend. Auch freistehende Gebäude sind nützlich, ausgedehnte Ortschaften wertlos. Idealerweise ist der Bezugspunkt grob in Gehrichtung, dann muß man sich zum Peilen nicht umdrehen.
  3. Einen weiteren Bezugspunkt festlegen. Nicht zwingend notwendig, aber jeder macht Fehler. Dann ist die Orientierungshilfe plötzlich hinter einem Kamm oder Absatz, weil man sich die Höhenlinien nicht genau vor Augen geführt hatte. Oder eine Wolke macht sich da gerade breit. Ein weiterer Orientierungspunkt schadet nicht. Außerdem kann man im Zweifel seinen Standort neu bestimmen, wenn man glaubt den Weg verloren zu haben. Zumindest muß man sich dann nicht noch erst vor Ort einen Bezugspunkt suchen. Zuguterletzt hat ein gezielter und ausführlicher Blick auf die Karte vor einer Wanderung noch nie geschadet.
  4. Mit dem Geodreieck oder anderem geeigneten Gerät den Winkel zu dem Bezugspunkt (den Bezugspunkten) ausmessen. Diesen auf die Karte oder ins Roadbook eintragen. Ggf. hier schon die Mißweisung reinrechnen. So mache ich es, damit ich unterwegs nicht nochmal nachdenken muß. Aber nicht doppelt reinrechnen!
  5. Auf dem Weg nun an jeder (in Frage kommenden) Kreuzung mit dem Kompaß den Bezugspunkt anpeilen. Angenommen, der Punkt befindet sich in Richtung 45° (exakt Nordost). Ich drehe bereits im Vorfeld den Kompaß auf diesen Wert (Mißweisung beachten, aber nur einmal. Aber das sagte ich bereits). Nun peile ich einfach den Bezugspunkt an und wenn ich an der richtigen Kreuzung bin, zeigt die Nadel genau auf die Nordmarkierung. Wer sich nicht denken kann, was eine Anzeige rechts oder links von der Nordmarkierung bedeutet, hat nicht genug Grundkenntnisse zur Navigation mit einem Kompaß und sollte auf Wegen mit anderen Orientierungsmöglichkeiten bleiben. Behaupte ich jetzt mal frech.
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