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20081004-Tschamintal

Länge: 12km

Dauer: 4:45h

Anstieg: 610m

Abstieg: 610m

Track: 20081004_Tschamintal

Wir hatten ein Problem. In der Nacht hatte es bis runter nach Canazei 10cm Schnee hingelegt. Auch wenn der bereits am Tauen war, mussten wir alles, was annähernd steil oder hoch war, ausschließen. Meine angedachten Wanderungen im Bereich des Schlern waren aber eigentlich genau das. Und zudem noch lange, zu lange wie die bisherigen Wanderungen zeigten. Doch eine Kurzform könnte helfen. Statt Schlern oder Niggelberg zu besteigen oder die Tierser-Alpl-Hütte einfach durchs wahrscheinlich verschneite, aber nicht so steile Tschamintal so weit wandern, wie es die Zeit erlaubt und dann umkehren.

Gesagt, getan. Doch die Anfahrt war mit einer guten Stunde nochmal 35% länger als vom Navi geplant. So kamen wir dann um 11:15Uhr erst in die Puschen. Übrigens braucht man nicht schon am Hotel in Weißlahnbad parken, es gibt noch Parkmöglichkeiten im Bereich der Spitzkehre kurz danach (die sieht man noch auf Navis) und ein wenig bergauf kurz vor der Sperrung scheint es noch einen Parkplatz zu geben.

Von eben jenem Parkplatz an der Kehre gings dann richtig los. Die Tschaminschweige war da schon in Sichtweite. Wir liefen einfach vorbei, so wie wir das Museumssägewerk links liegen ließen. Will heißen, der Weg Nr. 3 führt zwischen den beiden Gebäuden durch und ist dann eindeutig. Wir mussten erst etwas suchen. Flach ist der Weg allerdings keinesfalls und somit war es auch nicht ganz so schlimm, daß hier unten im Tal kaum Schnee lag. Auch später war der Weg immer schneefrei, während drumherum alles weiß war. Erst gegen Ende war auch der Weg verschneit. Scheinbar irgendein Effekt mit Wärmespeicherung und Abstrahlung. So gingen wir dann aber trittsicher den griffigen kleinen Weg immer weiter talaufwärts. Die Landschaft drumherum wurde immer weißer, dazu die sonnenbeschienene Südwand der Schlernmassivs. Sehr schön, das alles. Nach einer Stunde und 3,9km erreichten wir dann einen Fahrweg. Zur einen Richtung hin versorgt er einige Almhöfe und am anderen Ende Richtung Straßennetz hat es auch einen Parkplatz, der wohl noch besser angenommen wurde als unserer, jedenfalls kamen aus der Richtung etliche Wanderer. Unser Weg Nr. 3 folgt diesem Fahrweg für ein paar hundert Meter, um dann in einer Spitzkehre einfach wieder geradeaus im Wald zu verschwinden. Zu verfehlen ist das nicht. Nett sind übrigens irgendwo entlang des Weges auch die zwei hübsch eingefassten und benamten Quellen, von denen zu trinken ausdrücklich angeraten wird.

Die Alm „Rechter Leger“ passierten wir im ersten Anlauf (6,3km, 2:15h) denn wir hatten bereits eine Riegelpause gemacht und wollten erst mal weiter. Keinen Kilometer weiter an einer Abzwigung war jedoch klar, daß es mit dem Anstieg ins Bärenloch nur Anstrengung, aber keine Verbesserung der inzwischen grandiosen Aussicht geben würde. Zudem würden wir keine der Hütten rechtzeitig erreichen können und standen mittlerweile auch auf dem Weg im Schnee. Zurück am Rechten Leger hatte sich der Andrang etwas gemildert. Als idealer Rastplatz mit bester Aussicht und vielen verstreuten Sitzgelegenheiten in der Sonne war die Stelle auf dem Hinweg praktisch überlaufen, nun aber fand sich ein schönes Plätzchen für uns. Bei einer ordentlichen Vesper genossen wir den Anblick der verschneiten Grasleitenspitze, der Sattelspitze und wie sie alle heißen. An ersterer konnten wir sogar Leute in einem Schneefeld ausmachen. Das wäre der Weg zur Grasleitenhütte gewesen, den wir doch nicht gegangen waren. Und nicht hätten gehen können. Auf dem Rückweg trafen wir noch auf ein Pärchen, das von dort kam und Schneeschuhe mit sich trug. Sicher nicht grundlos.

Nach gut 40 Minuten Rast im Schnee stiegen wir wieder das Tal hinab und konnten feststellen, daß sich die Schneegrenze deutlich verschoben hatte. Schon früher als beim Aufstieg war um uns herum wieder alles grün. Die Tschaminschweige beäugten wir noch etwas genauer, ließen dann aber von den endlich gefundenen Schlutzkrapfen doch ab, weil wir noch Mitbringsel einkaufen wollten bevor der Laden schließt.

Tja, was soll man zusammenfassend sagen? Schön war die Wanderung durch den Schnee und die relative Ruhe (bis auf den Betrieb am Rechten Leger). Im Sommer wäre sie nur der Auftakt Richtung Grasleitenhütte oder Tierser Alpl, von wo aus man auch gut über die Roßzähne (oder unten entlang) bis zum Petz, dem höchsten Schlerngipfel, gehen kann. Und über den Tschafatschsattel ohne doppelt begangene Wege zurück. Aber das dauert dann deutlich länger und man müsste sehr viel früher los.

Verschneites Tschamintal, GrasleitenspitzeGeräumte Wanderwege?Auch die Wegmarkierungen bleiben erkennbarPause am Rechten LegerNachmittags ist vieles schon getaut

Diese Seite findet sich unter Wandern/Tourberichte/Italien und Reisen/2008: Dolomiten.

Technischer Nachtrag: Die Höhendaten aus dem Track sind völlig für den Eimer. Ich habe die Daten mit Kompass Digital Map Südtirol ausgewertet. Dankenswerterweise kann man einen Track über das gespeicherte Höhenprofil legen. Was dann bei rauskommt, ist realistischer, wobei so mancher angebliche Abstecher vom Weg in eine steile Wand rein auch den einen oder anderen falschen Höhenmeter verursacht.

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