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20050914-Sassongherbesteigung

Länge: 10km

Dauer: 7:20h

Anstieg: 945m

Abstieg: 1300m

Track: 20050914_Sassongher.zip

Der Berg hatte es mir angetan. Bereits vor 4 Jahren, als wir zum Motorradfahren in den Dolomiten waren, bewunderte ich ihn jeden Morgen durchs Fenster des Frühstückraums. Damals hieß es schon von der Wirtin, daß eine Besteigung kein Problem wäre, nur hatten wir damals natürlich keine Ausrüstung dabei und wollten ja auch Motorrad fahren. Aber dieses Jahr war alles anders. Und somit holten wir von der Wirtin genauere Infos ein. Mit Hilfe der guten Wanderkarten und weil wir nun wussten, wie gut beschildert die Wege sind, wagten wir uns gleich an unsere erste Tour, die nicht vom Wanderführer vorgekaut war.

Erstes Hindernis: Start- und Zielpunkt sind nicht identisch. Und die Gelegenheit zu pfuschen hatten wir auch genutzt. Die Busfahrpläne wurden gerade auf Winter umgestellt und wir verpassten den Bus nach Kolfuschg um wenige Minuten. Das kostete uns schonmal eine gute Stunde. Dann fuhr die Gondelbahn zur Ütia Col Pradat nicht, obwohl Karte und Wirtin das behaupteten. Immerhin gab es einen Taxijeep zur Edelweißhütte, die uns für diesen Fall als Ausweichmöglichkeit genannt worden war. Aber der verrichtete seinen Job mit italienischer Lässigkeit und so war es bereits 11:15Uhr, als wir von der Edelweißhütte loszogen.

Für knapp 45 Minuten bzw. 1,2km folgten wir dem Weg Nr. 4, dann wechselten wir an der Kreuzung auf die 7 Richtung Forcella di Sassongher (2435m, 2,3km, 1:50h). Der Anstieg bis hier ist immer wieder mal so steil, daß der Weg sich in Serpentinen die Wand hinaufwindet. Allerdings ist der Weg dann auch mit Geländern gut gesichert. An der Forcella dann erste Pause und der Entschluß, tatsächlich bis zum Gipfel zu gehen. Wobei wir den beinahe wieder verworfen hätten. Nicht nur, daß der vermeintliche Gipfel sich immer wieder nur als Kante eines kleinen Plateaus entpuppte. Irgendwann standen wir an einer Stelle, an der es nur noch mit Kraxeln weiterging. Passenderweise ist da auch ein Drahtseil am Fels befestigt. Doch noch während wir überlegten kam uns ein altes Pärchen entgegen. Sie war ziemlich unsicher, hat es aber doch problemlos geschafft. Was sollten wir dann da zurückstecken? Auf dem Gipfel (2665m, 3km, 3h) tummelten sich dann sogar bierbäuchige Italiener in recht zivilen Alltagsklamotten. Nach gut einer halben Stunde Gipfelrast und Photopause zogen wir wieder los, immerhin stand der längere Teil des Weges uns noch bevor. Auch entpuppte sich der Abstieg am Drahtseil etwas kniffliger als der Aufstieg. An der Forcella machten wir wieder eine kleine Pause. Gut kann man von da den Weg Nr. 5 als schmalen Strich unterhalb des Felsens erkennen. Den nehmen wir dann auch, statt auf Nr. 7 ins Val de Juel abzusteigen. Dafür werden wir mit einer tollen Aussicht belohnt, die quasi permanent vor uns liegt. Allerdings gibt es auch noch mal ein kurzes Stück ausgesetzten Weges, das mit einem Drahtseil gesichert ist. Dies bereitet jedoch kein Problem, da der Weg dort nicht ansteigt. Die nächste Rast erfolgte dann nach einem kurzen knackigen Abstieg an der Gherdenaccia-Hütte (2050m, 7,3km, 5:30h). Drollige Schweine hatten die dort auf der Weide. Wir durften ihnen aber nicht verraten, daß sie bald für die leckere Wurst fällig seien. Dafür sahen sie auch viel zu zufrieden aus.

Geplant war nun über die 5 Richtung Ütia Sponata weiterzugehen und dort den Sessellift nach La Villa zu nehmen. Nur kam uns dabei ein Weidezaun so in die Quere, daß wir auf Weg 11 landeten und auch dort die Abzweigung verpassten, ab der uns 11B auch zum Ziel geführt hätte. So kamen wir dann auf Weg 11 erst nach langem Abstieg durch langweiligen Nadelwald in La Villa an. Dank der Hitze an dem Tag waren wir dann so geschlaucht, daß wir nach dem Duschen direkt durchgepennt haben. Ohne Abendessen.

Anstieg zum SassongherSassongherSellaMarmoladaVal de JuelGrödnerjochGen WestenGipfelAusgesetzter Weg

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