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20050916-Schlüterhütte

Länge: 9km

Dauer: 6,5h

Anstieg: 880m

Absteig: 880m

Track: 20050916_Schlueterhuette.zip

Da das Wetter wieder begann, sich einzutrüben und große Aussichten nicht zu erwarten waren gab uns unsere Wirtin den Tip, uns doch mal die Mühlen im gleichnamigen Tal anzusehen. Also machten wir uns auf und fuhren bis oberhalb von Longiarü.

Von unserem Parkplatz aus war es auch nicht weit bis zur ersten Mühle. Eigentlich die dritte, wie später der Track auf der Karte zeigen sollte, aber was solls, haben wir halt zwei verpasst. Ich weiß nicht genau, ob die alle dort erbaut worden waren oder als eine Art Freilichtmuseum dort gesammelt. Jedenfalls kam mir die Dicht etwas zu hoch vor, aber außer ein paar kleinen Erklärungstafeln sah es auch nicht sondelrich nach Museum aus. Die gesichteten Mühlen waren jedenfalls so interessant, daß wir für den ersten Kilometer eine knappe Stunde brauchten. Fotos wollten ja auch gemacht werden. Wir konzentrierten uns dann wieder mehr auf den Weg Nr. 4, von dem wir nach 1,7km Gesamtstrecke und ca. 1:20h abzweigten auf die Variante 4B Richtung Peitlerscharte. Bis hierher hatten wir auch schöne Ausblicke auf den Peitlerkofel (2875m), welcher aber absolut nicht zur Debatte stand. aufgrund des sich weiter zuziehenden Wetters verzichteten wir auch auf die Peitlerscharte und blieben an der nach 3km (2:30h) erreichten Abzweigung auf dem Weg Nr. 35 Richtung Kreuzkofeljoch und Schlüterhütte. Am Kreuzkofeljoch (2340m, 4,5km, 3:20h) selbst waren wir bereits dicht in Nebel oder Wolken gehüllt. Schon zuvor gaben die Kühe auf einer durchquerten Weide im Nebel ein tolles Bild ab. Es müssen nicht unbedingt Gorillas sein…

Bestärkt wurden wir in unserem Gefühl, nichts gefährliches zu tun, durch zwei andere Wanderer, die im dicken Dunst zielsicher in eine Wiese liefen, auf der ein paar gefärbte Steine lagen. Das sollte auch unser Rückweg werden und wir merkten uns die Richtung. Auch bestärkten uns die beiden darin, daß wir richtig seien, obwohl die Schlüterhütte, die nur noch 200m entfernt sein sollte, nicht zu sehen war. Doch schon nach wenigen Schritten zeichnete sie sich tatsächlich ab.

Die Schlüterhütte (2297m, 4,7km, 3:25h) gewährte uns dann auch für eine Stunde eine kuschelige Rückzugsmöglichkeit. Doch wir mussten ja wieder zurück. Am Kreuzkofeljoch folgten wir quasi den Fußstapfen der beiden anderen Wanderer quer über die eigentlich unmarkierte Wiese. Prompt standen wir nach ca. 200m an der Kante eines Abgrunds. Nein, da geht es sicher nicht runter und irgendwie ist der nächste GPS-Wegpunkt auch eher in einer anderen Richtung. Zurück am Joch half uns ein Einheimischer weiter, der gerade einen Weidezaun reparierte. Einfach durchs Weidegatter hätten wir gemusst. Zwar war der Weg Nr. 4 auf den Wiesen auch nicht viel besser markiert, aber die Richtung war klar: Einfach immer talabwärts. Zudem riß die Wolkendecke etwas auf und nun gab es den Peitlerkofel in dramatisch, mit Wolken und so.

Bevor sich die Runde schloß und der Rest des Weges wieder durchs Mühlental zum Parkplatz führen sollte, gings nochmal recht steil runter in einer asugewaschenen Rinne. So eine Art Bachbett, bei dem der Bach grad in den Sommerferien ist. Hier hatten wir noch eine seltsame Begegnung. Schon eine Weile hatte ich die Schritte hinter uns gehört und als der Mann in Arbeitskleidung und Hütchen aufgeschlossen hatte, trat ich auf dem schmalen Weg höflich beiseite und bat Annette, es mir gleichzutun. Der Mann war etwas verwundert, aber wenn er doch eh schneller ist als wir, dann kann er ja auch vorbei. Die kontaktfreudige Annette wollte ein wenig mit ihm plaudern, musste aber dafür aber ihre eingestaubten Italienischkenntnisse rauskramen. Daß er kein Deutsch sprach obwohl er offensichtlich Einheimischer war, passte zu dem Alter, daß er uns auf Annettes Insistieren hin nannte: Ottantetre – Dreiundachtzig. In seiner Kindheit regierte Mussolini und Südtirol hatte gefälligst rein italienisch zu sein. Und so zog er dann davon, lief uns in seinem Arbeitskittel und Arbeitsschuhen locker davon auf dem unwegsamen Grund. Wahrscheinlich kannte er jeden Stein bei Vornamen, so trittsicher wie er war.

Die Mühlen ließen wir auf dem Rückweg natürlich aus und gingen schnurstracks zum Auto. Die Wanderung an sich war eigentlich zu keinem Zeitpunkt anstrengend trotz der Höhendifferenz. Lediglich der steile Abstieg auf dem Rückweg erforderte etwas Vorsicht. Die Aussicht hätte besser sein können, aber der Nebel gab dem ganzen eine tolle Stimmung und der Peitlerkofel sah vor noch wolkenlosem Himmel viel zu brav aus.

Oberes MühlentalVerbrüderung unter FrauenAbstieg

Diese Seite findet sich unter Wandern/Tourberichte/Italien und Reisen/2005: Dolomiten.

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