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20080929-Contrintal

Länge: 13km

Dauer: 7:30h

Anstieg: 1420m

Abstieg: 1420m

Track: 20080929_Contrintal

Es wird Zeit, den an sich guten Dolomitenwanderführer, den wir anlässlich unseres Urlaubs 2005 gekauft hatten, wegzuwerfen. Irgendwie scheinen die die ganzen Wege umgebaut zu haben. „Ohne Aussicht geht es anfangs auf einem Fahrweg immer rechts-links voran“. So ungefähr steht es da. Heißt in der Realität, daß nach wenigen hundert Metern es auf einer geschotterten Piste steil bergauf geht. „Leicht“ ist die Klassifizierung im Wanderführer, aber die Steigung war nicht nur am Anfang ohne weitere Erwähnung sehr heftig, auch der Untergrund aus losem Schotter ist bei den Steigungen nicht so ohne. Alternativ habs aber auch schmierigen Schlamm. Ich würde die Tour locker als „mittelschwer“ einstufen. Mindestens. Mehr nur deshalb nicht, weil es unsere erste Wanderung in diesem Urlaub war.

Wir starteten kurz nach 10:00Uhr am Parkplatz der Seilbahn in Alba. Der Weg trägt die Nummer 602 und führt zuerst Richtung Baita Locia Contrin. Es ist ein geschotterter Fahrweg, über den die Contrinhütte und die Alm angefahren werden können. Doch schon nach kurzer Strecke wäre für normale Autos Schluß: Der Weg windet sich in Serpentinen steil bergan. Auch für uns zu Fuß war das nicht ohne. So dauerte es eine Weile, bis wir die Baita Contrin (1736m, 1,1km, 0:40h) erreichten. Dabei wurden wir mehrmals Autos vorbeilassen. Die Hütte war natürlich zu dieser Jahreszeit geschlossen. Dann flachte der Weg merklich ab und es ging nur leicht bergauf bis zu der Stelle, an der unser Rückweg wieder auf unseren Hinweg treffen sollte. An dieser Stelle (1800m, 2,9km, 1:30h) überquerten wir den Bach um dann den ganz ordentlichen Anstieg bis zum Refugio Contrin (2016m, 4,6km, 2h) in Angriff zu nehmen. Dort herrschte gewisse Betriebsamkeit und ein Blick auf die Karte versprach ein leckeres Mittagessen. Aber daraus wurde nichts. Der gute Duft aus der Küche galt nur den Bauarbeitern, die sich rege an einem Tisch unterhielten. Die Hütte war für die Öffentlichkeit geschlossen. „Ende Spetember“ heißt es, aber am Vorabend haten wir ja auch den letzten Öffnungstag eines Restaurants miterlebt, daß Ende September schließt. Also merken: Ende eines Monats heißt gerne „bis zum letzten Wochenende des Monats“.

Doch hungern mussten wir nicht, ich hatte am Morgen im Supermarkt Salami, Käse und Brot eingekauft. Die ließen wir uns ein wenig abseits auf einer Wiese am Bach schmecken. Dabei beobachteten wir die grasenden Pferde, einen Schwarm Gleitschirmflieger und machten einige Bilder vom schönen Bergpanorma. Insgesamt machten wir eine dreiviertel Stunde Pause. Der weitere Weg (Nr. 608 gen Rif. Passo San Nicolo) war nicht einfach. Schlammige Rinnen und deftige Anstiege machten uns zu schaffen. Doch die Aussicht zum Taleingang hin, deren Hintergrund vom Langkofelmassiv langsam zum Sellamassiv überging, entschädigte vieles. Allerdinsg zeigte sich auch, daß zwischen Sas Pordoi und Piz Boe Schnee lag und die Tour ausfallen müsste. Das Rifugio Passo San Nicolo (2338m, 7,4km, 5:10h) markierte dann endgültig den Wendepunkt. Nach einem Blick vom Paß ins nächste Tal stiegen wir entlang des Wegs 648 ab. Der ist teilweise schlecht markiert, wenn es quer über Almwiesen geht. Aber die grobe Richtung ist klar. Wie auch schon auf dem letzten Stück zum Paß hoch konnten wir auch hier immer wieder Murmeltiere beobachten. Im Spätherbst sind die nochmal richtig umtriebig. Allerdings trat ich ohne Ablenkung und ohne Eile noch blöd ins Leere und durfte den Rest des Weges mit angeschlagenem Knie, Schrammen am Schienbein und einer dicker werdenden Wade zurücklegen.

Nach 10,4km in 6:40h erreichten wir wieder die Weggabelung, an der wir beim Aufstieg abgezweigt waren. Ab jetzt wussten wir ja, was uns bevorstand. Nur abwärts eben. Das hatte im losen Schotter auch so seine Tücken und war kaum weniger anstrengend als der Aufstieg, jedoch deutlich schneller. Kurz nach 17:30Uhr erreichten wir wieder den Parkplatz.

Wie gesagt, die Tour war anstrengender als gedacht. Genau betrachtet stellen die 850m Höhenunterschied, die der Wanderführer ausweist, ziemlich genau den Unterschied zwischen dem tiefsten und dem höchsten Punkt dar. Da es zwischendrin auch immer wieder mal runter und wieder hoch geht, ergeben sich in meinem Track über 1400m! Trockenes Wetter ist hilfreich. Fernsicht unerläßlich. Ohne die schönen Aussichten wäre die Wanderung nur eine Schinderei. Wer leise und aufmerksam ist, kann etliche Murmeltierkolonien beobachten, auch wenn uns das sicher nicht wenig Zeit gekostet hat. Fernglas und/oder Teleobjektiv sind von Vorteil!

Start in den UrlaubPferde im ContrintalPause mit Tee am Ende des ContrintalsDer erste von dutzenden GleitschirmfliegernDas Contrintal, im Hintergrund die LangkofelgruppeMurmeltier an der Grenze des ZoomsRiegelpause kurz vorm Passo San NicoloSellamassiv vom Ende des Contrintals ausPasso San NicoloSchnee am Ende des ContrintalsAbstieg zurück ins Tal, im Hintergrund Piz Boe

Diese Seite findet sich unter Wandern/Tourberichte/Italien und Reisen/2008: Dolomiten.

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